Wechsel von Rudi Völler von Werder Bremen zum AS Rom

Transfer Klassiker: Rudi Völler 1987 von Werder Bremen zu AS Rom

Bildquelle: Fuguito [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Rudi Völler zählt zu den besten Stürmern, die der deutsche Fußball jemals hervorbrachte. In Werder Bremen zu einem echten Superstar gereift, zog es den Torjäger 1987 von der Weser in die Ewige Stadt. Er heuerte bei der AS Rom an. In unserer Rubrik Transfer Klassiker erinnern wir an den Wechsel und rufen die Erfolge von „Tante Käthe“ während seiner Roma-Zeit in Erinnerung.

Als sich Werder Bremen im Sommer 1982 die Dienste von Rudi Völler sicherte und den Angreifer vom TSV 1860 München in den hohen Norden köderte, glückte den Grün-Weißen ein echter Volltreffer. Der damals 22-Jährige avancierte in Bremen auf Anhieb zum Publikumsliebling und wurde in seiner ersten Saison im SVW-Trikot mit 23 Treffern Torschützenkönig der Bundesliga. Unter SVW-Trainerlegende Otto Rehhagel reifte Völler schnell zu einem absoluten Top-Stürmer und Nationalspieler. Zwar konnte Völler mit Werder keine Titel gewinnen, aber in der Bundesliga reichte es immerhin zu drei Vizemeisterschaften innerhalb von fünf Jahren.

AS Rom schnappt sich Völler für 7,5 D-Mark

Doch nach der Saison 1986/87 endete die erfolgreiche Liaison zwischen Rudi Völler und Werder Bremen. Nach 119 Toren in 174 Pflichtspielen wollte der damals 27-Jährige ein neues Abenteuer annehmen, welches er in der schillernden Serie A fand, die zu der damaligen Zeit die beste und attraktivste Liga der Welt war. Denn im Sommer 1987 klopfte die AS Rom beim DFB-Akteur an und überzeugte ihn von einem Wechsel in die Ewige Stadt.

Die Giallorossi blättere 7,5 Millionen D-Mark (ca. 3,75 Mio. Euro) Ablöse für Rudi Völler hin und auch in seiner neuen sportlichen Heimat wurde der Lockenkopf schnell zum Publikumsliebling und Hoffnungsträger. Nach einer für ihn enttäuschenden Debüt-Saison, in der ihm in 21 Ligaspielen nur drei Treffer glückten, lief es in der folgenden Spielzeit dann deutlich besser. Völler war mit zehn Toren bester Schütze seines Teams, was in der Serie A aber nicht über den 8. Platz hinausgekommen ist.

1990/91: Völlers beste Saison mit der AS Rom

Völler konnte aber seinen Status als Leistungsträger auch in den folgenden Saisons untermauern und wusste regelmäßig mit guten Leistungen und seiner Treffsicherheit zu überzeugen. 1989/90 markierte der Torjäger 14 Buden in der italienischen Meisterschaft, was zugleich seine persönliche Bestmarke darstellte. Damit reihte er sich in der Torschützenliste der Serie A, die in dieser Spielzeit von klangvollen Namen wie Marco van Basten, Roberto Baggio oder Diego Maradona angeführt wurde, auf den 5. Platz ein. Die AS Rom wurde hingegen Sechster und Völler im Sommer 1990 mit Deutschland ausgerechnet in Italien Weltmeister.

 

 

Die Saison 1990/91 sollte die erfolgreichste für Völler mit der AS Rom werden. Zwar wurde die Giallorossi in der Meisterschaft, in der der Mittelstürmer zehn Tore verbuchte, nur Neunter. Dafür lief es im Pokal und UEFA-Cup (dem Vorläufer der Europa League) umso besser. Die Roma gewann die Coppa Italia, auch dank zweier Treffer von Völler im Finale gegen Sampdoria Genua, das mit Hin- und Rückspiel ausgetragen wurde. Darüber hinaus erreichte der Klub das Finale im UEFA-Cup, wo man sich im rein italienischen Duell allerdings Inter Mailand geschlagen geben musste. Jedoch hatte Völler mit zehn Toren maßgeblichen Anteil am Erreichen des Endspiels.

Von Rom nach Marseille und auf den Fußball-Thron

Die Spielzeit 1991/92 sollte dann die letzte für den Rechtsfuß in Diensten der AS Rom werden. Die Abschiedssaison war aber nicht gerade von Erfolg gekrönt. Völler traf wettbewerbsübergreifend in 37 Partien nur siebenmal und der Hauptstadtklub wurde Fünfter.

Nach fünf Jahren bei der Roma, wo er mit dem italienischen Pokal immerhin eine Trophäe gewinnen und eine ordentliche Quote von 68 Toren in 198 Spielen vorweisen konnte, schloss sich Rudi Völler Olympique Marseille an. In der französischen Hafenstadt sollte er gleich im ersten Jahr seinen größten sportlichen Erfolg auf Vereinsbasis schaffen. Denn mit Marseille gewann er 1993 die erste Ausgabe der neu geschaffenen Champions League, die den Europapokal der Landesmeister ablöste.

Zwei Saisons schnürte Völler seine Schuhe für Olympique Marseille (69 Spiele / 28 Tore), ehe er im Spätherbst seiner Karriere 1994 zurück nach Deutschland wechselte und bei Bayer 04 Leverkusen unterschrieb. Im Sommer 1996 beendete der Sympathieträger und spätere DFB-Trainer seine Karriere als Profifußballer im Alter von 36 Jahren.

Nach 25 Tagen Schluss: Völler erlebt Chaos-Tage als Roma-Trainer

Die Wege von Rudi Völler und AS Rom sollten sich aber noch einmal kreuzen. Im August 2004 und kurz nach seinem Abschied als deutscher Nationaltrainer wurde Völler kurzerhand als Trainer und „Retter in der Not“ verpflichtet. Er unterschrieb einen Einjahresvertrag, der mit 2,6 Millionen Euro dotiert war. Aber schon nach 25 Tagen hatte Völler, der von den Roma-Fans begeistert empfangen wurde, die Zusammenarbeit für beendet erklärt.

Er fand eine undisziplinierte Mannschaft vor, die völlig außer Form war und zahlreiche verletzte Stars hatte (u.a. Francesco Totti). Nach gerade einmal fünf Spielen (nur ein Sieg) schmiss der glücklose Völler das Handtuch. Anschließend übernahm Völler den Manager-Posten bei Bayer Leverkusen, den er bis heute innehat.


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