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Überraschungs-Meister: Meisterschaften, die kein Buchmacher auf dem Zettel hatte

Verrückte Meisterschaften im Fußball

Bildquelle: Peter Woodentop [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Zu den wohl überraschendsten Meisterschaften in der Bundesliga gehört sicherlich die des 1. FC Kaiserslautern in der Saison 1997/98. Als Aufsteiger war das ausgegebene Ziel: Klassenerhalt. Dass am Ende die Meisterschaft dabei raussprang, hatte wohl niemand auf dem Zettel. Doch das Team um den jungen Michael Ballack setzte sich mit 68 Punkten vor dem FC Bayern München durch.

Auf dem Zettel der zahlreichen Fußball-Wettanbieter stand in der Saison 2006/07 sicherlich nicht der Name VfB Stuttgart. Am Ende jedoch konnten die Schwaben die Meisterschale in die Luft strecken. Wer am Anfang der Saison eine Wette auf den VfB platziert hätte, wäre mit Sicherheit schief angeguckt worden. Der Gewinn wäre andererseits mit Sicherheit erstrebenswert gewesen. Eine eindrucksvolle Leistung vollbrachte zudem der VfL Wolfsburg in der Saison 2008/09. Mit 69 Punkten stand die Mannschaft von Trainer Felix Magath am Ende auf Platz eins. Zwei Punkte vor dem FC Bayern, der sich im Topspiel mit 5:1 gegen den VfL geschlagen geben musste. Herausragende Akteure waren damals das Sturmduo Edin Dzeko und Grafite, dessen Hackentor gegen die Bayern unvergessen bleibt.

Nantes und Montpellier überraschen in Ligue 1

Wer in der Saison 1994/95 sein Geld auf Nantes gesetzt hätte, würde heute wahrscheinlich in einer Hängematte am Strand liegen. Das Team schaffte es tatsächlich, den großen Titelfavoriten Olympique Lyon mit zehn Punkten hinter sich zu lassen. Einen großen Superstar hatte Nantes nicht, schaffte es aber mit jungen Spielern wie Claude Makelele (damals 21 Jahre) eine enorm gute Mannschaft zu formen.

Die Dominanz von Olympique Lyon und Paris St. Germain war damals wie heute enorm. So war es immer eine Überraschung, wenn ein anderes Team am Ende die Meisterschaft holte. 2012 gelang dies zu aller Überraschung der HSC Montpellier. Die Mannschaft um den damals noch jungen Olivier Giroud holte 82 Punkte und schloss damit vor Paris St. Germain auf Platz 1 ab.

Wenig Überraschung in La Liga?

La Liga wird seit Jahren vom FC Barcelona und von Real Madrid dominiert. Die Frage vor der Saison ist eigentlich, wer Dritter wird. Somit ist jeder Meister, der nicht Barcelona oder Real Madrid heißt, eine Überraschung. Nachdem Athletic Bilbao die Meisterschaft 1984 gewonnen hatte, waren es nur drei Mannschaften, die den beiden Großen Paroli bieten konnten.

Besonders Anfang der 2000er kam es zu einigen Wechseln an der Spitze. Völlig überraschend schaffte es hier nämlich Deportivo La Coruna in der Saison 1999/2000 die Meisterschaft zu holen. Mit dabei war ein gewisser Roy Makaay, der mit 26 Toren maßgeblichen Anteil hatte. Danach war es vor allem der FC Valencia, der Barça und Real immer wieder ärgern konnte. Die Meisterschaften des FC Valencia 2002 und 2004 waren für viele weniger überraschend. Weniger haben die Buchmacher mit dem Ausgang der Meisterschaftssaison 2013/14 gerechnet. 2011 holte Diego Simeone Atlético Madrid aus der Versenkung und schaffte wenige Jahre später die absolute Überraschung. Mit unfassbaren 90 Punkten gewannen sie vor dem FC Barcelona und Real Madrid.

 

 

Das Märchen von Leicester City

Beim Erzählen dieser Geschichte leuchten wohl fast jedem neutralen Zuschauer der Premier League die Augen. Wir reden von der Saison 2015/16. Leicester City wird englischer Meister. Die Quote auf diesen Ausgang lag damals bei 5000:1. Mehr muss man hier wohl nicht sagen und dennoch kann man Seiten mit dieser Story füllen.

Mit unbekannten Namen, die heute nicht mehr aus dem europäischen Spitzenfußball wegzudenken sind, schaffte es der Club, sich mit 10 Punkten Vorsprung vor Tottenham Hotspur die Meisterschaft zu sichern. In der Saison davor konnte das Team den Abstieg nur durch eine lange Siegesserie zum Ende der Saison verhindern. Am 30. Spieltag war Leicester noch auf dem letzten Tabellenplatz zu finden.

In Leicester wurden Helden geboren

Umso erstaunlicher, was sich in der Saison 2015/16 abspielte. Im Tor, der Sohn eines Toptorhüters, der noch im Schatten seines Vaters agierte. Die Abwehr um Robert Huth, von dem die Experten gesagt haben, er habe seine besten Zeiten hinter sich. Riyad Mahrez, der dachte, Leicester wäre ein Rugby Club und Jamie Vardy, der mit 25 mit einer Fußfessel in der 5. Liga spielte.

Eine so unglaubliche Geschichte gab es wohl noch nie in der Fußballhistorie. Dennoch faszinieren sie uns und lassen das Fußballherz höherschlagen. Wer dabei war, spricht noch bis seiner Tage Ende von diesen Zeiten. Der Fußball kann uns immer wieder überraschen und deshalb lieben ihn so viele Menschen. Somit bleibt abzuwarten, welcher Klub uns als Nächstes überrascht.


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