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Saison 1970/71: Trainerentlassung von Rudi Gutendorf beim FC Schalke 04

Trainerentlassung Saison 1970/71 Rudi Gutendorf Schalke 04

Bildquelle: Friedhelm Wessel [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

In der Bundesliga-Saison 1970/71 zeichnete sich der FC Schalke früh für die erste Trainerentlassung der noch jungen Spielzeit verantwortlich. Bereits nach dem 4. Spieltag und einem enttäuschenden Saisonstart wurde Rudi Gutendorf bei den Knappen gefeuert. Doch während seiner Amtszeit konnte die Trainerlegende mit den Knappen weitaus mehr positive als negative Schlagzeilen schreiben.

Nachdem Rudi Gutendorf am 22. November 1968 das Zepter beim FC Schalke 04 übernahm und in die Fußstapfen des entlassenden Günter Brocker auf der Trainerbank der Knappen trat, konnte er den Revierklub schnell wieder in erfolgreiche Gewässer führen. Schalke grüßte mit 10:20 Punkten als Vorletzter aus dem Tabellenkeller, doch unter Gutendorf, der vor seinem Schalke-Engagement zwei Jahre in den USA als Coach aktiv war und auch den VfB Stuttgart betreute, ging es schnell bergauf.

Gutendorf führt Schalke 1969 ins DFB-Pokalfinale

Der legendäre Trainer aus Koblenz, der während seiner Karriere Trainerposten in nicht weniger als 32 Ländern bekleidete, führte die Königsblauen nach der verkorksten Hinrunde in dieser Saison noch souverän in das sichere Tabellenmittelfeld. Der FC Schalke beendete die Spielzeit mit einer Ausbeute von 45:40 Punkten auf einem guten 7. Platz. Zum ersten Mal in der Bundesliga-Historie konnte Schalke 04, bei denen Gutendorf vor allem auf Akteure wie Torwart Norbert Nigbur, dem Mittelfeldgespann Klaus Fichtel, Heinz van Haaren und Hans-Jürgen Wittkamp sowie Torjäger Reinhard „Stan“ Libuda setzte, ein positives Punktekonto vorweisen.

Doch die Knappen sollten vor allem im DFB-Pokal der Saison 1968/69 für Furore sorgen. Denn erstmals seit 1955 erreichte der FC Schalke wieder das Pokalfinale! Diese ging zwar wenig überraschend gegen den FC Bayern München mit 1:2, wobei Fußballlegende Gerd Müller zweimal für die Roten traf, während Manfred Pohlschmidt für S04 das zwischenzeitliche 1:1 markierte. Allerdings konnten Schalke und Gutendorf die Finalpleite einigermaßen gut verkraften.

Bis ins Halbfinale! FC Schalke trumpft im Europapokal groß auf

Da der FC Bayern unter Trainer Branko Zebec auch die Meisterschaft abräumte und somit in der Folgesaison 1969/70 im Europapokal der Landesmeister an den Start ging, war für den FC Schalke 04 als DFB-Pokalfinalist der Weg in den ehemaligen Europapokal der Pokalsieger frei. Und die Gutendorf-Elf mischte beim zweiten Auftritt auf internationaler Bühne die Konkurrenz ordentlich auf.

Nachdem erst die Shamrock Rovers (1:2, 3:0) aus Irland, den schwedischen Vertreter IFK Norrköping (0:0, 1:0) aus dem Weg räumte, wurde sensationell auch der damalige Spitzenklub Dinamo Zagreb (3:1, 1:0) im Viertelfinale eliminiert. Erst im Halbfinale endete Schalkes bis dahin so imposante und erfolgreiche Europapokal-Reise an Manchester City (1:0, 1:5), die sich später auch den Titel sicherten.

