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Giro d´Italia 2019 Vorbericht - Radsport News, Infos und Streckenverlauf

Vorbericht zum Giro d´Italia 2019

Bildquelle: filip bossuyt from Kortrijk, Belgium [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Neueste Radsport News: Kommenden Samstag setzt es in Bologna den Startschuss zur 102. Auflage des Giro d'Italia 2019. Eröffnet wird sogleich mit einem hügeligen Einzelzeitfahren über acht Kilometer, das bereits erhebliche Lücken im Gesamt-Klassement schaffen könnte. Die erste Grand Tour des Jahres 2019 enthält einige ikonische Steigungen, wie den Gavia und Mortirolo, beinhaltet aber auch den noch nie da gewesenen Aufstieg zum Lago Serrù: den Colle del Nivolet.

Neben dem Zeitfahren am Eröffnungstag wird es noch ein Zeitfahren vor dem ersten Ruhetag geben, das sich über knappe 35 Kilometer erstreckt! Auch der letzte Renntag, am zweiten Juni in Verona, wird ein Einzelzeitfahren über 17 Kilometer. Dazwischen und gerade im letzten Drittel des Wettbewerbs jede Menge Bergetappen. Es dürfte also bis zuletzt spannend bleiben!

Das Etappenprofil der Giro d´Italia 2019

Die ersten neun Renntage, vor dem ersten Ruhetag, dürften vor allem die Zeitfahrer und die Puncheure das Gesamt-Klassement dominieren. Insbesondere das große (ebenfalls hügelige) Zeitfahren am neunten Renntag kann mit knapp 35 Kilometern große Löcher im Gesamt-Klassement reißen. Auch die Sprinter dürften in diesen frühen Etappen noch eine prominente Rolle spielen. Die Etappen zwei und drei verlaufen flach und gehen beide über 200 Kilometer. Das dürften die Sprinter, so früh im Wettbewerb, wohl nach Hause bringen. Etappe vier wird dann schon etwas volatiler, da sie in einem Finish bergauf endet und etwas hügeliger verläuft.

Die nachfolgenden Etappen sind überwiegend von einem hügeligen Profil geprägt. Insbesondere mit Steigungen nahe des Finishs, sodass dort sowohl gelungene Ausreißer-Aktionen als auch reduzierte Sprints denkbar sind. Allein Etappe fünf wird mit nur 140 Kilometern eine rasante, knackige Flachetappe. Auch die achte Etappe ist relativ flach, mit 239 Kilometern aber auch die längste des Wettbewerbs. Und das, ehe es in das ausgedehnte Zeitfahren am neunten Renntag geht. Der nachfolgende Ruhetag ist also sauer verdient.

Die Tour durch die Berge

Der zweite Tourabschnitt geht dann langsam in die Berge über. Die Etappen zehn und elf sind dabei aber noch flach wie eine Pizza. Sie stellen zwei der letzten Chancen für die Sprinter dar, sich noch einmal Punkte zu sichern, ehe die nachfolgenden Bergetappen zu überleben sind. Etappe Nummer zwölf enthält wieder einige Steigungen. Jedoch verlaufen die letzten 30 Kilometer überwiegend flach. Danach setzte es die ersten beiden Bergetappen. Die 23. Etappe beinhaltet rund 20 Kilometer Fahrt bergauf. Die Steigungen gehen bis 14 %. Ziel ist die debütierende Bergankunft: der Colle del Nivolet, gelegen im Gran Paradiso Nationalpark Italiens.

Mit einer Länge von knapp 200 Kilometern eine überaus schwere Etappe! Es folgt eine Bergetappe, die vielleicht nicht die ganz steilen Gradienten oder eine ausgedehnte Bergankunft aufweist. Doch die Luft wird immer dünner werden! Denn die 14. Etappe steigt und steigt kontinuierlich an. Sie führt zum höchsten Punkt des diesjährigen Giro d‘Italia 2019. Nach Courmayeur in der autonomen Region Aostatal, nur zehn Kilometer entfernt vom Mont Blanc, dem Dach Europas! Die 15. Etappe startet zunächst flach, verläuft in der letzten Hälfte wieder hügelig. Und zwar über das vertraute Terrain des Eintages-Monuments Il Lombardia! Anschließend folgt der nächste Ruhetag.

Weitere Infos zum Streckenverlauf der Giro d´Italia 2019

Das letzte Drittel wird zweifelsohne die entscheidende Phase des Wettbewerbs darstellen. Es geht direkt los mit der längsten Bergetappe, die sich über satte 226 Kilometer erstreckt und fünf Bergwertungen enthält. Darunter die im Giro d´Italia 2019 bestens etablierten Aufstiege zum Gavia und Mortirolo. Hier könnt es die ersten wirklich großen und entscheidenden Attacken auf das Gesamt-Klassement geben. Es lauern Aufstiege bis 18 %! Etappe Nummer 17 enthält dann eher nur Bergwertungen der Marke “kurz und knackig“, ist aber insgesamt nahezu permanent in einem sanften Anstieg begriffen. Die letzten zwei Drittel dieser Etappe sind quasi eine lediglich von kleineren Bergwertungen unterbrochene Rampe, die sanft aber kontinuierlich nach oben führt.

