Werbung


casino bonus ohne einzahlung

Werbung
Werbung


online casino schnelle auszahlung

Werbung


Interessante Tipps


Ailton: Der legendäre Kugelblitz von Werder Bremen im Porträt

Porträt über Ailton

Bildquelle: Andreas Nowak [CC BY-SA 0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Bei Werder Bremen sorgte Ailton Anfang des Jahrtausends auf und neben dem Platz für mächtig Furore. Der exzentrische Torjäger holte mit den Grün-Weißen 2004 das Double und genießt bis heute einen absoluten Kultstatus. Doch nach seiner erfolgreichen Zeit in Bremen mutierte Ailton zu einem Weltenbummler, wurde von Geldproblemen geplagt und war in diversen TV-Shows zu sehen. Sport-90 zeichnet im Ailton Porträt die wilde Karriere des Brasilianers nach.

Bremen-Legende Ailton, der 2014 seine Karriere beendete, war ein außer- wie ungewöhnlicher Stürmer. Denn er war vergleichsmäßig klein (1,78 Meter), immer leicht übergewichtig, dafür aber trotzdem ungemein schnell, kraftvoll, technisch versiert und mit einem echten Torjägerinstinkt ausgestattet.

Werder Bremen holt Ailton 1998 aus Mexiko

Der brasilianische Knipser stand stets richtig, traf aus allen Lagen und Situationen und bekam aufgrund seiner Statur den passenden Spitznamen „Kugelblitz“ verpasst. Als Fußballer war Ailton ein unerklärliches Phänomen, dass bei Werder Bremen seinen großen Durchbruch feierte. An der Weser war die Frohnatur aber auch absoluter Publikumsliebling und als Spaßvogel bekannt.

Der SV Werder verpflichtete Ailton, der am 19. Juli 1974 im brasilianischen Paraiba geboren wurde und mit vollständigen Namen Ailton Goncalves da Silva heißt, im Herbst 1998. Zuvor kickte der Angreifer für mehrere Klubs in Brasilien sowie für den mexikanischen Klub Tigres UANL. Im Alter von 24 Jahren wagte Ailton den Sprung nach Deutschland und heuerte in Bremen an, die 2,7 Millionen Euro Ablöse zahlten.

Ailton: Probleme mit Felix Magath - Durchbruch unter Thomas Schaaf

Seine erste Saison beim SV Werder Bremen verlief noch etwas holprig. Ailton hatte auf dem neuen Kontinent mit Anpassungsproblemen zu kämpfen und als etwas korpulenter Stürmer keinen leichten Stand unter dem damaligen Werder-Trainer Felix Magath. Aus Sicht von Ailton, der schnell als übergewichtiger Transferflop abgestempelt wurde, war es ein Glücksfall, dass es in Bremen kurz vor dem Ende der Saison 1998/99 zur Trainerentlassung von Magath kam.

Thomas Schaaf übernahm den Trainerposten bei den Grün-Weißen und unter Schaaf startete Ailton so richtig durch. Das lässt sich auch mit seiner Torausbeute in der Bundesliga belegen, die sich sukzessive erhöhte.

FC Bayern mit Interesse - Ailton schießt Werder Bremen zur Meisterschaft

Nach mageren zwei Toren (in 12 Spielen) in seiner Debütsaison steuerte Ailton in der folgenden Saison zwölf Tore (plus zehn Vorlagen) bei. In der Spielzeit 2000/01 waren es dann 14 Ligatreffer, in den nächsten zwei Jahren netzte der sympathische Kugelblitz jeweils 16 Mal ein. Ailton stand im Sommer 2003 auch bei Bayern München auf dem Zettel, doch die FC Bayern Transfergerüchte erhärteten sich nicht und die Münchner verpflichteten Roy Makaay.

