HSV - Union Berlin 2:2 - Frank Willenborg der schlechteste Mann auf dem Platz

Remis zwischen HSV und Union Berlin 14. Spieltag

Bildquelle: Northside [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Was für ein verrücktes Spiel zum Abschluss des 14. Spieltages in der 2. Bundesliga. Auf der einen Seite der ehemalige Bundesliga-Dino Hamburger SV und auf der anderen Seite der bis dato ungeschlagene 1. FC Union Berlin. Der HSV hat unter Trainer Hannes Wolf alle Partien in der 2. Liga gewinnen können, musste aber heute um den nächsten Sieg im Heimspiel gegen die Eisernen um den 5. Sieg in Folge bangen.

Die Rothosen trafen auf die Köpenicker, die in dieser Saison noch kein Spiel verloren haben und zudem die beste Defensive der gesamten Liga aufweisen konnte. Rein ins Spiel – 45.584 Zuschauer im Hamburger Volksparkstadion, die ihre Mannschaft heute siegen sehen wollten. Die Rechnung ging nicht auf, denn Union-Trainer Urs Fischer brillierte mit der richtigen Taktik beim Spitzenspiel der 2. Liga.

Der zuletzt gesperrte Grisha Prömel war zurück und fing von Beginn an, dafür musste Zulj angeschlagen zuhause bleiben. Dies sollte aber dem Spiel der Berliner keinen Abbruch tun, die in der ersten Halbzeit das bessere Team waren. Auf der anderen Seite musste Trainer Hannes Wolf auf den Torgaranten Pierre-Michel Lasogga verzichten, der mit Wadenproblemen nicht rechtzeitig für den Zweitliga-Kracher fit wurde.

Für den Ex-Herthaner begann Hee-Chan Hwang im Sturm der Hamburger. Der Südkoreaner konnte sich jedoch in der Offensive nicht frei entfalten, da die Köpenicker es immer wieder gut verstanden, die Passwege zuzustellen. Im Spiel nach vorne wussten die Eisernen durchaus zu überzeugen und so war es Joshua Mees überlassen, die Führung für Union Berlin zu erzielen (12. Minute). Die rund 6.000 mitgereisten Union-Fans waren aus dem Häuschen und sorgten auch über 90 Minuten plus Nachspielzeit für eine Riesenstimmung im Volksparkstadion.

Es war teils ein hitziges Spiel, welches durch Nicklichkeiten und Fouls auf beiden Seiten immer wieder für Unterbrechungen hätten sorgen können, wenn Schiedsrichter Frank Willenborg eine Linie im Leiten der Partie gefunden hätte. Der Realschullehrer aus Osnabrück ließ zu viel durchgehen und sorgte damit für Emotionen auf dem Platz und auf den Rängen.

Union-Führung zur Halbzeit absolut verdient

Hüben wie drüben wurden glasklare Foulspiele nicht geahndet und auch die Linienrichter übersahen hierbei einiges. Bis zur Halbzeit tat sich dann nicht viel, sodass die Union-Führung absolut in Ordnung ging. Aufseiten der Hamburger war man anscheinend nicht gewillt, mit Laufbereitschaft, Kampf und Leidenschaft dem Treiben der Eisernen entgegenzuwirken.

Erst nach dem Pausentee änderte sich das. Der Hamburger SV kam druckvoll aus der Kabine und setzte die Berliner in deren eigener Hälfte immer wieder fest. Union Berlin hatte zwischenzeitlich kaum die Möglichkeit, sich zu befreien. Logische Schlussfolgerung war der Ausgleich durch Aaron Hunt in der 58. Spielminute. Nur 7 Minuten späte war es Lewis Holtby, der einen missglückten Klärungsversuch von Trimmel per Nachschuss in die Maschen zum 2:1 versenkte. Die Führung für den Hamburger SV war unterm Strich verdient, aber das Spiel war aus Berliner Sicht noch nicht gelaufen.

Immer wieder geriet dabei Schiedsrichter Frank Willenborg mit seiner laschen Führung des Spiels in den Mittelpunkt. So übersah er abermals zahlreiche Fouls auf beiden Seiten. Ebenso bewies er ein unglückliches Händchen, als es zur Rudelbildung kam. Vorausgegangen war ein Foul von den Berlinern an Bakery Jatta, wobei Trimmel gegen seinen Gegenspieler scheinbar nachtrat. Die Hamburger waren aufgebracht und stürmten auf Hübner zu. Schubsereien, ein paar deftige Worte und die Rudelbildung war die Folge, in der am Ende lediglich Hübner für sein Foul mit Gelb belangt wurde.

Rudelbildung nicht geahndet durch Willenborg - Union-Ausgleich in letzter Sekunde

Holtby und Hunt kamen ungeschoren davon. Schiedsrichter Frank Willenborg ließ jegliche Übersicht vermissen. Am Ende kassierten die Eisernen drei Gelbe Karten – Hamburg keine Einzige. Fußball wurde natürlich auch gespielt und so war es Hwang, der in der 90. Minute freistehend von Gikiewicz die Nerven versagte. Der polnische Keeper hielt sein Team im Spiel, was sich am Ende noch auszahlen sollte.

Nur vier Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit überraschte Hübner mit seiner Kopfballvorlage die Hamburger Hintermannschaft, die Abdullahi im Tor unterbringen konnte. Torwart Pollersbeck getunnelt – 2:2-Ausgleich für den 1. FC Union Berlin. Mit drei Minuten Nachspielzeit ging es dann weiter. Hier sollte dann nicht mehr viel passieren, sodass die Köpenicker als einziges Team in der 2. Bundesliga weiterhin ungeschlagen bleiben. Der Hamburger SV übernahm die Tabellenspitze vor Köln und den Unionern.

Unter dem Strich geht das Remis in Ordnung. Schlechtester Mann auf dem Platz war eindeutig Schiedsrichter Frank Willenborg, der heute eher Landesliga-Niveau erreichte. Für die Berliner geht es am nächsten Spieltag zuhause gegen Darmstadt 98 weiter, während der HSV auswärts auf Ingolstadt trifft.


2. Liga