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Saison 1975/76: Trainerentlassung von Max Merkel beim FC Schalke 04

Schalke 04 entlässt Max Merkel 1975/76

Bildquelle: Anefo CC BY-SA 0 [CC BY-SA 0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Seinen Dienst als Schalke-Trainer trat Max Merkel im Sommer 1975 mit vollmundigen Versprechen an: „Wir werden Meister!“ Doch seine Meister-Mission beim FC Schalke 04 wird zum absoluten Reinfall. Nur acht Monate nach seiner Verpflichtung kommt es im März 1976 zur Trainerentlassung von Max Merkel beim FC Schalke. Der Österreicher bekam auf Schalke wegen seiner scharfen Zunge und zynischen Sprüche sogar Hausverbot.

Nach der Trainerentlassung von Ivica Horvat Mitte Juni 1975 schüttelte der FC Schalke 04 mit Max Merkel eine äußerst prominente und erfolgversprechende Nachfolge-Lösung aus dem Ärmel. Der damals 66-Jährige kehrte nach sechs Jahren Abstinenz auf die große Bundesliga-Bühne zurück, nachdem er beim FC Sevilla und Atlético Madrid ein spanisches Gastspiel verlebte und kurzzeitiges ein Rückkehr-Intermezzo beim Zweitligisten 1860 München gab.

1975: Trainer Max Merkel mit forschen Sprüchen bei Schalke-Antritt

„Wir werden Meister“, übte sich Max Merkel, der als Sprücheklopfer bekannt war, bei den Knappen alles andere als in Zurückhaltung. Der FC Schalke wurde in der Saison 1974/75 Siebter, nun wollte Merkel mit dem Revierklub den großen Titelfavoriten Borussia Mönchengladbach und Bayern München das Fürchten lehren.

Mit seiner Meister-Aussage weckte Merkel enorme Erwartungen in Gelsenkirchen und er selber schien davon überzeugt. Zum einen ließ sich der gebürtige Wiener in seinen Vertrag eine Meisterprämie in Höhe von 100.000 DM sowie 50.000 DM für den DFB-Pokal in seinen Vertrag schreiben. Zum anderen schwärmte der neue Schalke-Trainer zu Beginn von seiner Mannschaft um die Offensivstars Klaus Fischer und Stan Libuda: „Eine Nationalmannschaft ohne Schalke ist wie ein Gebiss, in dem die Zähne fehlen.“

Nach Fehlstart: Merkel verabschiedet Schalke aus Titelrennen

Außerdem wusste Max Merkel wie man Meister wird. Vor seiner Zeit als Trainer des FC Schalke hatte er Rapid Wien (1957), 1860 München (1966), den 1. FC Nürnberg (1968) und Atlético Madrid (1973) zum nationalen Titelgewinn geführt. Nun wollte der große Zampano mit Schalke die Meisterschaft holen.

Doch die Resignation kam schnell. Genauer gesagt am 25. Oktober 1975. Nach einer 2:3-Pleite bei Aufsteiger Bayer Uerdingen beerdigte Merkel Schalkes Meisterträume zumindest verbal: „Wir werden kein Meister mehr“, sagte der Trainer nach der Niederlage am 11. Spieltag und angesichts vom 10. Platz in der Bundesliga Tabelle mit 10:12 Punkten. Dabei hatten auch Bayern und Gladbach ihre liebe Mühe im ersten Saisondrittel, an dessen Ende sensationell Eintracht Braunschweig das Klassement anführte.

„Hausmeister sind’s“ - S04-Trainer Merkel poltert gegen eigene Mannschaft

Schon zu Saisonbeginn deutete sich an, dass die Liaison Max Merkel und FC Schalke 04 nicht stimmig und harmonisch verlaufen sollte. Zum Ligastart verlor die Merkel-Elf mit 1:4 beim HSV, woraufhin der Übungsleiter polterte: „Einige glauben, sie seien schon Weltmeister. Aber Hausmeister sind’s.“ Merkel wollte mit gezielten Provokationen dieser Art, seine Mannschaft anstacheln und zu Höchstleistungen treiben. Das ging in die Hose.