Dann kam die unvergessene Saison 2003/04, in der Ailton zu absoluter Höchstform auflaufen sollte und die stärkste Saison seiner Karriere hinlegte. Am überraschenden Gewinn der Deutschen Meisterschaft von Werder Bremen hatte Ailton mit satten 28 Bundesliga-Toren maßgeblichen Anteil. So oft hatte seit Karl-Heinz Rummenigge 1981 für den FC Bayern (29 Tore) kein Spieler mehr im deutschen Fußball-Oberhaus getroffen. Natürlich wurde Ailton auch Bundesliga Torschützenkönig - vor Makaay (23) und Martin Max (20) von Hansa Rostock.

Pokalsieg, Auszeichnung & überstürzter Wechsel zum FC Schalke

Doch damit nicht genug. Werder Bremen räumte 2004 auch noch den DFB-Pokal ab. Beim 3:2-Finalsieg gegen Alemannia Aachen im Berliner Olympiastadion ging Ailton zwar leer aus, doch insgesamt glückten ihm sechs Pokaltreffer. Für seine herausragenden Saisonleistungen wurde Ailton auch 2004 als erster Ausländer zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt.

 

 

Das Pokalfinale sollte zugleich sein letztes seiner insgesamt 214 Pflichtspiele (106 Tore) im Werder-Trikot sein. Denn Ailton wechselte im Sommer 2004 ablösefrei zum FC Schalke. Die Knappen hatten die Verpflichtung des Bremen-Stars schon frühzeitig eingetütet und köderten den Goalgetter mit einer Gehaltsverdopplung in die Veltins-Arena. Eine überstürzte Entscheidung, unterzeichnete Ailton doch bereits drei Tage nach der ersten Kontaktaufnahme einen Vorvertrag auf Schalke.

Ailton überzeugt auch beim FC Schalke

Den Wechsel vom Double-Sieger Werder Bremen zum Siebtplatzierten FC Schalke konnten viele nicht nachvollziehen. Es dürften primär monetäre Gründe gewesen sein, warum Ailton den Entschluss fasste, Bremen nach sechs Jahren und unter Tränen den Rücken zu kehren. Der Ort, wo ihm die Fans zu Füßen lagen und er längst zum Idol avancierte.

Doch nicht nur finanziell, sondern auch sportlich sollte sich für den damals 31-jährigen Ailton das königsblaue Engagement nicht als der schlechteste Karriereschritt herausstellen. Denn auch für den FC Schalke 04 traf er. Genauer gesagt waren es in der Saison 2004/05 wettbewerbsübergreifend 20 Treffer, womit er Top-Torschütze des Klubs wurde.

Schalke-Abschied nach 1 Jahr: Ailton landet bei Besiktas

Mit dem FC Schalke 04 wurde Ailton vor seinem Ex-Klub Bremen Vizemeister, erreichte das Pokalfinale (1:2-Pleite gegen Bayern) und gewann den längst vergessenen UI-Cup. Im Endspiel gegen Slovan Liberec markierte Ailton im Hin- und Rückspiel jeweils eine Bude (2:1, 1:0).

Auf dem Platz lief es gut für Ailton, doch das Verhältnis zu den S04-Verantwortlichen war angespannt. Nach nur einem Jahr wollte Ailton den Revierklub verlassen und tat es auch. Schalke akzeptierte ein Angebot von Besiktas Istanbul, die 3,5 Millionen Euro für den Kugelblitz locker machten.

Besiktas-Wechsel als großer Fehler - Ailton mutiert zum Wandervogel

Der Wechsel zu Besiktas Istanbul, wo er den abgewanderte John Carew ersetzen sollte, war nach eigener Aussage von Ailton der größte Fehler seiner Karriere gewesen. Beim Traditionsklub aus der Süper Lig wurde Ailton zu keinem Zeitpunkt glücklich und von Heimweh geplagt. Bereits nach sechs Monaten trennten sich die Wege. Ailton mutierte zum Weltenbummler und wechselte in der Folge die Arbeitgeber im Halbjahres-Takt.

