Die Radsport-Transfers im Vorfeld der UCI World Tour 2020 im Überblick

Übersicht Radsport-Transfers vor UCI World Tour 2020

Bildquelle: filip bossuyt from Kortrijk, Belgium [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Fans, die den Radsport aktiv verfolgen, fiebern schon jetzt der UCI World Tour 2020 entgegen, die ab Ende Januar in Australien ihren gemächlichen Anfang macht, ehe sie bekanntermaßen im Frühjahr richtig in Schwung kommt und die Dichte an Klassikern von einem renommierten Radwettkampf zum nächsten führt. Die kommende Saison rückt also immer näher. Ein Licht am Horizont, das zu meinungsstarken Spekulationen einlädt, wie die sportlichen Geschicke der Teams und Fahrer im UCI Radsport wohl nächstes Jahr verlaufen werden.

Und welch bessere Basis für solche Fachsimpelei als die bekannten Transfers für die kommende UCI World Tour? Die Teams sind im Wesentlichen vorgestellt, sodass man herzhaft darüber spekulieren kann, wohin die Reise geht. In diesem Sinne werfen wir einen Blick speziell auf die Top Teams und Topfahrer. Ferner sollen die deutschen Radsport-Teams in Augenschein genommen werden.

INEOS setzt alles auf die Grand Tours

Team INEOS (ehemals Team Sky) stellt mit dem letzten Tour de France Sieger Egan Bernal, dem vierfachen Tour de France Gewinner Chris Froome und dem Sieger von 2018, Geraint Thomas, ohnehin schon ein enorm schlagkräftiges Aufgebot für die Grand Tours. Dazu kommt der Königstransfer, der bereits früh in der Transferperiode festgemacht wurde. Der Sieger des Giro d‘Italia 2019, Ecuadors Richard Carapaz, stößt als vierter erwiesener Grand Tour Gewinner ebenfalls dazu. Darüber hinaus wurde letzthin noch der Transfer vom Zeitfahrspezialisten Rohan Dennis festgemacht. In den Grand Tours sowie in einigen ausgewählten einwöchigen Rundfahrten wird Team INEOS wohl eine schwer zu überwindende Macht sein. Allerdings auf Kosten dessen, dass sie in Eintagesrennen nur eine sehr überschaubare Rolle spielen werden. Also: Alles wie gehabt!

Auch Belgiens Team Deceuninck Quick-Step, das auch dieses Jahr wieder auf Dominanz in der UCI World Tour drängen wird, bleibt seiner Linie treu und spezialisiert sich weiterhin rigoros auf Rennerfolge und Etappensiege. Die Abgänge der Sprinter Elia Viviani (der beim World Tour Rückkehrer, Team Cofidis, anheuerte) und Max Richeze wurden mit dem Neuzugang von Sam Bennett angemessen kompensiert. Sollte Bennett in ähnlicher Form wie 2019 auftreten, dann könnte 2020 in Diensten von Quick-Step sein großes Jahr als Sprinter werden. Vor allem da er nun mit Michael Morkov einen der besten Leadout-Sprinter überhaupt an seiner Seite hat. Recht schmerzhaft für Quick-Step dürfte jedoch der Abgang vom Klassiker Spezialisten Philippe Gilbert werden, der auch noch ausgerechnet zum nationalen Konkurrenten Lotto-Soudal zurückgekehrt ist.

Schwere Abstriche für Team Movistar

Relativ wenig tat sich bei Mitchelton-Scott und Jumbo-Visma. Matto Trentin geht als einziger bei Mitchelton-Scott ab. Demgegenüber stehen nur drei Neuzugänge. Bei Jumbo-Visma tat sich quantitativ ebenfalls nicht viel. Dafür aber durchaus qualitativ. Denn mit Tom Dumoulin stößt ein Fahrer hinzu, der dem niederländischen Top-Team wohl noch etwas mehr Tiefe in den Etappen-Rundfahrten geben kann. Der deutsche Radsportler Christoph Pfingsten kommt als erfahrener Helfer ebenfalls dazu.

Spaniens Top-Rennstall, Team Movistar, hat gerade mit Blick auf die Klassement-Fahrer einige Federn gelassen. Mit Richard Carapaz, Nairo Quintana und Mikel Landa haben gleich drei starke Kletterer und Klassement-Fahrer das Team verlassen. Demgegenüber konnte mit dem Spanier Enric Mas zumindest ein recht gleichwertiger Ersatz geholt werden, der mit 24 Jahren auch noch viel Perspektive mitbringt. Unterm Strich wohl dennoch ein Verlustgeschäft.

 

 

Im Gegensatz dazu konnte sich UAE Team Emirates am Transfermarkt stärken. Zwar verloren sie mit Dan Martin einen dekorierten Veteranen. Dafür stießen mit Joe Dombrowski (von EF Education First), David de la Cruz (von Team INEOS), Davide Formolo (von BORA-Hansgrohe) und mit Max Richeze (von Deceuninck - Quick-Step) gleich vier Fahrer hinzu, die in der Breite viel Qualität mitbringen. Überdies konnte man sich noch die Dienste des sehr aussichtsreichen Jungfahrers Mikkel Bjerg sichern.

Das tat sich bei den deutschen Radsport Teams

Team Sunweb wird es auch 2020 schwer haben, aus dem Schatten von BORA-Hansgrohe zu treten. Mit Tom Dumoulin ging ihnen der beste Klassement-Fahrer in den eigenen Reihen verloren. Ansonsten kamen und gingen jeweils zwei deutsche Radrennfahrer: Max Walscheid verlässt Sunweb in Richtung Team NTT Pro Cycling (ehemals Team Dimension Data) und Lennard Kämna wechselte zu BORA-Hansgrohe. Dafür kamen mit Jasha Sütterlin und Nico Denz zwei erfahrene Fahrer von anderen UCI World Tour Teams.

BORA-Hansgrohe hat nach einer sensationellen Saison mit 120 Podiumsplatzierungen und Rang zwei in der UCI World Tour 2019 vor allem die Abgänge von Sam Bennett und Davide Formolo zu verschmerzen. Der Abgang von Bennett kam dabei aber wahrlich nicht überraschend. Als im Grunde genommen dritter Sprint-Kapitän nach Pascal Ackermann und Peter Sagan war der Ire schlicht nicht zu halten. Dafür hatte er erwiesenermaßen zu viel Qualität. Jedoch konnte sich BORA-Hansgrohe abermals gut im Nachwuchsbereich eindecken. Der eigenen Linie treu bleibend, verzichtet man auch dieses Jahr auf große Namen und setzt weiterhin auf eine Zukunft, deren erste beachtliche Früchte schon letztes Jahr geerntet werden konnten. Insbesondere der Zugang von Lennard Kämna als aussichtsreicher Bergfahrer mit Perspektive für mehr ist vielversprechend!

Auch bei einem der beiden Aufsteiger Teams finden sich deutsche Namen. Die Israel Cycling Academy (fortan unterwegs als Israel Start-Up Nation) hat nicht nur die Lizenz von Katusha Alpecin, sondern ebenso viele Fahrer übernommen. Darunter Nils Politt und Rick Zabel. Ferner konnte man sich die Dienste vom deutschen Sprint-Altstar Andre Greipel sichern, der somit noch mal häufiger World Tour Luft zu schnuppern kriegen wird als noch letztes Jahr beim Wildcard Team Arkea Samsic. Auch Dan Martin wird für die Israelis fahren. Eine weitere interessante deutsche Personalie ist John Degenkolb. Er wechselte von Trek Segafredo zu Lotto Soudal.


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