"Stone Cold" Steve Austin heute

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Bildquelle: Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Es gibt nur sehr wenige bekannte Wrestler, die man in ihrer historischen sowie kommerziellen Bedeutsamkeit auf eine Stufe mit Hulk Hogan stellen kann. "Stone Cold" Steve Austin ist dabei der berühmte Wrestler, den man durchaus noch höher ansiedeln könnte. Von Eric Bischoff aus der WCW entlassen, vollzog Steve Austin in einem kurzen Intermezzo bei der ECW einen Gimmick-Wandel, den er wenig später in WWF (der heutigen WWE) wieder aufgreifen und verfeinern sollte.

Was folgte, war eine der kommerziell erfolgreichsten Phasen der WWF, die sich während ihrer Attitude Ära im Quotenkrieg gegen die WCW durchsetzen konnte und diese schließlich aufkaufte. Stone Cold Steve Austin wurde in dieser entscheidenden Phase zu einem absoluten Top Star eines bärenstarken WWF Main Events.

 

Außerhalb des Rings sorgte Austin, der seinen Ringnamen “Steve Austin“ 2007 auch als bürgerlichen Namen annehmen sollte, leider nicht immer für positive Schlagzeilen. So scheiterten zumindest zwei seiner drei geschiedenen Ehen mitunter daran, dass er zu Handgreiflichkeiten neigte und sich der häuslichen Gewalt schuldig machte.

Erste Meriten in der WCW und eine historisch peinliche Entlassung

Austin begann seine Karriere 1989. Auf größerer Bühne wurde er bereits 1991 tätig. In der WCW konnte er Television Champion werden. Doch seine besten Zeiten hatte Steve Austin dort, als er sich mit Brian Pillman zusammentat und das Tag Team “Hollywood Blondes“ formte. Ein technisch starkes und auch am Mikrofon unterhaltsames Tag Team, dessen besonderes Markenzeichen die markant rauchigen Stimmen von Austin und Pillman waren. Austin behauptete später, dass sich sein Micwork in dieser Zeit erstmals verbesserte, wofür er vor all den Einfluss von Pillman verantwortlich machte.

Trotz offensichtlicher Qualitäten und einer klaren Popularität des Tag Teams waren Austin keine größeren Erfolge mehr als Einzelwrestler in der WCW beschieden. Die Hollywood Blondes konnten zweimal Tag Team Gold in der WCW gewinnen. Doch eine Verletzung von Pillman und ein späterer Split des Teams beendete diese Erfolgsgeschichte. Als Austin später selbst verletzt war, wurde er ausgerechnet in dieser Phase von Eric Bischoff gefeuert, der Austin als schlecht vermarktbar und zu schwierig im persönlichen Umgang befand. Dies sollte wahrlich nicht die erste personelle Fehlentscheidung der WCW bleiben, die auch später etliche talentierte Worker feuerte, nur um diese in der WWF aufblühen zu sehen (Chris Jericho, Chris Benoit, Eddie Guerrero, The Big Show, Mankind/Mick Foley etc.). Doch gemessen daran, welch ein Glücksgriff Steve Austin für die WWF werden sollte, war seine Entlassung durch die WCW von besonderer Ironie.

Geburt und Aufstieg von Stone Cold

In der WCW war Stone Cold noch als “Stunning“ Steve Austin unterwegs gewesen. Kaum dass er von der WCW entlassen wurde, meldete sich Paul Heyman bei ihm, um ihn zur WCW zu holen. Dort war Austin nur für einige Monate unterwegs. Jedoch katapultierte er sich umgehend in den Main Event der Kult-Promotion, indem er sich als (Extreme) Superstar Steve Austin neu erfand. Hier entwickelte sich sein Micwork noch weiter und viele der Anlagen, die später in "Stone Cold" Steve Austin aufgehen sollten, wurden hier bereits geformt. Noch im selben Jahr (1995) heuerte er bei der WWF an. Dort wurde er zunächst vom Million Dollar Man Ted DiBiase gemanagt und bekam die Rolle des “Ringmasters“ verpasst.

