Alle Sieger der DFB-Hallenmasters

Alle Sieger des DFB-Hallenmasters

Bildquelle: btr [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

In den 1990iger Jahren hatte der Hallenfußball in Deutschland seine Blütezeit. Schnelles Spiel, viele Tore und Bundesligastars zum Anfassen: Der Hallenzauber erfreute sich großer Beliebtheit und war ideal, um die ligalose Zeit während der Winterpause zu überbrücken. Zwischen 1988 bis 2001 wurde jährlich der deutsche Hallenmeister offiziell gekürt. Während der FC Bayern bei den Hallenmasters ohne Titel blieb, trumpft der BVB umso mehr auf. Sport-90 zeigt alle Sieger der DFB-Hallenmasters bzw. des DFB-Hallenpokals!

Während in der Bundesliga der Ball in der Winterpause ruhte, ging es in den Hallen der Republik mächtig zur Sache! Bis zu 18 Turniere wurden verteilt auf die ganze Republik während eines Winters absolviert, die meist ein oder zwei Tage andauerten und im Fernsehen live übertragen wurden.

DFB-Hallenpokal als Fußball-Highlight der Winterpause

Die Krönung war der DFB-Hallenpokal, der zwischen 1988 bis 1997 noch als die DFB-Hallenmasters ausgetragen wurde. In den Jahren 1998 bis 2001 lief das Turnier unter dem Namen DFB-Hallenpokal.

Um sich ein Startplatz für das lange Zeit sehr populäre Fußball-Hallenturnier zu ergattern, mussten die Teams im Vorfeld an Qualifikationsturnieren teilnehmen, die unterschiedlich gewichtet waren. Auch wenn der Quali-Modus mit seinem Punktesystem kompliziert und etwas undurchsichtig war, sorgte er dafür, dass beim jährlichen Hallen-Highlight ein buntes, attraktives Teilnehmerfeld an den Start ging.

HSV krönt sich zum ersten Hallen-Champion

Denn bei den DFB-Hallenmasters waren längst nicht nur Profimannschaften aus der Bundesliga und 2. Liga vertreten. Denn regelmäßig konnten sich auch Teams aus den unteren Spielklassen und Amateurbereich für die DFB-Hallenmasters / DFB-Hallenpokal qualifizieren, welches ab 1989 ausschließlich in Dortmund oder München über die Bühne ging.

Im Laufe der Jahre wechselte der Modus und die Anzahl der Mannschaften zwar immer wieder, aber grundsätzlich gab es zunächst eine Gruppenphase, ehe der Titelträger im K.o.-Modus ausgespielt wurde. Das sah bei der allerersten inoffiziellen Hallenmeisterschaft 1987 noch anders aus. Das Turnier wurde von der Bild-Zeitung organisiert und insgesamt gingen nur vier Teams in Stuttgart an den Start. Erster inoffizieller deutschen Hallenmeister im Fußball wurde Hamburger SV, der das Finale mit 3:1 gegen den VfB Stuttgart gewann.

 

 

Eine Übersicht zu den ehemaligen Klubs der 2. Bundesliga:

 

Saison Gewinner Zweiter Ergebnis Finalort
1987 Hamburger SV VfB Stuttgart 3:1 Stuttgart
1988 Bayer Uerdingen Eintracht Frankfurt 5:3 Frankfurt
1989 Werder Bremen VfB Stuttgart 6:3 Dortmund
1990 Borussia Dortmund Bayer Uerdingen 5:3 Dortmund
1991 Borussia Dortmund Werder Bremen 8:7 n. N. Dortmund
1992 Borussia Dortmund VfL Bochum 2:1 München
1993 1. FC Köln VfB Stuttgart 2:1 München
1994 Bayer Leverkusen 1. FC Köln 5:1 Dortmund
1995 Karlsruher SC Bayer Leverkusen 6:3 München
1996 TSV 1860 München Hamburger SV 6:3 Dortmund
1997 1. FC Kaiserslautern FC Bayern München 3:1 München
1998 Hansa Rostock FC Schalke 04 4:3 München
1999 Borussia Dortmund VfL Wolfsburg 2:1 Dortmund
2000 SpVgg Greuther Fürth Borussia Mönchengladbach 2:0 * München
2001 SpVgg Unterhaching Werder Bremen 6:5 n. N. Dortmund

DFB-Hallenmasters: Bayer Uerdingen als Debütsieger - BVB als Seriensieger

Der DFB fasste daraufhin den Entschluss, einen eigenständigen Hallenwettbewerb ins Leben zu rufen. Die DFB-Hallenmasters waren geboren und feierten 1988 ihre Premiere in Frankfurt. Bayer 05 Uerdingen, damals noch Bundesligist, war der Debütsieger und triumphierte mit 5:3 im Endspiel über Eintracht Frankfurt.

