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Béla Réthy im Porträt: Berühmte deutsche Fußball-Stimme & ZDF-Kultreporter

Porträt über Bela Rethy

Bildquelle: Olaf Kosinsky [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Bei der WM 2022 findet eine große Reporter-Ära ihr Ende: Béla Réthy wird letztmals ein Spiel live kommentieren. Nach 31 Jahren als ZDF-Kommentator verabschiedet sich der Kult-Reporter in den Ruhestand, dessen sonore Stimme im Laufe der Jahrzehnte etliche poetische Highlights lieferte. Im Béla Réthy Porträt präsentiert Sport-90 die besten Sprüche von Réthy und zeigt, wie er zu einem der besten Fußballkommentatoren avancierte, der aber auch viel Kritik einstecken musste.

Es gibt eine schöne Anekdote, die viel über die Bedeutung von Béla Réthy in deutschen Fußball-TV-Landschaft aussagt. Als der ZDF-Reporter 2019 Leon Goretzka nach einem Länderspiel in Wolfsburg interviewte, musste der DFB-Star um die Wiederholung der ersten Frage bitten. Denn allein das Hören der Stimme von Réthy brachte Goretzka aus dem Konzept.

Béla Réthy: Prägende Stimme mit Whisky-Timbre

„Sorry, noch mal bitte. Ich war ehrlich gesagt abgelenkt von Ihrer Stimme, weil ich die von den Länderspielen als kleiner Junge kenne“, sagte der irritierte Goretzka. Kein Wunder, denn in seiner langen Karriere saß Béla Réthy bei mehr als 380 Live-Übertragungen am Mikrofon. Oftmals bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft.

Jeder Fußballfan kennt die sonore Stimme von Béla Réthy, die mit ihrem Whisky-Timbre einzigartig ist! 31 Jahre war der Fußballkommentator ausschließlich für das ZDF im Einsatz und berichtete dabei allein von zehn Weltmeisterschaften. Am Mittwoch ertönt die deutsche Fußballstimme zum letzten Mal.

ZDF-Reporter Réthy: Letzter Kommentatoren-Tanz mit Sandro Wagner

Das WM-Halbfinale zwischen Frankreich und Marokko am 14. Dezember 2022 setzt den Schlusspunkt hinter die lange, erfolgreiche Karriere des Sportjournalisten. Passend: An diesem Tag feiert der Kult-Kommentator seinen 66. Geburtstag. Bei seinem „letzten Tanz“ am Mikro wird die berühmte ZDF-Stimme von Sandro Wagner als Experte begleitet.

Béla Réthy und Sandro Wagner waren in der jüngeren Vergangenheit öfter als harmonisches, sich gut ergänzendes Duett im Zweiten zu hören, wobei der Ex-Bayern-Stürmer Wagner Réthy auch immer wieder mit seinen blitzschnellen und fachlichen Analysen unter die Arme greift.

Trotz zunehmender Aussetzer: Réthy-Poesie erwärmt das Fußball-Herz

Gerade in den letzten Monaten lieferte Béla Réthy als Fußballkommentator seinen Kritikern jede Menge Futter. Er hat etwa konsequent Spieler verwechselt, war bei einigen Spielernamen nicht sattelfest oder bei Spielanalysen etwas langsam. Das kann das ZDF-Urgestein aber nicht nur allein mit seiner außergewöhnlichen Stimme kompensieren. Béla Réthy weiß auch zu unterhalten und versorgt die Zuschauer zuverlässig mit poetischen Schmankerln.

 

 

Das bewies der Reporter auch in bester Manier bei der WM 2022, mit seiner Beschreibung des Traumtores von Richarlison zum zwischenzeitlichen 2:0 von Brasilien gegen Serbien: „Das ist Brasilien. Das ist Kunst. Das ist Samba. Das ist Party! Ein Weltklasse-Tor von Richarlison. Da sind selbst die Brasilianer, die ja viel gewohnt sind, fassungslos…“ Oder wie wäre es mit der Verdichtung der Nachspielzeit-Orgie, die bei der Wüsten-WM in Katar Einzug hielt: „Sieben Minuten werden nachgespielt. Warum? Nun gut, einmal hat Neymar lange gelegen. Aber das macht er doch schon seit drei Weltmeisterschaften!“ Grandios!

Top 8: Die besten Bela Réthy Sprüche - mit Klobürste & freundlichem Anknabbern

Allein diese beiden Sprüche haben durchaus Potenzial, es in die Liste der besten Béla Réthy Fußballsprüche zu schaffen. Sport-90 hat sich jedoch für diese Top 8 Réthy Sprüche entschieden.

 

  • „Dass da vorn, was aussieht wie eine Klobürste, ist Valderrama“ Über den Kolumbien-Star Carlos Valderrama bei der WM 1998. Ein Spruch, den Réthy nach eigener Aussage heute „nicht mehr so machen“ würde.
  • „Der Typ ist quirlig, der geht nach dir in die Drehtür und kommt vor dir wieder raus.“ Réthy über Spaniens David Villa.
  • „Man kann hier im Sommer nicht mal spazieren gehen - es sei denn, man mag seinen Hund nicht.“ Réthy über das heiße Wetter in Katar bei der WM 2022.
  • „Auch in dieser Szene beweist der Schalker seine Schusskraft, nutzt die gesamte Höhe des Platzes.“ Réthy über einen hohen Ball des Ex-Schalkers Jörg Böhme.
  • Waleri Lobanowski hat sich beweg! Wir schreiben die 14. Spielminute!“ Réthy über den stoischen Nationaltrainer der Sowjetunion.
  • „Das war ein freundschaftliches Anknabbern.“ Réthy über einen ungeahndeten Biss von Antonio Rüdiger gegen Paul Pogba bei der EM 2021.
  • „Das ist hier alles keine Zeitlupe, das sind reale Bilder.“ Réthy über das deutsche Spiel gegen Südkorea bei der WM 2018.
  • „Wir haben jetzt das Bild vom Schweizer Fernsehen übernommen. Dadurch sieht das Spiel der Deutschen aber auch nicht besser aus.“ Réthy bei der EM 2008 über das deutsche Spiel gegen die Türkei, als es beim ZDF zu einem Bildausfall kam.

