DFB-Team mit mühevollem 2:1-Sieg über Peru - Debütant Schulz gelingt Siegtreffer

Julian Brandt besorgte für das DFB-Team den schnellen Ausgleich

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Der zweite Teil der Wiedergutmachungstour der DFB-Auswahl endet mit einem mühevollem 2:1-Sieg im Test gegen Peru. In Sinsheim betreibt die deutsche Nationalmannschaft im ersten Durchgang bei einer spielerisch ansprechenden Leistung einen Chancenwucher und kann sich bei Debütant Nico Schulz bedanken, dass dieser nach einem Durchhänger der Löw-Truppe in den zweiten 45 Minuten den späten Siegtreffer beisteuert und sich damit zugleich für seinen Patzer beim Gegentor rehabilitiert. Insgesamt liefert Deutschland ein ordentliches Spiel, mehr aber auch nicht.

Im Vergleich zum 0:0 gegen Frankreich am Donnerstag in der Nations League schickte Bundestrainer Joachim Löw eine auf fünf Positionen veränderte deutsche Startelf ins Rennen, bei der Nico Schulz vor heimischer Kulisse sein Länderspieldebüt feierte.

Zudem rückten neben dem Linksverteidiger aus Hoffenheim auch noch Marc-Andre ter Stegen, Niklas Süle, Ilkay Gündogan und Julian Brandt für Manuel Neuer, Mats Hummels, Leon Goretzka und Thomas Müller in die Anfangsformation.

Peru stellt Partie auf den Kopf - Brandt mit schnellem Ausgleich

Das Testspiel gegen Peru nahm von Beginn gleich Fahrt auf, wobei die Hausherren schnell die ton- und spielbestimmende Mannschaft war. Die ersten guten Einschussmöglichkeiten für Deutschland ließen nicht lange auf sich warten. Doch erst scheiterte Marco Reus freistehend vor Peru-Keeper Gallese (3.), bevor Matthias Ginter nach einer Kroos-Ecke ebenfalls völlig freistehend das Leder auf Gallese köpft (13.). Der spielfreudige Ex-Weltmeister agierte in der Folge weiter offensiv und drängte auf die Führung, aber wieder war es Reus, der in der 21. Minute nach einem Querpass von Timo Werner das Spielgerät aus aussichtsreicher Position neben den Kasten setzte.

Die mangelhafte Chancenverwertung wurde von den Peruanern eiskalt bestraft und Advincula stellte mit seinem Führungstreffer für die Südamerikaner in der 22. Minute die Partie auf den Kopf. Beim schnell vorgetragenen Konter der Anden-Kicker ließ der ehemalige Hoffenheimer erst Schulz nicht gut aussehen, ehe bei seinem Rechtsschuss ins kurze Eck auch DFB-Schlussmann ter Stegen keine glückliche Figur. Peru stellte den Spielverlauf auf den Kopf, doch Deutschland schüttelte sich kurz und konnte drei Minute später den Ausgleich bejubeln. Nach Zuspiel von Toni Kroos behielt Julian Brandt die Nerven und hob das Leder gefühlvoll zum schnellen und hochverdienten Ausgleich in die Maschen.

DFB-Team lässt weitere Chancen liegen

Danach entwickelte sich zwischen den Adlerträgern und der Blanquirroja ein offener Schlagabtausch. Die DFB-Abwehr wackelte bei Kontern, aber auch der Defensivverbund der Peruaner stand alles andere als sattelfest. Nach jeweils starken Spielzügen scheiterten aber Werner (35.) und Gündogan (38.), sodass es nach chancenreichen, unterhaltsamen und kurzweiligen 45 Minuten, in denen Peru sich nicht versteckte, mit 1:1 in die Pause ging.

Deutschland mit Durchhänger nach Wiederanpfiff

Bayer-Youngster Kai Havertz debürtierte für Deutschland im Test mit Peru

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Nach Wiederanpfiff traten die Gäste mutiger auf und gewann mehr Spielanteile gegen die Löw-Truppe, die sich zunächst einen kleinen Durchhänger leistete. Und Peru schnupperte gleich zweimal intensiv an der erneuten Führung, doch sowohl Raul Ruidiaz (55.), dessen Kopfball ter Stegen entschärfen konnte, und der Ex-Schalker Jefferson Farfan (58.), der freistehend den Ball über den DFB-Kasten jagte, konnten zwei Top-Chancen nicht nutzen. Auch die deutsche Elf, die im Vergleich zu den ersten 45 Minuten aber eine schwächere Leistung ablieferte, kam zu einigen vielversprechende Möglichkeiten. Die beste eröffnete sich Werner (55.), der eine starke Brandt-Vorlagen nicht aufs Tor brachte.

Es waren aber nun vermehrt Konzentrationsschwächen im deutschen Aufbauspiel zu sehen. Insgesamt war das Offensivspiel nicht mehr so strukturiert und ansehnlich wie in der ersten Hälfte. „In der zweiten Halbzeit hat einiges nicht mehr so gestimmt – wie die Raumaufteilung. Dann hatten wir einige Ballverlust. Die Balance stimmt noch nicht zu 100 Prozent“, fasste Löw nach der Partie bei „RTL“ zusammen, wobei der Spielfluss auch durch einige Wechsel gehemmt wurde.

Debütant Schulz mit spätem Siegtreffer

Dass es aber dennoch mit einem Sieg für Deutschland gegen Peru glückte, war einem Duseltreffer von Nico Schulz zu verdanken (85.). Nach einem Pass des eingewechselten Nils Petersen landete der Ball beim Debütanten, dessen eigentlich haltbarer Linksschuss von Torwart Gallese nicht festgehalten werden konnte und so über die Linie kullerte. Damit hat der 25-Jährige seinen Fehler beim Führungstreffer der Rot-Weißen wieder gerade gebügelt. „Es ist toll, für die Nationalmannschaft zu spielen. Mein Tor war etwas glücklich. Ich kann den Ball beim Gegentor direkt wegschlagen. Das war sicher ein bisschen ärgerlich. Mir hat die Länderspielwoche gut gefallen. Die Jungs haben mich gut empfangen. Aber auf dem Platz gibt es noch einiges zu verbessern“, ließ Schulz im Anschluss wissen.

Mit Thilo Kehrer und Kai Havertz, die beide in der Schlussphase eingewechselt wurden, feierten noch zwei weitere Akteure auf deutscher Seite ihr Länderspieldebüt.

Für Deutschland geht es im Oktober im Rahmen der Nations League mit den beiden schweren Gastspielen in den Niederlanden (13.10.) und drei Tage später in Paris gegen Frankreich weiter. Der Weltmeister behielt am Sonntagabend am 2. Spieltag mit 2:1 gegen Oranje die Oberhand.

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