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Siegerliste: Alle Gewinner der Asienmeisterschaft auf einen Blick

Alle Gewinner der Asienmeisterschaften

Bildquelle: Mehr News Agency [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Die Asienmeisterschaft im Fußball zählt zu den traditionsreichsten Fußballturnieren auf internationaler Bühne. Schließlich wird das kontinentale Turnier schon seit 1956 ausgetragen und ist somit älter als die Fußball Europameisterschaft (seit 1960). Sport-90 stellt das Fußball-Großturnier vor und zeigt dabei natürlich auch alle Gewinner der Asienmeisterschaft. Trotz Dominanz vorderasiatischer Nationalmannschaften in der Siegerliste ist Japan der Rekordsieger.

Ins Leben gerufen wurde die Asienmeisterschaft im Fußball von der Asian Football Confederation (AFC), einem der insgesamt sechs Kontinentalverbände der FIFA. Seit der ersten Austragung 1956 in Hongkong wird das Turnier, das auch als Asian Nations Cup oder nur Asian Cup bezeichnet wird, jeher im 4-Jahres-Rhythmus.

Asienmeisterschaft geht Fußball-WM seit 2007 aus dem Weg

Eine Ausnahme stellt die 14. Ausgabe der Asienmeisterschaft da. Diese fand 2007 und somit drei Jahre nach dem Vorgänger-Turnier statt. Hintergrund: Mittels dieser Verschiebung stellt die AFC sicher, dass die Asienmeisterschaft und Weltmeisterschaft nicht mehr in einem Jahr über die Bühne gehen. Am 4-Jahres-Rhythmus wurde allerdings nicht gerüttelt.

Dennoch: Längst nicht die einzige Anpassung, die es im Laufe der Geschichte des Asian Nations Cup gab. Denn genau wie bei Welt- oder Europameisterschaften unterlag auch dieses Fußball-Großturnier so einigen Modifikationen.

Asien Cup: Von 4 auf 24! Anzahl Teilnehmer wächst kontinuierlich

Diese betrafen zum einen den Modus. Ursprünglich wurde die Fußball Asienmeisterschaft im Ligasystem ausgetragen. Nach dem Prinzip Jeder gegen Jeden. Da bei den ersten drei Austragungen 1956, 1960 und 1964 jeweils nur vier Mannschaften vertreten waren bzw. sich fünf Teams für die vierte Turnierausgabe 1968 qualifizierten, war das Ligasystem aufgrund der überschaubaren Teilnehmeranzahl problemlos zu bewerkstelligen.

Doch da dem AFC zu Beginn der 1970er viele Verbände aus dem arabischen Raum beitraten, wurde auch das Teilnehmerfeld vergrößert. So gingen bei den Asienmeisterschaften 1972 schon sechs Nationalmannschaften an den Start. Die Anzahl der teilnehmenden Nationen wurde in der Folge immer mal wieder erweitert: Von zehn Teams 1980 auf zwölf Mannschaften 1996 bis hin zu 16 Nationen beim Turnier 2007. Die letzte Aufstockung erfolgte 2019 auf 24 Teams!

Chronologische Übersicht Sieger der Asienmeisterschaften

 

JahrGastgeberErsterZweiterDritterVierter
1956HongkongSüdkoreaIsraelHongkongSüdvietnam
1960SüdkoreaSüdkoreaIsraelTaiwanSüdvietnam
1964IsraelIsraelIndienSüdkoreaHongkong
1968IranIranBirmaIsraelTaiwan
1972ThailandIranSüdkoreaThailandKambodscha
1976IranIranKuwaitChinaIrak
1980KuwaitKuwaitSüdkoreaIranNordkorea
1984SingapurSaudi-ArabienChinaKuwaitIran
1988KatarSaudi-ArabienSüdkoreaIranChina
1992JapanJapanSaudi-ArabienChinaVAE
1996VAESaudi-ArabienVAEIranKuwait
2000LibanonJapanSaudi-ArabienSüdkoreaChina
2004ChinaJapanChinaIranBahrain
2007IND/MAY/TAI/VIEIrakSaudi-ArabienSüdkoreaJapan
2011KatarJapanAustralienSüdkoreaUsbekistan
2015AustralienAustralienSüdkoreaVAEIrak
2019VAEKatarJapan--
2023China----

