
Bildquelle: Smalltown Boy CC BY-SA 0 [CC BY-SA 0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)
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Sport-90 berichtete bereits vor zwei Tagen über ein mögliches Aus von Nenad Bjelica als Trainer des 1. FC Union Berlin. Wie der „kicker“ berichtete, soll zwischenzeitlich sogar seine vorzeitige Trainerentlassung bei den Eisernen thematisiert worden sein, wobei diese Idee schnell verworfen wurde. Die Zeichen stehen auf Trennung, auch wenn weder die Berliner noch die Bjelica-Seite öffentlich dies bestätigten.
Wie der Bezahlsender „Sky“ nun berichtet, sollen die FCU-Bosse bereits einen ersten Namen ganz oben auf ihrer Liste haben, der zur neuen Saison das Ruder übernehmen könnte. Dabei handelt es sich angeblich um keinen Unbekannten. Der Name: Bo Svensson – Ex-Trainer des 1. FSV Mainz 05.
Bei Union Berlin hält man sich weiterhin bedeckt. Kein Wunder, denn am Sonntag geht es gegen den VfL Bochum gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Im Hintergrund wird die Personalie und die damit verbundene Zukunft von Nenad Bjelica heiß diskutiert. Mit Bo Svensson sollen die Eisernen jedoch bereits einen Nachfolgekandidaten ins Auge gefasst haben.
Gut für Union Berlin: Svensson steht nach seinem Rücktritt bei Mainz 05 ohne Verein da und könnte im Sommer direkt übernehmen. Die Bundesliga kennt der 44-jährige aus dem Effeff, denn bereits als Spieler stand er bei Borussia Mönchengladbach und beim 1. FSV Mainz 05 unter Vertrag und absolvierte dabei 122 Spiele in der Bundesliga. Als Trainer übernahm er die Mainzer im Winter 2021 und blieb bis Anfang November des vergangenen Jahres an der Seitenlinie. Dabei sammelte er im Schnitt 1,38 Punkte pro Partie.
Die Bjelica-Seite gibt sich überrascht zu diesem Union Berlin Transfergerücht. Alen Augustincic gegenüber „Sky“: Nenad Bjelica und ich sind darüber verwundert, dass solche Informationen an die Öffentlichkeit gelangen. Fakt ist: Wir haben bislang keine Kenntnis darüber, dass Nenad Union Berlin möglicherweise vorzeitig oder am Saisonende verlassen muss. Mit uns wurde seitens Union Berlin darüber noch nicht gesprochen.“
Ferner führte der Berater von Nenad Bjelica aus: „Ich kann versichern, dass Nenad voll auf Union fokussiert ist und seine ganze Kraft in den Kampf um den Klassenerhalt steckt. Nenad gibt alles für Union.“ Kalkül oder weiß die Bjelica-Seite tatsächlich nichts von den angeblichen Plänen der Köpenicker?
Interessant dürfte es werden, wenn die Unioner Svensson tatsächlich kontaktieren, denn zuletzt galt der Däne als Topfavorit auf den Trainerposten bei RB Salzburg. Unterschrieben wurde derweil noch nichts. Die FCU-Bosse können Bo Svensson also durchaus noch von einem Engagement an der Alten Försterei überzeugen.
Für den kroatischen Trainer Bjelica käme das Aus hingegen bereits nach 6 Monaten. Sein Punkteschnitt nach 18 Partien beträgt 1,11 Punkten. Spätestens nach Saisonende wird man sicherlich erfahren, wer das Zepter an der Seitenlinie des 1. FC Union Berlin schwingen wird. Ob es am Ende Svensson wird oder gar ein ganz anderer Übungsleiter, wird man sehen.
Beim 1. FC Union Berlin stellte man Bo Svensson im Sommer 2024 als neuen Cheftrainer der Eisernen vor. Mit viel Vorschusslorbeeren trat er seine neue Stelle an, nachdem er über 2 Jahre beim 1. FSV Mainz 05 als Coach fungierte. Dort nahm er im November 2023 unter Tränen seinen Hut, nachdem die dortige Krise immer gravierender wurde. Eine kleine Ära endete und in Berlin wollte man eine neue Zeitrechnung starten, doch es kam alles anders als erwartet.
