Fredi Bobic erfolgreich als Spieler und Funktionär

Porträt über Fredi Bobic

Bildquelle: Sven Mandel [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Europameister, Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger und Bundesliga Torschützenkönig: Fredi Bobic hat in seiner aktiven Karriere als Stürmer einige Erfolge vorzuweisen. Vor allem beim VfB Stuttgart in den 1990er Jahren glänzte der Torjäger als Mitglied des „magischen Dreiecks“. Sport-90 dreht die Zeit zurück und wirft einen Blick auf die Karriere von Fredi Bobic. Aber auch nach seiner Sportlerlaufbahn feierte er einige Erfolge.

Fredi Bobic, der als Sohn einer kroatischen Mutter und slowenischen Vaters am 30. Oktober 1971 in Maribor geboren wurde, erlernte in der Jugendabteilung der Stuttgarter Kickers das Fußballspielen. Nachdem er zwischen 1990 und 1992 zwei Jahre seine ersten Meriten für den TSF Ditzingen in der Oberliga Baden-Württemberg verdiente, kehrte Bobic zu den Kickers zurück. Für den damaligen Zweitligisten feierte der Angreifer im Juli 1992 im Alter von 20 Jahren sein Profidebüt.

Unvergessen: Bobic und das „Magische Dreieck“ beim VfB Stuttgart

Von dort aus ging es weiter bergauf. Bobic, dessen Vorbilder in jungen Jahren Hansi Müller und Marco van Basten waren, markierte innerhalb von zwei Jahren 26 Treffer für die Stuttgarter Kickers. Der große Lokalrivalen VfB Stuttgart wurde aufmerksam. 1994 köderte der VfB den Vollstrecker in die Bundesliga und verpflichtete ihn für 600.000 Euro. Der Bobic-Transfer erwies sich als echter Glücksgriff - für beide Seiten.

Für die Schwaben legte Fredi Bobic einen regelrechten Traumstart hin, so erzielte er an den ersten fünf Bundesliga Spieltagen der Saison 1994/95 jeweils einen Treffer. Ein glanzvoller Einstand und für den Rechtsfuß, der zudem den Sprung in die DFB-Auswahl schaffte und mit dieser 1998 Europameister wurde. Aber auch in Stuttgart ging Bobic' Höhenflug weiter, was auch der Verpflichtung von Krassimir Balakov im Sommer 1995 zu verdanken war. Denn der Bulgare brillierte mit dem vorhandenen Sturmduo Bobic und Giovane Elber, die ihr mit reichlich Vorlagen fütterte und die gemeinsam das legendäre „Magische Dreieck“ bildeten.

Bobic: Nach Pokalsieg 1997 Wechsel zum BVB

Zwei Spielzeiten sorgte das Dreigestirn für mächtig Furore in der Bundesliga, dass auch im Ausland bewundert wurde. Insgesamt erzielten Bobic, Elber und Balakov 89 Tore für den VfB Stuttgart, wobei Bobic in der Saison 1995/96 mit 17 Treffern Torschützenkönig wurde. 1997 sicherten sich die Stuttgarter durch einen 2:0-Finalsieges gegen Energie Cottbus außerdem den DFB-Pokal.

 

 

Es sollte der erste und zugleich einzige Titel sein, den Fredi Bobic mit dem VfB einfuhr. Denn 1997 verließ der Stürmer die Schwaben und heuerte bei Borussia Dortmund an. Der BVB legte für den damals 27-Jährigen, der in fünf Jahren 86 Tore und 24 Vorlagen in 182 Pflichtspielen für die Stuttgarter verbuchte, knapp 6 Millionen Euro Ablöse auf den Tisch. Bobic unterschrieb einen Vier-Jahres-Vertrag, wo es nach einem soliden Start aber langsam abwärts ging. Unter Trainer Matthias Sammer hatte er einen schweren Stand und er musste sich meist hinter seiner Sturmkonkurrenten Marcio Amoroso, Jan Koller und Ewerthon einreihen.

Zweiter Frühling: Fredi Bobic blüht in Hannover auf

Der Jokerrolle überdrüssig flüchtete Bobic im Januar 2002 auf Leihbasis von Dortmund zu den Bolton Wanderers in die englische Premier League. Der BVB wurde in dieser Saison Meister, wobei Bobic mit lediglich drei Einsätzen aber keinen großen Beitrag leistete. Für Bolton bestritt der Angreifer 16 Partien, in denen er vier Tore schoss. Nach dem Leihende kehrte Bobic zwar nach Deutschland zurück, verließ den BVB aber direkt wieder und heuerte bei Bundesliga-Aufsteiger Hannover 96 an.

Bei den Niedersachsen blühte er wieder auf und hatte mit 14 Toren in 27 Ligaspielen gehörigen Anteil am Klassenerhalt. Als Lohn für seine guten Leistungen und überzeugenden Trefferquote wurde Fredi Bobic nach vier Jahren Abstinenz wieder in die deutsche Nationalmannschaft berufen.

Bobic floppt bei Hertha BSC - stiller Bundesliga-Abschied

Nach nur einer Saison brach der Nationalstürmer seine Zelte in Hannover wieder ab und schloss sich Hertha BSC an, die den damals 31-jährigen Offensivakteur mit einem längerfristigen und höher dotierten Vertag köderten. Außerdem konnten die Berliner, die 2003/04 im UEFA-Cup (Vorgängerwettbewerb der Europa League) vertreten waren, mit einer Teilnahme am internationalen Geschäft locken. Allerdings floppte Bobic an der Spree. In zwei Jahren erzielte er für die Blau-Weißen gerade einmal acht Tore und schmorte vor allem im zweiten seiner beiden Jahre in der Hauptstadt oftmals auf der Bank.

 

 

Seine Karriere in der Bundesliga endete 2005, wobei es ein leiser, unauffälliger Abschied war. Insgesamt bestritt er in der Beletage des deutschen Fußballs 285 Spiele. Dabei markierte der Stürmer 108 Tore (34 Vorlagen). Zudem bestritt er 37 Länderspiele für Deutschland (10 Tore).

Doch Bobic wollte die Schuhe noch nicht an den Nagel hängen und kam nach mehreren Monaten ohne Verein im Januar 2006 beim kroatischen Klub HNK Rijeka unter, mit denen er zum Saisonende noch den nationalen Pokalwettbewerb gewann und sich anschließend im Alter von 35 Jahren endgültig vom Profifußball zurückzog.

Was macht Fredi Bobic heute?

Fredi Bobic blieb dem Fußball nach seiner aktiven Karriere treu. Er war zunächst als TV-Experte bei verschiedenen Sendern im Einsatz und absolvierte zudem einen Lehrgang im Bereich Fußballmanagement.

Nachdem er zwischen 2010 bis 2014 den Posten des Sportdirektors beim VfB Stuttgart bekleidete, landete er in gleicher Rolle im Juni 2016 bei Eintracht Frankfurt. Auch dank seines Schaffens konnten die Hessen beachtliche Erfolge feiern. Allen voran sind der Gewinn des DFB-Pokals 2018 sowie das Erreichen des Europa League-Halbfinals 2019 sind aufzuführen.


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