 *Seit 2019 werden keine Partien um den 3. Platz ausgestragen

Ligasystem abgeschafft: Asienmeisterschaft seit 1968 im Turniermodus

Die Asienmeisterschaften wurden immer größer, wobei sich das Turnier mittlerweile über eine Zeitdauer von rund vier Wochen erstreckt. Apropos Turnier: Mit Beginn des Expansionskurs des Teilnehmerfelds wurde beim Asien Cup auch das Format überarbeitet und der Turniermodus eingeführt. Erstmals 1972 mit zwei Dreiergruppen.

Mittlerweile wird in sechs Vierergruppen gespielt, wobei sich die Ersten und Zweiten jeder Gruppe sowie die vier besten Gruppendritten für das Achtelfinale qualifizieren. Ab diesem wird bis zum Finale nach dem K.o.-System weitergespielt.

Damit gleicht der Asienmeisterschaft Turniermodus exakt dem der Weltmeisterschaften zwischen 1982 bis einschließlich 1996.

4 Titel! Rekordsieger Japan beendet Dominanz vorderasiatischer Teams

Doch nun rücken die Titelträger in den Mittelpunkt. Rekordsieger der Asienmeisterschaft ist Japan mit vier Titeln (Stand 2021)! Nachdem sich die „Samurai Blue“ 1988 überhaupt das erste Mal qualifizierten, fackelten die Japaner nicht lange und starteten gleich 1992 bei der zweiten Teilnahme ihre Titeljagd. Damit machte Japan zugleich der 28 Jahre währenden Vorherrschaft der Mannschaften aus dem vorderasiatischen Raum ein Ende. Diese triumphierten bei den vorherigen sieben Asienmeisterschaften.

 

 

Trotz eines überraschenden Scheiterns von Titelverteidiger Japan beim Asien Cup 1992 im Achtelfinale, stieg das Land der aufgehenden Sonne zu einer der ganz großen bzw. der größten Nummer im asiatischen Fußball-Raum auf. So gewann Japan 2000 das Turnier im Libanon und verteidigte vier Jahre später seinen Titel in China. Titel Nummer vier wurde 2011 abgeräumt. Zudem erreichte Japan 2019 das Finale, wo man Debütsieger Katar knapp mit 1:2 unterlag, und stand bei seinen insgesamt sechs Turnierteilnahmen sechsmal im Halbfinale. Eine starke Bilanz!

Saudi-Arabien eines der erfolgreichsten Teams der Asienmeisterschaften

Hinter Rekordsieger Japan teilen sich in der Asienmeisterschaft Siegerliste zwei Nationen den 2. Platz. Es sind Saudi-Arabien und der Iran, die sich je dreimal zum asiatischen Fußballmeister krönen konnten. Jedoch liegen die großen Erfolge beider Nationen schon länger zurück, stammen diese doch aus dem letzten Jahrtausend.

Saudi-Arabien gewann die Asienmeisterschaft in den Jahren 1984, 1988 und 1996. Bemerkenswert: Die „Grünen Falken“ waren 1984 erstmals beim Asian Cup am Start und drückten dem Turnier in den folgenden Jahren ordentlich ihren Stempel auf. Schließlich zog Saudi-Arabien darüber hinaus auch noch 1992, 2000 und 2007 ins Asienmeisterschaft Endspiel ein.

Kurios: All diese drei Finals wurden jeweils mit 0:1 verloren (zweimal gegen Japan, einmal gegen den Irak)!

