Kuriose Trikotsponsoren im Fußball: Schnaps, Kippen, Kondome & mehr

Kuriose und witzige Trikotsponsoren im Fußball

Bildquelle: DSanchez17 [CC BY-NC 2.0], via Flickr.com (Bild bearbeitet)

Sponsoring ist im heutigen Fußball eine wichtige Einnahmequelle für die Klubs. Vor allem Trikotwerbung. Doch bei der Vermarktung ihrer Spielkleidung sorgten manche Teams bewusst oder unbewusst für einige Kuriositäten. Sport-90 hat sich auf eine Zeitreise durch die bunte und kreative Welt der Trikotwerbung begeben und stellt die kuriosesten und legendärsten Trikot-Sponsoren vor.

Die Trikotwerbung im deutschen Fußball kann auf eine sehr bewegte und teils äußerst lustige Geschichte zurückblicken. Pionierarbeit in diesem Sektor leistete übrigens Wormatia Worms. Denn der Klub sorgte in der Saison 1967/68 für ein Novum, als man aufgrund finanzieller Engpässe für drei Partien in der Regionalliga Südwest mit dem Schriftzug des Baumaschinenherstellers „CAT“ auf der Brust auflief.

1973: Eintracht Braunschweig und Jägermeister sorgen für Novum

Vom Verband folgte zwar prompt ein Verbot, da man der Kommerzialisierung des Fußballs Einhalt gebieten wollte. Doch lange hatte das Verbot nicht Bestand. Denn im März 1973 feierte die Trikotwerbung in der Bundesliga ihre Premiere. Und zwar bei Eintracht Braunschweig, die als erster Bundesligist mit dem Schnapshersteller „Jägermeister“ einen offiziellen Trikotsponsoren präsentierten. Die Geburtsstunde des Trikotsponsorings in der Beletage des deutschen Fußballs, die prompt mit einem kuriosen Werbepartner begann.

Treibende Kraft war Jägermeister-Firmenchef Günter Mast. Dieser suchte für seinen Likör neben den Banden im Stadion noch weitere Werbeflächen. Die Wahl fiel auf die bis dahin blanke Trikotbrust. Für 200.000 D-Mark sicherte sich Jägermeister den begehrten Werbeplatz und kooperierte bis 1986 mit Eintracht Braunschweig. Wie sich schnell herausstellen sollte, war es alles andere als eine „Schnaps-Idee“. Denn viele andere Vereine eiferten diesem Vorbild schnell nach.

HSV mit Trikotsponsor Campari – Auch FC St. Pauli

So etwa der Hamburger SV. Die Rothosen krallten sich ebenfalls einen Partner aus dem hochprozentigen Likör-Geschäft und machten von 1974/75 bis 1975/76 Werbung für die Firma Davide Campari-Milano, sodass der Schriftzug „Campari“ auf dem HSV-Dress zu lesen war. Für den Sponsorenvertrag, der zweite seiner Art in der Bundesliga-Geschichte, kassierten die Hamburger ca. 400.000 DM.

Der FC St. Pauli ließ sich Ende der 1990er Jahre nicht lumpen und lief seinerseits mit dem Logo des bekannten Whiskey-Herstellers „Jack Daniel’s“ auf den Trikots auf. Auch wenn die Werbung für einen Spirituosenhersteller nicht wirklich zur Vorbildfunktion der Profisportler passt, passte der extravagante Werbepartner insgeheim perfekt zum Kultklub aus Hamburg. Übrigens fand auch das Kult-Bier „Astra“ zwischenzeitlich den Weg auf die Brust des FC St. Pauli.

Frivole Trikotwerbung: Lena Nitro lässt grüßen

Apropos Bier: Ein äußerst passendes Sponsoren konnte auch der TSV 1860 München in den 90er Jahren mit „Löwenbräu“ präsentieren. Bis heute genießt das Löwenbräu-Trikot bei den Löwen-Fans einen absoluten Kultstatus. Vielleicht auch, weil die Blauen damals ihre erfolgreichste Zeit in der Bundesliga erlebten.