 

 

Norbert Nigbur: „Mit Gutendorf kam Farbe in den Verein“

Dennoch: Die professionellen Strukturen und das moderne Spielsystem, die der innovative und ehrgeizige Rudi Gutendorf auf Schalke einführte, fruchteten. Das bestätigte auch Schalke-Torwart Nigbur, der im Buch „Der Mythos lebt. Die Geschichte des FC Schalke 04“ über Gutendorf sagte:

Mit dem Mann kam Farbe in den Verein". Schon damals hatte Gutendorf viel von der Welt gesehen, war im Ausland erfolgreich, hatte ein gewisses Flair. Das tat Schalke gut, denn solange ich bis dahin dort war, spielte sich gedanklich alles rund um den Schalker Markt (Straße und Platz in Gelsenkirchen, Anm.d.Red.) ab.“

1969/70: Auf starke Schalker Hinrunde folgt enttäuschende Rückserie

Auch in der Bundesliga legte der FC Schalke in der Saison 1969/70 zunächst einen starken Start hin. Nur eins der ersten neun Spiele ging verloren und die Gutendorf-Elf gehörte mit 13:5 Punkten der Spitzengruppe an. Doch nachdem die Hinrunde als Fünfter beendet wurde, konnten die Knappen in der Rückserie nicht mehr die guten Leistungen bestätigen.

Die Spielzeit beendete der Revierklub mit einer ausgeglichenen Bilanz von 34:34 Punkte und mit je elf Siegen und Niederlagen sowie zwölf Unentschieden nur auf Rang neun. Vor allem auswärts war Schalke anfällig, gingen doch gleich neun der 17 Gastspiele verloren. Hinter den Kulissen wurde zudem das Verhältnis zwischen Trainer Rudi Gutendorf und S04-Präsident Günter „Oskar“ Siebert, der sich gerne in die sportlichen Belange einmischte, immer angespannter.

Nach Gutendorf-Entlassung: Cendic übernimmt auf Schalke

Im Sommer 1970 glückte dem FC Schalke 04 auf dem Transfermarkt ein echter Coup, konnte man doch schließlich das Sturmjuwel Klaus Fischer von Absteiger TSV 1860 München verpflichten. Auch Gutendorf sah sich seitens der ungeduldigen Vereinsführung höheren Erwartungen ausgesetzt, die er schließlich nicht erfüllen konnte.

 

 

Nachdem die Knappen nur eins der ersten drei Spiele siegreich gestalten konnten und am 4. Spieltag eine 0:1-Heimpleite gegen Hertha BSC kassierten, wurde Rudi Gutendorf am 7. September 1970 auf Schalke entlassen! Die Mannschaft war zu diesem Zeitpunkt mit 4:4 Punkten auf den 10. Platz abgerutscht. Als Nachfolger präsentierte der FC Schalke Slobodan Cendic, der zuvor zwischen 1967 bis 1969 in Gelsenkirchen als Co-Trainer von Karl-Heinz Marotzke, Günter Brocker und auch Gutendorf fungierte. Unter Cendic wurde der FC Schalke 04 1971 Sechster - die bis dato beste Platzierung der Vereinsgeschichte!

Gutendorf: „Schalke-Präsident Siebert war nur eifersüchtig!

Als Schalke-Trainer war Rudi Gutendorf insgesamt 654 Tage im Amt und betreute den Revierklub in 73 Pflichtspielen. Seine Ausbeute liest sich mit 31 Siegen, 22 Unentschieden und 20 Niederlagen sowie 98:94 Tore positiv. Wobei die Liaison mit dem Erreichen des DFB-Pokalfinals und dem Halbfinale im Europapokal der Pokalsieger insgesamt als sehr erfolgreich zu bewerten ist.

Einzig mit dem Schalker Präsidenten Günter Siebert sollte Gutendorf nie wirklich grün werden. Im Gespräch mit „Der Westen“ erzählte der 2019 im Alter von 93 Jahren verstorbene Gutendorf: „Oskar war nur eifersüchtig, dass ich andauernd in den Zeitungen stand, er nur einmal im Monat. Das hat für Spannungen gesorgt.“

Doch lange blieb „Rudi Rastlos“ nicht ohne Trainerjob. Nur drei Wochen nach seinem Aus auf Schalke heuerte Gutendorf beim Ligarivalen Kickers Offenbach, wo er sich aber nicht lange im Sattel halten konnte. Am 13. September 2019 erreichte die Fußballwelt eine traurige Nachricht, denn Rudi Gutendorf verstarb im Alter von 93 Jahren und wurde zwei Wochen später auf dem Hauptfriedhof Koblenz beigesetzt!


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