 

 

Vom Bosporus ging es zum HSV, ein halbes Jahr später zu Roter Stern Belgrad nach Serbien, wo Ailton noch einmal Meister wurde. Anschließend machte er Station bei den Grasshoppers Zürich in der Schweiz, dann beim MSV Duisburg, ehe ein Abstecher in die Ukraine zu Metalurg Donezk und zum SCR Altach nach Österreich folgte. Danach ging es für Ailton kurz in die brasilianische Heimat zu Campinense-PB, dann weiter nach China (CQ Lifan) und mal wieder nach Deutschland.

100.000 Euro pro Monat für Klamotten: Ailton verprasste sein Geld

Hier kam Ailton im Dezember 2019 erst beim KFC Uerdingen in der Landesliga unter, ehe es ihn kurzzeitig zum Regionalligisten FC Oberneuland in die Nähe seines geliebten Bremens zog. Nach einem weiteren Intermezzo in Brasilien (Rio Branco) landete der Wandervogel Ailton 2012 schließlich bei Hassia Bingen in der Oberliga. Hier beendete der legendäre Kugelblitz Anfang 2014 im Alter von 40 Jahren und nach 22 Klubs in 21 Jahren seine aktive Karriere.

Für die vielen und vor allem schnellen Vereinswechsel von Ailton gab es zwei Hauptgründe. Erstens hatte Ailton immer wieder Heimweh. Entweder nach seiner Heimat Brasilien oder Deutschland. Anderswo fühlte er sich nie wohl und brachte das auch mit divenhaften Verhalten (etwa verspätete Rückkehr aus dem Urlaub) zum Ausdruck. Zweitens hatte Ailton immer wieder Geldprobleme. Der einstige Top-Stürmer gab zu, sein ganzes Gehalt immer wieder direkt verpulvert zu haben. Allein für Klamotten habe er auf dem Höhepunkt seiner Karriere jeden Monat 100.000 Euro ausgegeben. Seiner aus Mexiko stammenden Frau Rosaria habe er dagegen in seiner Meister-Saison mit Werder Bremen nach jedem Tor ein kostspieliges Schmuckstück geschenkt.

Ailton als TV-Reality-Star & wohnhaft in Dallas

Schlechte Berater und ein falscher Einfluss taten ihr übriges, sodass Ailton in finanzielle Schieflage geriet. Auch deshalb war Ailton in zahlreichen deutschen TV-Shows zu sehen. Angefangen vom Dschungelcamp „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus“ über die Wok-WM oder Autoball-WM bis hin zu „Let’s Dance“.

Und was macht Ailton heute? Mittlerweile lebt er mit seiner Frau und den vier gemeinsamen Kindern in den USA in Dallas und führt ein glückliches Leben. Er ist schon seit längerer Zeit Besitzer einer Pferderanch in Brasilien und ist an einer Baufirma beteiligt.

Ailton Sprüche: „Ailton auswechseln - immer Fehler“

In Deutschland hat sich die Fußballlegende Ailton nicht nur als fußballerische Kultfigur unvergessen gemacht. Denn auch seine Interviews und Aussagen, in denen er mit Vorliebe in der 3. Person über sich spricht, sind absolut legendär. Beispiele gefällig? „Ailton auswechseln - immer Fehler“, „Ein Schuss. Ein Tor. Das Ailton!“ oder „So isse Ailton, müsse immer Tore schieße“.

Und dass er das konnte, zeigt auch die ewige Liste der erfolgreichsten ausländischen Torschützen der Bundesliga. Denn in diesem Ranking belegt Ailton mit 106 Toren (218 Spiele) den 5. Platz. Lediglich Robert Lewandowski (310 Tore), Claudio Pizarro (197), Giovane Elber (133) und Vedad Ibisevic (127) trafen in der Bundesliga-Historie noch häufiger.


Werbung