Der Saisonstart verlief positiv und man sah sich schon in sicheren Gefilden, was die aktuelle Saison betraf. In der Vorsaison konnte man ganz spät den Klassenerhalt in Berlin feiern und Svensson sollte die Truppe in die richtige Spur bringen. Soweit kam es allerdings nicht, denn die Mannschaft stürzte in der Tabelle der Bundesliga immer weiter ab, sodass man sich im Dezember, nur drei Tage nach Weihnachten, von Bo Svensson wieder trennte.
Lediglich 16 Partien sollte sich der Däne im Amt des Übungsleiters bei Union Berlin halten. Dabei erreichte Svensson einen durchschnittlichen Punktewert von 1,13 Punkten. Zu wenig für die Ansprüche der FCU-Bosse, die nach dem Aufstieg in die Bundesliga recht erfolgsverwöhnt waren. Für Svensson hieß es nun, sich zu erholen und auf ein neues Engagement zu warten. Bis dato ist er vereinslos.
Blicken wir ein wenig zurück, denn Bo Svensson ist ein sehr außergewöhnlicher Trainer, der als Spieler nicht die ganz große Karriere hinlegen konnte. Der heute 45-jährige wurde im dänischen Skorping geboren und erlernte das Fußballspielen zunächst beim Kjobenhavens Boldklubbeim. Kurz darauf im Jahr 1992 entstand aus der Fusion der heutige Klub FC Kopenhagen, dem Svensson weiterhin treu blieb. Bemerkenswert ist, dass der Däne in seiner Heimat nur bei diesem Verein spielte, ehe es ihn im Januar 2006 zu Borussia Mönchengladbach zog.
Die Fohlen überwiesen rund 250.000 Euro nach Kopenhagen, um sich seine Dienste zu sichern. Dort sollte der Innenverteidiger, der zudem auch regelmäßig auf der Sechs zum Einsatz kam, unter der Trainer-Legende Jupp Heynckes spielen. Ebenso war Jos Luhukay sein Trainer, der ebenfalls wie Heynckes immer seltener auf Svensson setzte. Ihm gingen die Einsatzminuten flöten. Am Ende stieg die Borussia in die 2. Liga ab.
Svensson wollte mit Borussia Mönchengladbach nicht den Gang in die Zweitklassigkeit mitgehen und entschied sich somit für einen Abschied vom Bökelberg. Ein Verbleib in der Bundesliga war ihm allerdings nicht vergönnt, denn er schloss sich dem 1. FSV Mainz 05 an, der ebenfalls in der Saison 2006/07 abstieg. Bei den 05ern sollte sich Svensson jedoch sehr wohlfühlen und so stieg er mit den Jahren zum Publikumsliebling auf.
Bei seinem Wechsel von Borussia Mönchengladbach zum 1. FSV Mainz 05 betrug die Ablösesumme rund 350.000 Euro. Sein damaliger Marktwert lag indes bei circa 1,5 Millionen Euro. Bo Svensson unterschrieb zunächst für drei Jahre, nachdem der damalige Trainer Jürgen Klopp den Dänen von einem Wechsel überzeugen konnte. Ursprünglich wollte Svensson nach seinem Abschied aus Mönchengladbach zurück in seine dänische Heimat wechseln, doch am Ende traf er die Entscheidung, sich den Mainzern anzuschließen.
Die erste Zeit bei Mainz 05 war nicht einfach, denn der Verteidiger hatte immer wieder mit anhaltenden Problemen mit der Achillessehne zu kämpfen, sodass er seinen angedachten Stammplatz schnell verlor. Es war am Ende Neven Subotic, der seinen Platz dann einnahm. Und auch das zweite Jahr beim 1. FSV Mainz 05 wurde durch seine Verletzungspausen getrübt. Nach seiner Operation nahm der Däne einen neuen Anlauf und schaffte am Ende den Aufstieg mit dem Klub.