Nachdem Werder Bremen 1989 durch einen 6:3-Finalsieg gegen den VfB Stuttgart deutscher Hallenmeister wurde, begann die Dominanz des BVB. Dreimal in Folge konnte Borussia Dortmund das Finalturnier zu seinen Gunsten entscheiden! 1990 setzten sich die Schwarz-Gelben im Endspiel gegen Bayer 05 Uerdingen durch (5:3), 1991 entschied man das entscheidende Duell gegen Werder Bremen im Neunmeterschießen, ehe der BVB 1992 durch einen knappen 2:1-Endspielsieg gegen den VfL Bochum den Titel-Hattrick bei den DFB-Hallenmasters perfekt machte.

BVB ist Hallen-Rekordmeister und einziger Mehrfachsieger

1999 wurde Borussia Dortmund zum vierten Mal Hallen-Champion (2:1 im Finale gegen VfL Wolfsburg). Damit ist der Revierklub nicht nur Rekordmeister beim DFB-Hallenpokal, sondern zugleich auch das einzige Team, dass den Titel überhaupt mehrfach gewinnen konnte. Die insgesamt 15 Austragungen (inklusive 1987) des Hallenpokals brachte somit zwölf verschiedene Sieger zum Vorschein.

 

 

Darunter u.a. Klubs wie den 1. FC Köln (1993), Bayer Leverkusen (1994), 1860 München (1996), Hansa Rostock (1998) oder die SpVgg Greuther Fürth (2000). Letztere haben den Titel übrigens am Grünen Tisch gewonnen. Denn nach der eigentlich verlorenen Finalpartie gegen Borussia Mönchengladbach (2:3) wurde Gladbachs Quido Lanzaat nachträglich des Dopings überführt. Als letzte Mannschaft konnte sich die SpVgg Unterhaching 2001 den Titel beim DFB-Hallenpokal schnappen. Haching bewies im Endspiel gegen Werder Bremen beim Neunmeterschießen die besseren Nerven.

FC Bayern München beim Hallenpokal ohne Titel

Der erfolgsverwöhnte FC Bayern München konnte hingegen in den 15 Jahren keinen Hallentitel abräumen. Das beste Abschneiden datiert aus dem Winter 1997, als die Münchner das Finale erreichten. Dort mussten sich die Bayern allerdings dem 1. FC Kaiserslautern mit 1:3 geschlagen geben.

Allerdings muss erwähnt werden, dass der deutsche Rekordmeister bei seinen Hallen-Auftritten meist nur mit der zweiten oder dritten Garde auflief. Viele andere Teams hielten es ähnlich, da die Verletzungsgefahr beim Hallenfußball, der stets auf Kunstrasen gespielt wurde, höher war und die Indoor-Veranstaltungen keinen hohen Stellenwert genoss.

Höhere Siegprämien als Bremsklotz des Hallenfußballs

Der DFB versuchte zwar mit einer Erhöhung der Siegprämien dagegen zusteuern, was sich letztlich aber negativ auf den Spielfluss auswirkte. Denn durch den höheren finanziellen Druck blieb auch die einstige spielerische Leichtigkeit, die den Hallenfußball in den ersten Jahren noch auszeichnete und so beliebt machte, auf der Strecke. Vor allem in der K.o.-Phase und insbesondere im Finale wurde immer stärker taktiert, sodass torreiche Begegnungen mehr und mehr Mangelware wurden.

Als dann auch noch die Winterpause in der Bundesliga verkürzt und der Terminkalender - nicht zuletzt auch durch die zunehmende Vermarktung des Fußballs - der Profiklubs immer voller wurde, stampfte der DFB den organsierten Budenzauber endgültig ein. Für viele Fußball-Fans ist der DFB-Hallenpokal aber dennoch bis heute ein liebgewonnenes Relikt, an welches man sich gerne zurückerinnert. Das in Zukunft die DFB-Hallenmasters noch einmal ihr Comeback feiern, ist nicht zu erwarten.


Werbung