 

 

Sprachgenie Béla Réthy: Ungarisches Blut, Brasilien & Eintracht Frankfurt im Herzen

Doch Béla Réthy ist nicht nur ein Wortakrobat, sondern auch ein Sprachgenie. Er spricht sieben Sprachen. Seine Muttersprache ist Ungarisch, stammen seine Eltern doch aus Ungarn. Geboren wurde Béla-Andreas Réthy am 14. Dezember 1956 in Wien, kurz darauf zog die Familie nach Brasilien, wo er in Sāo Paulo aufwuchs. 1967 kehrte der damals elfjährige Réthy mit seinen Eltern nach Europa zurück und wurde im Rhein-Main-Gebiet sesshaft. Bis heute hat Réthy ein Faible für Brasilien. Aber auch Eintracht Frankfurt, für die er seit der Kindheit sympathisiert.

1976 machte Béla Réthy in Wiesbaden, wo er noch heute wohnt, sein Abitur und studierte anschließend Publizistikwissenschaften, Soziologie und Ethnologie an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Fußball spielte er auch. Für den VfL und Schwarz-Weiß Wiesbaden kickte er in der Kreisklasse, meist als Außenverteidiger.

Kultreporter Béla Réthy: Wie alles begann…

Doch wie wurde aus Béla Réthy einer der bekanntesten und besten Fußballkommentatoren? Während seiner Studienzeit arbeitete er nebenbei im ZDF-Sportarchiv und sollte von dort die Karriereleiter langsam, aber sicher hinaufklettern. Réthy wurde freier Mitarbeiter und 1987 als Redakteur fest beim ZDF angestellt.

Zunächst verdiente er sich seine ersten Meriten im Motorsport, berichtete aber auch vom Frauenfußball und später vom Hockey oder Wasserball bei Olympia. Er war auch bei der WM 1989 als Assistent der Kommentatoren Rolf Kramer und Marcel Reif dabei. Auf seinen allerersten Einsatz als Kommentator bei einem Live-Fußballspiel musste Béla Réthy bis zum 14. März 1991 warten. Bei der Partie zwischen der deutschen und nordirischen U16-Auswahl an der Hafenstraße in Essen feierte der damals 34-Jährige sein Kommentatoren-Debüt.

 

 

Stolze Ausbeute: Béla Réthy kommentiert sechs WM- & EM-Endspiele

Von da an ging es mit dem Reporter weiter steil nach oben, wie folgender Fakt beweist: Zwischen 1996 bis 2018 kommentierte er alle Endspiele von Welt- und Europameisterschaften, die das ZDF übertrug (ARD und ZDF wechseln sich turnusmäßig mit den Endspielübertragungen ab). Insgesamt sechs Stück: Die drei WM-Endspiele 2002, 2010 und 2018 sowie die EM-Finals 1996, 2004 und 2012.

Entsprechend sind auch viele große Erfolge der deutschen Nationalmannschaft ganz eng mit dem Namen Béla Réthy verbunden. Der Fußballkommentator war beispielsweise beim dramatischen EM-Triumph 1996, als Oliver Bierhoff Deutschland mit seinem Golden Goal zum Titel schoss, das Sprachrohr. Natürlich auch für Réthy ein „Meilenstein“ seiner Laufbahn. Auch das WM-Finale sechs Jahre später mit dem Sieg der Brasilianer gegen Deutschland blieb für den damaligen Kommentator Béla Réthy unvergessen. Übrigens genau wie das legendäre 7:1 der DFB-Elf gegen Brasilien im Halbfinale der WM 2014, welches er ebenfalls kommentierte.

Béla Réthy freut sich aufs Opa-Dasein & Terminlosigkeit

Endspiele zu kommentieren wurde für Béla Réthy fast schon zur Routine. Zumal er für das ZDF auch insgesamt sieben Finals der Champions League begleitete. Letztmals 2022 mit dem Duell zwischen dem FC Liverpool und Real Madrid. Doch bei der EM 2021 blickte Béla Réthy Final-technisch in die Röhre. Das Zweite zeigte zwar das Endspiel zwischen England und Italien, allerdings bekam Oliver Schmidt etwas überraschend den Vorzug.

Eineinhalb später kehrt nun Béla Réthy dem ZDF nach 35 Jahren treuen Diensten den Rücken Richtung Ruhestand. Réthy hätte auch bei anderen Sendern Karriere machen können, schlug allerdings immer wieder Angebote der privaten TV-Anstalten aus. „Da bin ich eben Oldschool“, wird die Reporterlegende vom „Focus“ bezüglich seiner beruflichen Haltung zitiert. Und wie geht es mit dem Rentner Béla Réthy ab Januar 2023 weiter? Dem Fußball wird er weiter verbunden bleiben, dabei aber die „Terminlosigkeit genießen“, wie er in der „Sport Bild“ erklärte. „Die neue Freizeit nutze ich auch für meinen 15 Monate alten Enkel Jonathan.“


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