Asienmeisterschaft: Iran mit einzigem Titel-Hattrick

Auch der Iran legte einen wahren Raketenstart, der sogar den der Saudis übertrifft. Denn das „Team Melli“, so der Spitzname der iranischen Nationalmannschaft, konnte nicht nur beim Turnierdebüt im eigenen Land 1968 den Titel auf Anhieb gewinnen. Sondern startete seine Asienmeisterschaft-Historie gleich mit einem Titel-Hattrick und setzte sich auch 1972 und 1976 erfolgreich durch! Rekord - die Iraner waren sowohl die erste als auch bislang einzige Mannschaft, die dreimal in Folge die Asienmeisterschaft gewinnen konnten.

 

 

Außerdem hat der Iran noch vier 3. Plätze in der Statistik zu stehen, der bis zur Asienmeisterschaft 2015 ausgetragen wurde. Keine andere Nation wurde öfter Dritter.

Südkorea mit meisten Finalpleiten bei Asien Cup

Nur Südkorea landete bislang genauso oft auf dem Bronzerang. Ohnehin scheiterten die Südkoreaner bei den Asienmeisterschaften oftmals erst ganz spät im Turnier. Es scheint, als laste ein Fluch auf den Taeguk Warriors!

Denn Südkorea konnte zwar die ersten beiden Austragungen des Asien Cups 1956 und 1960 gewinnen und rangiert damit in der Titel-Rangliste auf dem 4. Platz. Doch neben vier 3. Plätzen haben die Südkoreaner auch noch vier Finalpleiten erlitten. So viele wie keine andere Nation. Nicht die einzigen Bestmarken.

Denn auch insgesamt zehn Halbfinal- sowie sechs Finalteilnahmen (genauso viel wie Saudi-Arabien) sind Rekordwerte! Angesichts dessen ist die Ausbeute von zwei gewonnen Asienmeisterschaften doch recht mau! Dafür kann sich Südkorea aber noch mit einem weiteren Rekord schmücken. Und zwar den des Rekordteilnehmers. In 14 von 17 Asienmeisterschaften waren die Südkoreaner vertreten. Einzig der Iran war genauso oft vertreten.

Dominanz adieu: Asienmeisterschaft zuletzt mit verschiedenen Titelträgern

Während Japan (4), Saudi-Arabien und Iran (beide 3) sowie Südkorea (2) mehr als einmal Asienmeister im Fußball wurden, tauchen in der Liste der Titelträger noch fünf weitere Nationen auf, die zumindest einmal das Turnier gewannen. In chronologischer Reihenfolge handelt es sich dabei um Israel (1964), Kuwait (1980), den Irak (2007), Australien (2015, seit 2006 Mitglied des AFC) und Katar (2019).

Somit brachten die Asienmeisterschaften gerade in den letzten Jahren regelmäßig Debütsieger zum Vorschein. Ohnehin ist die ganz große Dominanz einer Nationalmannschaft in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr zu beobachten. Nicht umsonst gab es bei den letzten vier Asienmeisterschaften zwischen 2007 bis 2019 gleich vier verschiedene Titelträger. Solch eine Abwechslung bei den Titelträgern hat es in der langen Geschichte der Asienmeisterschaft zuvor nie gegeben.

Asienmeisterschaft 2023: Gastgeber China darf auf Titel hoffen

Bedeutet im Umkehrschluss, dass die Spitze der Teams im asiatischen Fußball zuletzt breiter geworden ist und sich mehrere Mannschaften berechtigte Hoffnungen auf den Thron machen dürfen. Man darf schon gespannt sein, wer sich bei den Asienmeisterschaften 2023 zum Champion kürt.

Vielleicht glückt Gastgeber China die Überraschung und das riesige Reich krönt sich erstmals zum Asien Champion. Damit würde sich zumindest der Trend der sich wechselnden Titelträger der letzten Jahre fortsetzen. Zumindest die Statistik macht China. Denn in sieben von 17 Asienmeisterschaften triumphierte am Ende die gastgebende Nation - immerhin 41 Prozent.


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