Tyson Fury gegen Deontay Wilder - Teil III - Was verspricht die Neuauflage?

Wer siegt beim dritten Fight zwischen Deontay Wilder und Tyson Fury?

Bildquelle: Mike DiDomizio [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Aufgrund der anhaltenden Corona-Virus-Pandemie besteht derzeit große Unsicherheit über die mögliche Ausübung von Kontaktsportarten, und dies gilt ganz besonders auch für den Boxsport. Weltweit fielen fast alle Veranstaltungen und Wettkämpfe der Massenepidemie zum Opfer oder mussten auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Aber eines ist trotz der aktuellen Krise auf jeden Fall sicher: Wenn der Boxsport nach dem Abklingen dieser weltweiten Seuche wieder aufgenommen wird, werden Tyson Fury (Bilanz: 31 Kämpfe, 21 davon K.o., keine Niederlage) und Deontay Wilder (42-1-1, 41 K.o.) zum dritten und vielleicht zum letzten Mal im Ring die Fäuste für sich sprechen lassen. Ein Fight, der die zurzeit spannendste sportliche Rivalität im Schwergewichtsboxen wieder aufleben lassen wird.

Und was wird uns dieser bevorstehende Showdown zwischen dem britischen und dem US-amerikanischen Profiboxer bescheren? In diesem Artikel werdet Ihr all jenes erfahren, was wir bis jetzt über diesen bevorstehenden Kampf wissen, und was wir uns wirklich von diesem Gigantenduell erhoffen können.

Was ist eigentlich in den beiden vorherigen Kämpfen passiert?

Beide Aufeinandertreffen des aktuellen und des ehemaligen WBC-Weltmeisters waren absolute Klassiker, und dies aus sehr unterschiedlichen Gründen. Der erste Kampf im Dezember 2018 endete mit einem sensationellen - und sehr kontroversen aufgenommenen - Unentschieden, bei dem Fury die meisten der 12-Runden für sich entscheiden konnte, obwohl er in diesem Thriller zwei Mal zu Boden ging. So auch in der Schlussrunde, als er nach einer Rechts-Links-Kombination des „Bronze Bombers“ deutlich schwer getroffen wurde. Nach diesen zwölf dramatischen Runden kürten die drei Punktrichter keinen Sieger und für Wilder reichte dieses Resultat aus, um seinen Weltmeister-Gürtel des Verbandes WBC („World Boxing Council“) zu verteidigen.

Das zweite Duell hingegen, 14 Monate nach dem spektakulären Remis, war eine klare Angelegenheit für den „Gypsy King“, denn Fury unterstrich von Beginn an seine Dominanz und schickte Wilder mehrmals auf die Bretter, was dazu führte, dass der Fight bereits in der siebten Runde durch technisches K.o. entschieden war. Mit einem selbstbewussten Auftritt untermauerte der 31-jährige Champion eine Vormachtstellung im Ring.

Nach dem zweiten Kampf

Es war nicht überraschend, dass Fury, der sich seit langem als das größte Schwergewicht der Gegenwart betrachtet, nach seinem Sieg über Wilder mit Lob überhäuft wurde. Jetzt, mehr als vier Jahre nach seinem historischen Sieg über Wladimir Klitschko und all den persönlichen Schwierigkeiten, die er zwischenzeitlich durchzustehen hatte, war der selbsternannte „Zigeunerkönig“ am Gipfel seiner sportlichen Karriere angelangt.

Für Wilder endete damit im Februar dieses Jahres seine dominante fünfjährige Regentschaft als Schwergewichts-Champion und sein ungeschlagener Rekord von 42 Kämpfen ohne Niederlage. Der Olympia-Bronze-Gewinner von 2008 tat sich selbst wenig Gutes, indem er fadenscheinige Ausreden für seine Niederlage suchte, wobei seine ungewöhnlichste Erklärung für die Pleite im Ring wohl eine bis heute der bizarrsten Ausreden im Sport darstellt. „Sein fast 18 kg schweres Kostüm mit Gesichtsmaske und Krone, das er vor dem Kampf trug, sei zu schwer gewesen und dadurch hätte anschließend schwere Beine gehabt“. Aber trotz dieser skurrilen Gründe zog „der Krieger“ unmittelbar nach seiner ersten Profiniederlage die Rückkampfklausel; Also geht´s wieder los!

Wann findet der dritte Kampf statt?

Die Terminsetzung ist die wohl größte Unbekannte in der Planung für diesen Folgekampf. Das ursprünglich angesetzte Datum war mit dem 18. Juli dieses Jahres festgesetzt, aber dieser angestrebte Termin im Hochsommer ist für den nächsten Showdown auf Grund der COVID-19 Erreger mehr als unrealistisch.

 

 

Der hochbetagte Promoter Bob Arum, der nun auch Fury vertritt, und die WBC haben vor Kurzem bekannt gegeben, dass der Oktober 2020 als Termin für den Rückkampf anvisiert werden wird, oder aber, falls alle Sticke reißen, erst im Jahr 2021 geboxt werden kann.

Wo findet der nächste ultimative Showdown statt?