Frivole Anekdoten hat die Welt des Trikotsponsorings natürlich auch einige zu bieten. Für eine davon zeichnet sich der Amateurklub SV Oberwürzbach verantwortlich, der in der Saison 2017/18 bundesweit für Aufsehen sorgte. Schließlich wurde der Verein von der bekannten Erotikdarstellerin Lena Nitro unterstützt. Als Gegenleistung zierte der Name der Berlinerin das Trikot. Gut vorstellbar, dass uns in Zukunft auch manch andere Unternehmen aus der Welt der Erotik als Trikotsponsoren im Fußball über den Weg laufen, wie beispielsweise das Sexspielzeug-Portal https://lovefreund.de/.

Werbung für Kondome: FC Homburg sorgte für Trikot-Skandal

Skandale gehören zur Geschichte des Trikotsponsorings natürlich auch dazu. Für einen der bekanntesten sorgte der FC Homburg 08 in der Bundesliga-Saison 1987/88. Das Trikot der Saarländer zierte der Name des Kondomherstellers „London Rubber Company“.

 

 

Die Werbung für die London-Kondome brachte Homburg schnell Ärger ein und der DFB sprach wegen eines Verstoßes gegen die „Ethik und Moral im Sport“ ein Verbot aus. Die "Kondom-Affäre" endete vor Gericht, wo der FC Homburg als Sieger hervorging und seine Kondom-Werbung fortsetzen durfte.

BVB mit Kippen-Werbung & legendären UHU-Trikots

Borussia Dortmund kann sich derweil in seine lange Liste an Trikotsponsoren auch mit dem einen oder anderen kuriosen Werbepartner schmücken. Wie etwa in der Spielzeit 1976/77, als der Revierklub für den niederländischen Tabakhersteller „Samson“ Trikotwerbung betrieb. Der BVB ließ sogar sein Vereinswappen anpassen und integrierte darin das Emblem der Marke, einen Löwenkopf.

Während für Zigaretten-Werbung in der heutigen Zeit kein Platz mehr in der Welt des Sports ist, ist ein anderer BVB-Werbepartner bei vielen Fans noch heute in „klebriger“ Erinnerung. Die Rede ist von „UHU“. Der deutsche Klebstoff-Riese haftete zuverlässig von 1980 bis 1983 auf der Brust der Jerseys von Borussia Dortmund zu lesen. Aufgrund des schwarzen Schriftzugs auf gelben Hintergrund war „UHU“ farblich der perfekte Werbepartner.

AC Mailand & Brighton mit sprachlichen Fehltritten

In Sachen kuriose Trikotwerbung lohnt sich natürlich auch der Blick ins Ausland, wo sich ebenfalls diverse kuriose Sponsoring-Deals ereignet haben. Ein Fehltritt leistete sich etwa der AC Mailand in der Saison 1981/82. Der italienische Spitzenklub spielte mit dem Schriftzug von „Pooh Jeans“. Das brachte der Rossoneri vor allem in England jede Menge Hohn und Spott ein. Denn im Englischen versteht man unter Pooh mit Blick auf die Toilette nichts andere als das große Geschäft.

Während sich der AC Mailand vielleicht noch mit mangelnden Englischkenntnissen aus der Nummer herausreden konnte, gilt das für Brighton & Hove Albion jedoch nicht. Immerhin bewarben die sich damals in finanzieller Schieflage befindlichen Engländer zwischen 2002 bis 2008 das Musik-Label „Skint Records“. Lustige Randnotiz: Aus dem Englischen übersetzt bedeutet „skint“ so viel wie pleite.

Atlético Madrid mit Trikotwerbung für Spider-Man & Co.

Die Spielkleidung betreffend war hingegen Atlético Madrid in der Saison 2003/04 sehr kreativ und abwechslungsreich unterwegs. Die Spanier schlossen einen Werbedeal mit „Columbia Pictures“ ab und bewarben auf ihren Trikots im Laufe der Saison stets aktuelle Kinofilme des Filmstudios.

Mit dabei waren „Spider-Man 2“, „Hellboy“, Bad Boys 2“ oder „Resident Evil 2“. Im Saisonverlauf wurden somit insgesamt 16 verschiedene Trikotdesigns gezählt. Die Werbetrommel für neue Blockbuster auf Fußballtrikots zu kurbeln ist wortwörtlich großes Kino, doch leider hat sich diese Idee nicht durchgesetzt.


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