Transfer Klassiker: Roy Makaay - Der Wechsel vom „Phantom“ zum FC Bayern

Torjäger Roy Makaay traf beim FC Bayern wie am Fließband

Bildquelle: Knurftendans [CC BY-SA 0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Im Sommer 2003 hat der FC Bayern München mit der Verpflichtung von Roy Makaay seinen absoluten Wunschspieler bekommen. Für die Dienste des Torjäger zahlten die Bayern nach einem zähen Verhandlungspoker mit Deportivo La Coruna die klubinterne Rekordablöse von fast 20 Millionen Euro. Gut investiertes Geld, denn der Niederländer erwies sich als Volltreffer und traf auch in München wie am Fließband. In unserer Rubrik Transfer Klassiker gehen wir auf eine kleine Zeitreise und schildern den Wechsel vom „Phantom“ Makaay zu Bayern.

National konnte dem FC Bayern in der Saison 2002/03 zwar keiner das Wasser reichen und man wurde mit 16 Punkten Vorsprung auf den VfB Stuttgart souverän Deutscher Meister. Zudem wurde auch der DFB-Pokal abgeräumt. Doch in der Champions League ereilte die erfolgsverwöhnten Münchner bereits in der Gruppenphase das vorzeitige Aus.

Makaay schießt sich in Bayern-Fokus

Daran hatte auch ein gewisser Roy Makaay großen Anteil. Denn der Mittelstürmer von Deportivo La Coruna erzielte in beiden siegreichen Aufeinandertreffen mit dem FCB vier Tore, drei davon in München. Mit seinen starken Auftritte hinterließ Makaay gewaltigen Eindruck bei den Bayern-Bossen, sodass der Torjäger schnell zum absoluten Wunschspieler für die nächste Saison avancierte. Zumal es der Niederländer auch in der Primera Division ordentlich krachen ließ und mit 29 Treffern Torschützenkönig wurde.

Bayerns schwerer Makaay-Poker mit La Coruna

Zwar buhlten auch der FC Barcelona und FC Valencia um den Torjäger vom Dienst, aber das Interesse der Münchner war am konkretesten. „Am Ende waren sie der einzige Klub, der die Ablöseforderungen stemmen konnte oder wollte“, erinnerte sich Makaay 2017 in einem Interview mit „Spox“. Doch der Weg zum deutschen Rekordmeister war steinig, da sich Deportivo La Coruna als harter Verhandlungspartner erwies. Wochenlang wurde um die Ablöse gefeilscht und die Galicier ärgerten die Bayern, als sie Makaay überraschend für die Qualifikation zur Champions League meldeten. Eine erfolgreiche Maßnahme. Der unter Druck stehende FC Bayern besserte sein ursprüngliches Angebot in Höhe von 16 Millionen Euro noch einmal deutlich nach und legte 18,7 Millionen Euro auf den Tisch. Die Ablöse erhöhte sich durch Nachzahlungsprämien auf 19,8 Millionen Euro. Damit war Roy Makaay der teuerste Neuzugang der Bundesligageschichte und die Bayern konnten die Verpflichtung ihres absoluten Wunschspielers endlich offiziell eintüten.

Makaay kommt - Elber geht

Noch bevor die letzten Details im Wechseltheater geklärt waren, trainierte der damals 28-Jährige bereits in München unter Erfolgstrainer Ottmar Hitzfeld. Mit der Ankunft von Makaay, war zugleich auch der Abgang von Giovane Elber besiegelt, der für 4,5 Millionen Euro zu Olympique Lyon transferiert wurde. Die großen Fußstapfen von Elber wusste Makaay aber schnell auszufüllen.

Allein in seiner ersten von insgesamt vier Saisons im Bayern-Trikot mit der Nummer 10 knipste der Rechtsfuß in der Bundesliga 23 Mal. Aber für die erfolgreiche Titelverteidigung sollte es dennoch nicht reichen - Werder Bremen schnappte sich die Schale.

Makaay und sein Spitzname „Phantom“

Auf dem Feld war Roy Makaay allerdings nur selten am Ball zu sehen, dafür aber ein eiskalter Vollstrecker. Daher bekam der Publikumsliebling schnell den Spitznamen „das Phantom“ verpasst. Ohnehin war die Spielweise des schnellen Angreifers zweckmäßig und schnörkellos. Trotz guter Technik verzichtete er auf Tricks. Vielmehr waren sein außerordentlich guter Riecher für den freien Raum und Gedankenschnelle seine große Stärke. Gepaart mit einem kraftvollen und präzisen Schuss.

Die meisten Treffer markierte Makaay innerhalb des 16ers, was auch seiner außergewöhnlichen Antizipation, Situationen früher als andere zu erkennen, zu verdanken war. Aber Makaay, der frei von Starallüren war, war auch ein ausgesprochener Teamplayer. Nicht umsonst sammelte der Knipser in seinem zweiten Bayern-Jahr 13 Assists und war damit Vorlagenkönig. Zudem netzte er noch 22 Mal in der Bundesliga ein und gewann 2004/05 im zweiten Anlauf die Meisterschaft mit Bayern München sowie den DFB-Pokal, wo er beim 2:1-Sieg im Endspiel gegen den FC Schalke einmal traf.

Makaay: Rekordtor in der Champions League

In der Folgesaison holte Roy Makaay mit dem FCB erneut das nationale Double. Auf internationaler Bühne war hingegen wie schon in den Vorjahren erneut vorzeitig Endstation und die Bayern scheiterten bereits im Achtelfinale. Über das Viertelfinale sollte der niederländische Nationalspieler mit den Münchner in der Champions League nie hinauskommen, wie auch in seiner letzten Spielzeit. Dennoch sorgte Makaay in der Königsklasse für Aufsehen, als er am 7. März 2007 im Achtelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid nach 10,03 Sekunden (!) traf und damit bis heute Rekordträger für das schnellste, jemals in der Königsklasse erzielte Tor ist. In der Runde der letzten Acht zogen die Bayern allerdings gegen den AC Mailand den Kürzeren. Doch auch national schwächelten die Bayern und wurden nur Vierter. Zu allem Überfluss gab es im DFB-Pokal bereits im Viertelfinale eine blamable 1:2-Niederlage bei Alemannia Aachen.

Bayern holt Klose & Toni - Makaay verabschiedet sich vorzeitig

Somit blieb Roy Makaay ohne Titel in seiner letzten Bayern-Saison, denn im Sommer 2007 fasste er den Entschluss, das Kapitel FC Bayern und trotz gültigen Vertrags vorzeitig zu beenden. Schließlich hatten die Münchner für die nächste Saison die beiden Top-Stürmer Miroslav Klose und Luca Toni verpflichtet. Der damals 32-Jährige zog die Konsequenz und verabschiedete sich mit einer eindrucksvollen Quote von 78 Toren und 26 Vorlagen in 129 Ligaspielen aus München. Insgesamt erzielte er in 185 Pflichtspielen 103 Tore (35 Vorlagen).

Der FC Bayern ließ Makaay für 5 Millionen Euro Ablöse in seine Heimat ziehen, wo er bis zu seinem Karriereende 2010 noch für Feyenoord Rotterdam auf Torejagd ging. Feyenoord blieb er anschließend und bis heute (Stand Dezember 2018) als Jugendtrainer erhalten.