Bob Arum ließ in einigen Interviews anklingen, dass höchstwahrscheinlich wieder Las Vegas den Schauplatz für den „Trilogie-Kampf“ geben wird, und zwar abermals in der „MGM Grand Garden Arena“, die auch der Austragungsort des letzten Kampfes der beiden Profiboxer war.

Fury hat die ersten drei Kämpfe seines auf fünf Kämpfe lautenden ESPN-Vertrages in Sin City bestritten, daher kann davon ausgegangen werden, dass auch diesmal Las Vegas den Briten erneut auf dem Strip begrüßen wird. Es sei denn, dass plötzlich irgendwo in Saudi-Arabien auf einmal verlockend hohe Geldsummen auftauchen, die die Entscheidung anders aussehen lassen wird. Und wir wissen nur genau zu gut, dass das alles durchaus passieren kann.

Wer ist eigentlich der Favorit im dritten Aufeinandertreffen?

Im Laufe der im Ring an den Tag gelegten Rivalität haben wir eine deutliche sportliche Entwicklung zugunsten von Fury gesehen. Vor dem ersten Kampf lag Wilder bei den Buchmachern noch ganz klar vorn. Nach diesem engen Kampf jedoch näherten sich beide Siegquoten bereits deutlich an, aber Wilder war immer noch mit 1,95 zu 2,23 der zu favorisieren.

Und wie sieht es vor dem dritten Kampf aus? Im Moment gibt es kein Zweifel daran, dass die Buchmacher Fury ganz klar als Favoriten sehen. 1,29 beträgt die Quote für einen Sieg des Briten, die des US-Amerikaners Wilder ist auf 3,50 geklettert. Das bedeutet natürlich auch, dass alle, die großes Geld mit einem Sieg von Fury einfahren wollen, auch viel einsetzen und damit auch viel riskieren müssen, um schlussendlich groß abzusahnen zu können. Aber, sofern Ihr wirklich auf diesen Kampf wetten wollt, vergewissert Euch immer, dass Ihr verantwortungsvoll eure Einsätze tätigt, und dies nicht nur bei diesem Sportevent.

 

 

Bedeutet das jetzt, dass Wilder überhaupt keine Chance hat?

Dies mit Sicherheit nicht. Tyson Fury hat in insgesamt 18,5 Runden der beiden bisher ausgetragenen Kämpfe bewiesen, dass er bei weitem der überlegene Boxer im Ring war. Vor allem die Technik und die Gerissenheit in den entscheidenden Momenten haben ihm gegenüber Deontay Wilder die benötigten Vorteile eingebracht. Der amtierende Weltmeister bewegt sich deutlich besser im Ring und kann im richtigen Augenblick unzählige einstudierte und notwendige Boxstrategien abrufen. Und zusätzlich hat er im zweiten Kampf ebenfalls bewiesen: Er kann schlagen, und dass obwohl Wilder und viele Beobachter anfänglich behaupteten, er hätte lediglich „Samthandschuhe“ an.

Wilder hingegen besitzt immer noch genügend Kraft, die er in all seinen 41 Siegen immer wieder schlagkräftig unter Beweis gestellt hat. Und im ersten Kampf, wir erinnern uns, war er nach dem Niederschlag von Fury in der allerletzten Runde nur Millisekunden vom Triumph über den Briten entfernt. Wenn jemand eine ausgeprägte Knockout-Fähigkeit besitzt, dann Wilder, vor allem dann, wenn er im richtigen Moment seine Chance nutzt, und seinen Schlagkombinationen freien Lauf gewährt.

Was sind die wahrscheinlichen Szenarien für den dritten Kampf?

Wie bei jedem hochkarätigen Kampf mit einer Beteiligung von Fury ist es sehr schwierig, exakt vorherzusagen, was genau passieren wird, aber basierend auf dem, was wir in den ersten beiden Kämpfen bisher gesehen haben, gibt es eine Gewissheit: Wilder wird Fury niemals überlisten.

Damit bleiben drei Möglichkeiten für einen möglichen Ausgang über: Entweder K.o.-Siege für Fury oder Wilder oder ein Punktesieg für Fury. Aber es bleibt noch viel Zeit zum Spekulieren und für mögliche Vorhersagen, wie u.a. der Sieg nach Punkten für Fury wirklich zu Stande kommen wird. Wilder, dem Furys letzter Schlag immer noch im Gedächtnis geblieben ist, wird vor allem an der Behebung seiner Defizite im Defensivbereich zu arbeiten haben und wird sich genauso wie sein Widersacher an eine festgelegte Strategie halten müssen um dem aggressiven Boxstil seines Kontrahenten etwas entgegen setzen zu können.

Fury wiederum wird sich der Gefahr durch Wilders Schlagkraft durchaus bewusst sein und versuchen, ihn schön auf Distanz halten, um einen komfortablen Sieg einfahren zu können. Wie auch immer dieser Kampf ablaufen und ausgehen wird, er verspricht abermals zu einem Klassiker und zu einem weiteren theatralischen und boxhistorischen Höhepunkt in einer unterhaltsamen und dramatischen Trilogie zu werden.


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