Ein ziemlich belangloses Allerwelts-Gimmick, das Austin nicht behagte und mit dem er es nie und nimmer zur späteren Popularität gebracht hätte. Doch als DiBiase später zur WCW wechselte, wurde die Bahn frei für "Stone Cold" Steve Austin. Dass dieser ein solcher Hit für die WWF werden sollte, als sie dringend darauf angewiesen war, lag nicht nur an den Stärken des Charakters und dem guten Booking, das ihm zuteilwurde. Vor allem fing alles mit einem glücklichen Zufall an. Austin gewann 1996 das King of the Ring Turnier. Dieses sollte ursprünglich eigentlich Triple H gewinnen. Doch wurde ihm dies vorenthalten, da er vor den Augen der Fans in einem Match mit Kevin Nash (Diesel), Shawn Michaels und Scott Hall (Razor Ramon) aus der Rolle gefallen war.

 

 

Nach dem Match umarmten sich die vier backstage befreundeten Wrestler, da Nash und Hall anschließend auf dem Weg zur WCW waren. Dies stand im offensichtlichen Widerspruch zur Charakterdarstellung dieser vier Wrestler. Triple H wurde dafür bestraft, wodurch "Stone Cold" Steve Austin unverhofft zum Sieger des Turniers bestimmt wurde. Nachdem er Jake “The Snake“ Roberts im Finale bezwang, hielt Austin ein Promo, in der er seine Austin 3:16 Catchphrase äußerte. Diese kam umgehend bei den Fans an. Das Austin 3:16 Shirt wurde zu einem der erfolgreichsten Merchandising Artikel überhaupt, sodass in sehr kurzer Zeit die ungeahnte Popularität von Austin sichtbar wurde. Was sie folglich nur weiter befeuerte.

Stone Cold Steve Austin wird zur Legende

Eine Fehde mit der Hart Foundation (dort insbesondere mit Bret Hart) macht Austin endgültig zum Star der Promotion. Als später mit Vince McMahon der Eigner der WWF durch den Montreal Screwjob selber zum größten Bösewicht überhaupt wurde, war er der perfekte Gegenpart für "Stone Cold" Steve Austin. Auch Austins Bereitschaft, mit einem gebrochenen Genick weiter für Storylines verfügbar zu bleiben und außerhalb von Matches in Erscheinung zu treten, wurde somit erfolgreich umgemünzt. Man stellte es einfach so dar, dass McMahon Austin von der WWF suspendiert hätte. Bei WrestleMania 14 traf der genesene Austin auf Shawn Michaels. Es handelte sich um ein Match, in dem Mike Tyson der Special Referee war. Mit dessen Hilfe setzte sich Austin gegen Michaels und seine D-Generation X Kumpanen durch, womit er auf der größten Bühne zum Champion der WWF wurde. Der endgültige Ritterschlag für Austin, der niemals ernsthaft an Popularität einbüßen sollte.

Austin wurde zu einer der prägendsten Figuren der WWF und zur Galionsfigur im Quotenkrieg mit der WCW. Leider musste er 2003 seine aktive Laufbahn beenden. Der Genickbruch, den er sich 1997 durch einen missglückten Pile Driver in einem Match gegen Owen Hart zugezogen hatte (ein Move, der mittlerweile in der WWE gebannt ist), hatte ihm auch in der Folge immer wider zu schaffen gemacht. Austin stand im Grunde genommen gegen ärztlichen Rat im Ring und hatte mit chronischen Schmerzen zu kämpfen. Tatsächlich hätte ein weiterer vergleichbarer Vorfall eine komplette Lähmung oder gar seinen Tod im Ring herbeiführen können. So trat Austin 2003 als aktiver Performer zurück, stand jedoch abseits von Matches weiterhin in unterschiedlichen Rollen zur Verfügung. Auch wenn seine Auftritte mit der Zeit immer sporadischer wurden.


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