Insgesamt bestritt Bo Svensson 122 Spiele für den 1. FSV Mainz 05 und konnte auch als Innenverteidiger vier Scorerpunkte einheimsen (1 Tor / 3 Vorlagen). Nach 7 Jahren bei Mainz 05 gab der Defensivspieler im Sommer 2014 seinen Rücktritt als Profispieler bekannt. Der ehemalige dänische Nationalspieler, der insgesamt dreimal für sein Heimatland auflief, blieb den Mainzern auch nach seiner Spielerkarriere treu.
Seine Anfänge als Trainer unternahm Bo Svensson bei „seinem“ 1. FSV Mainz 05, denn im Mai 2014, als sein Landsmann Kasper Hjulmand dort Cheftrainer war, hospitierte der Ex-Spieler unter ihm. Kurze Zeit später trat er dem Betreuerteam bei und wurde gar unter Trainer Martin Schmidt Co-Trainer bis zum Ende der Spielzeit 2014/15. Nur eine Saison später folgte der Wechsel in die Jugend des Klubs, wo er die B2- und B1-Junioren trainieren sollte. Für den einstigen Abwehrspieler sollte es im Klub stetig vorangehen, denn er übernahm später auch die U19 als Cheftrainer.
Parallel ließ er sich in seiner Heimat zum Fußballlehrer ausbilden, sodass er nun auch rein theoretisch eine Profimannschaft betreuen konnte. Zur Saison 2019/20 kam dann die Trennung von den Mainzern, denn Svensson schloss sich dem FC Liefering an, der damals in der 2. Liga Österreichs vertreten war. Beim Farmteam des FC Red Bull Salzburg hatte er allerdings eine Ausstiegsklausel in seinen Arbeitsvertrag schreiben lassen, die es ihm ermöglichte, bei einem entsprechenden Angebot, zurück nach Mainz zu gehen.
Und genau von jener Option machte Svensson im Winter 2021 Gebrauch. Er verließ den österreichischen Klub in Richtung Mainz. Während seiner Zeit beim FC Liefering pendelte der Trainer zwischen Österreich und Mainz, wo seine Familie weiterhin lebte. Er übernahm das Traineramt vom bisherigen Interimstrainer Jan Siewert und führte den Verein aus dem Tabellenkeller der Bundesliga.
Als er seine Stelle antrat, lag das Team nach 14 Spieltagen auf dem 17. Platz der Bundesliga. Es folgte eine furiose Aufholjagd, die dem Verein die beste Rückrunde ihrer Geschichte bescheren sollte. Unter Svensson verließ man die Abstiegsränge und holte satte 32 Punkte in der Rückserie. Bis heute gab es kein besseres Ergebnis für die 05er. Auch in der darauffolgenden Spielzeit sollte man dann nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben.
Svensson sorgte allerdings nicht nur mit seiner Punktausbeute für Aufsehen, sondern auch mit seinem Temperament. So war er der erste Bundesligatrainer, der nach vier Gelben Karten für ein Spiel gesperrt wurde. Insgesamt sollte er in jener Saison 7 Mal verwarnt werden. Ein absolutes Novum in der Geschichte der höchsten deutschen Spielklasse.
In der Saison 2023/24 sollte es dann nicht mehr so gut laufen und Svensson verkündete nach einer Serie von einigen sieglosen Partien seinen Rücktritt. Unter Tränen räumte er in der anberaumten Pressekonferenz schlussendlich seinen Platz als Cheftrainer des 1. FSV Mainz 05. Fast 9 Monate stand der Däne ohne Job da, ehe der 1. FC Union Berlin nach einem Nachfolger von Nenad Bjelica suchte und auf Svensson stieß.
Ein guter Start mit den Berlinern sollte Fans sowie Verantwortliche in eine glücklichere Zukunft blicken, doch es kam anders. Acht sieglose Spiele brachen dem Trainer schlussendlich das Genick und so zog man in Köpenick die Reißleine. Bo Svensson wurde entlassen. Und noch heute ist er ohne Trainerjob. Die Frage ist nicht, ob er einen neuen Klub finden wird, sondern wann?
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