In der Saison 1975/76 verbuchte Schalke in den ersten sieben Ligaspielen unter Neu-Trainer Merkel nur einen Sieg (3 Unentschieden, 3 Niederlagen). Allerdings waren die Bedingungen für den Österreicher bei den Königsblauen auch alles andere als optimal.

 

 

Gerichtsprozess & Transferposse: Max Merkel mit Problemen auf Schalke

S04-Coach Max Merkel musste immer mal wieder Trainingseinheiten absagen, da sich einige Spieler wegen ihrer Verstrickung in den Bundesliga-Skandal 1971 bis Weihnachten vor dem Landgericht verantworten mussten. Die Spieler hatten ihre Beteiligung hartnäckig geleugnet, bis sie geständig waren und des Meineids überführt wurden. Außerdem sorgte Neuzugang Branko Oblak für ein echtes Transfer-Hickhack. Der jugoslawische Nationalspieler musste in seiner Heimat den Militärdienst ableisten und stieß erst Ende Oktober zu den Knappen.

Zudem machte sich Merkel mit seinem gewohnt schroffen Umgangston in bester Militär-Manier wenig Freunde in der Mannschaft. Einen typischen Max Merkel Spruch musste sich etwa der damals 20-jährige Flügelstürmer Rüdiger Abramczik gefallen lassen, über den der Trainer sagte, „ehe Abramczik Nationalspieler wird, singe ich in der Metropolitan Oper in New York.“

Max Merkel bastelt verbal an Trainerentlassung auf Schalke

Trotz eines total verkorksten Saisonstarts verbesserte sich der FC Schalke dank einer Serie von sechs ungeschlagenen Spielen (2 Siege) bis zum Ende der Hinrunde auf Rang sechs. Was nicht zuletzt auch der Treffsicherheit von Klaus Fischer zu verdanken war. Der Stürmer erzielte bis zur Winterpause zwölf Treffer, wurde am Saisonende mit 29 Toren Bundesliga Torschützenkönig 1975/76.

Doch am Saisonende saß Max Merkel längst nicht mehr auf der S04-Bank. Vielmehr arbeitete der Wiener im Dezember verbal an seiner eigenen Trainerentlassung, als er sich mit einem seiner berühmtesten Sprüche den Unmut im königsblauen Lager zuzog: „Das Beste an Gelsenkirchen ist die Autobahnauffahrt nach München!“ Schalke-Präsident Günter Siebert ging prompt auf Distanz und ließ wissen: „Selbst, wenn wir noch Meister werden, wird der Vertrag mit Merkel auf keinen Fall verlängert.“

FC Schalke: Hausverbot für Max Merkel nach Entlassung - Rausch übernimmt

Trotz der dicken Luft und der sich anbahnenden Trennung nach der Spielzeit ging der FC Schalke 04 mit Max Merkel als Trainer in die Rückrunde. Als die Trainerlegende jedoch Anfang März kurz vor dem Auswärtsspiel gegen den FC Bayern verkündete, dass er Schalke nach der Saison verlässt und er „keine Lust mehr habe“, ging es ganz schnell. Drei Tage nach der 2:3-Pleite in München wurde der Österreicher am 9. März 1976 gefeuert. Der Klubvorstand votierte einstimmig für die Trainerentlassung von Max Merkel, die ihm von einem Boten am Trainingsplatz überreicht wurde.

Doch damit nicht genug. Schalke erklärte Max Merkel zur Persona non grata, der weder das das Vereinsgelände noch das Stadion betreten durften. Eine Retourkutsche der Knappen, nachdem Merkel mit seiner scharfen Zunge gegen Stadt, Verein und Spieler geschossen hatte.Von seinen Spielern, die sich größtenteils gegen Merkel stellten, verabschiedete er sich schriftlich mit einer Kreide-Botschaft auf der Taktik-Tafel. Als Merkel-Nachfolger bestimmt der FC Schalke dessen bisherigen Assistenten Friedel Rausch. Der Trainer-Neuling landete mit dem Revierklub auf Rang sechs und wurde ein Jahr später mit fast der identischen Mannschaft Vizemeister.


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