 

 

Am nächsten Tag werden die überlebenden Sprinter dann drei Kreuze machen, denn es geht wieder ins Flachland. Auch wenn die Etappe in den Bergen startet. Anschließend geht es in Etappe Nummer 19 wieder direkt in die Berge. Dabei werden mehrere kleine Anstiege von der Bergankunft des Tages überschattet, die zwar nie steiler als 6 % wird, aber dafür mit 13,6 durchgehenden Kilometern eine ausgedehnte Abnutzungsschlacht vor der Ziellinie in Aussicht stellt.

Wer unter den Spitzenanwärtern zu diesem Zeitpunkt die besten Berg-Beine hat, wird hier den wohl taktisch günstigsten Zeitpunkt vorfinden, um die Konkurrenz zu distanzieren. Eine Schlüsseletappe! Etappe Nummer 20 bietet dann noch mal vier dicke Bergwertungen auf. Das Ganze über 193 Kilometer. Es wird noch mal knüppelhart und eingedenk der Bergankunft, an die sich noch mal eine kurze Abfahrt anschließt, die zur Ziellinie führt, ist dies die Königsetappe des diesjährigen Giro d‘Italia. Je nachdem wir groß die Lücken nach knapp drei Wochen im Gesamt-Klassement sind, könnte das finale Zeitfahren in Verona über 17 Kilometer ein dramatischer Showdown oder eine reine Formsache werden.

Giro d´Italia 2019 Teilnehmerfeld und Favoriten

22 Teams mit jeweils acht Fahrern formen das 176 Fahrer starke Feld, das in Bologna an den Start geht. Darunter vier Wildcard Teams aus der Procontinental Tour: Androni Giocattoli - Sidermec, Bardiani – CSF und Nippo Vini Fantini Faizanè sind dabei überwiegend italienisch besetzt. Die Israel Cycling Academy präsentiert sich hingegen wieder mal als bunte Söldnertruppe. Die großen italienischen Hoffnungsträger sind natürlich Vincenzo Nibali (Bahrain Merida) für den Gesamtsieg und Elia Viviani (Deceunick QuickStep) für die Punktewertung. Nibali konnte den Giro d‘Italia schon zweimal gewinnen, hat aber seit seinem Sieg von Milan-Sanremo 2018 nichts mehr vorzuweisen.

 

 

Die großen Favoriten sind vor allem Primoz Roglic (Jumbo-Visma) und Simon Yates (Mitchelton-Scott). Roglic ist derzeit wohl in der Form seines Lebens und mit gleich drei Zeitfahrten im laufenden Wettbewerb kommt dieser einer seiner größten Stärken entgegen. Der Sieger der Vuelta 2018, Simon Yates, wird wohl sein ärgster Rivale sein. Aber auch Miguel Ángel López (Astana) und der ehemalige Giro Gewinner Tom Dumoulin (Sunweb) sind nicht zu ignorieren. Zum erweiterten Favoritenkreis können außerdem Ion Izagirre (Astana), Bob Jungels (Deceunick QuickStep) und Mikel Landa (Movistar) gezählt werden. Vorjahressieger Chris Froome (Team INEOS – ehemals Team Sky) wird nicht antreten. Sein Augenmerk liegt auf den Vorbereitungen für die Tour de France 2019, wo er sich mal wieder blicken lassen will.

Pascal Ackermann ebenfalls am Start

Deutsche Radrennfahrer sind bei dem diesjährigen Giro leider dünn gesät und werden im Gesamt-Klassement kaum eine prominente Rolle spielen. Aus deutscher Sicht wird das Rennen wohl eher mit Blick auf die Punktewertung interessant. Denn der amtierende deutsche Meister Pascal Ackermann geht für Bora-Hansgrohe als Sprint-Kapitän an den Start. Eine Kategorie, in der er sich durchaus etwas ausrechnen kann. Mit Michael Schwarzmann und Rüdiger Selig stehen ihm zwei erfahrene und starke Anfahrer aus deutschen Landen im Sprint zur Seite. Jasha Sütterlin tritt für Team Movistar an. Ein Team, das sich auf die Bergetappen spezialisiert hat.

Nico Denz ist wieder für AG2R am Start. Für beide ist es die zweite Teilnahme am Giro d´Italia 2019. Mit Roger Kluge (Lotto-Soudal), Paul Martens (Jumbo-Visma) und Christian Knees (Team INEOS) sind außerdem noch drei Routiniers aus Deutschland dabei. Kluge und Martens haben beide jeweils schon zweimal den Giro d´Italia gefahren. Der 38-jährige Knees hingegen ist ein absoluter Veteran. 19 unfassbare Grand Tour Teilnahmen stehen für Christian Knees zu Buche! Davon hat er nur eine Einzige nicht beendet. Seine beste Platzierung war Rang 19 bei der Tour de France 2009. Giro d´Italia 2019 wird also seine 20. Teilnahme an einer Grand Tour markieren (darunter die sechste Teilnahme am Giro d´Italia), was ihn wohl zu einem der diesbezüglich erfahrensten Helfer im Feld machen dürfte.


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