Gary Allen Russell Jr. mit Titelverteidigung Nummer fünf nach Sieg über Nyambayar

Gary Russel Jr. feiert seine Titelverteidigung gegen Tugstogt Nyambayar

Bildquelle: DEWALT POWER TOOLS FIGHT NIGHT CLUB 2010 [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Heute Nacht konnten Boxfans einen Boxen Livestream aus dem PPL Center in Allentown, Pennsylvania verfolgen. Showtime bot gleich zwei Titelkämpfe. Insgesamt wurden drei auf jeweils zwölf Runden angesetzt Boxkämpfe gezeigt.

Los ging die Übertragung mit einem Boxkampf im Boxen Superfedergewicht: Panamas Jaime Arboleda (15-1) gegen Puerto Ricos Jayson Velez (29-5-1). Hier erwischte der Veteran aus Puerto Rico den besseren Start. Gleichwohl Arboleda der jüngere und größere Kämpfer war, fand er nicht in die Distanz für seinen Jab. Stattdessen war es Velez, der mit intelligentem Druck, Timing und guten Pendelbewegungen Betrieb machte. Insbesondere am Ende der Zweiten musste Arboleda kassieren. Er war hier ganz klar zwei Runden hinten, suchte zu sehr nach dem KO-Punch.

Jayson Velez mit konditionellen Problemen

In Runde drei traten dann beide aufs Gas und gingen im In-Fight zu Werke. Beide mit Anteilen und entsprechend knapp war die Runde. Beiden Boxern hatten vorher einen KO prognostiziert – und keiner von ihnen beabsichtigte, falsch zu liegen! Runde vier konnte sich Arboleda dann sichern, da er vermehrt seinen linken Haken wirkungsvoll anbringen konnte. Velez zum Ende der Runde angeklingelt, blieb jedoch standhaft.

Runde fünf wurde dann zum offenen Schlagabtausch. Velez zunächst wieder mit Problemen. Er hatte am Tag zuvor drei Anläufe gebraucht, um das Gewicht zu bestätigen. Stellten sich hier konditionelle Probleme ein? So schien es. Zwar konnte Velez über das Herz im Boxkampf bleiben, doch Arboleda fand immer mehr Erfolg, gleichwohl er taktisch nicht wirklich etwas geändert hatte. Velez schwand zusehends und nahm auch immer mehr klare Treffer hin, die er ehedem noch gut vermeiden hatte können. Auch Runde sechs verlor er in diesem Sinne.

Arboleda siegt mit viel Dusel

Runde sieben war dann etwas langsamer. Was gemessen am Tempo in diesem Kampf immer noch relativ schnell war. Velez war wirklich ein zäher Brocken, der im Nahbereich immer noch großen Output zeigte. Ab Runde acht konnte er wieder in den Kampf zurückkommen. Beide trafen einander viel. 100 % Herz / 5 % Defensive! Es resultierte ein unterhaltsamer Schlagabtausch im Boxring für die Fans! Runde neun nahm den Fuß auch nicht vom Gas. Beide suchten klar den jeweils vorhergesagten Knockout – doch beide hatten bis hier hin das Kinn, um eben das zu negieren.

In der Zehnten bekam Arboleda dann Probleme. Es war das erste Mal in seiner Profikarriere, dass Arboleda solange im Ring stand. Und Velez erwies sich nicht zum ersten Mal in diesem Kampf als jemand, der auch am Limit noch Kämpferherz zeigte. Entsprechend konnte er sich hier Anteile sichern. Insbesondere als er Arboleda am Rande eines Niederschlags hatte. Die letzten Runden konnte sich dann Velez über Vorwärtsdrang sichern. In der Zwölften gelang ihm dann der Niederschlag! Arboleda nur noch am Überleben, um die Schlussglocke zu erreichen. Entsprechend schmeichelhaft war der Punktsieg, der Arboleda zu Teil wurde – wenn auch knapp. In den Augen der Kampfrichter hatte Velez wohl zu viele der mittleren Runden abgegeben.

Rigondeaux schwimmt gegen den Strom

Es folgte der Co-Main Event im Boxen Bantamgewicht: Kubas Ausnahmeboxer Guillermo Rigondeaux (19-1) gegen Venezuelas Liborio Solis (30-5-1). Es ging um den vakanten WBA-Titel. Rigondeaux ein ehemaliger Boxweltmeister, der bereits eine Boxen Gewichtsklasse drüber zwei Titel gehalten hatte. Er ging hier im hohen Alter von 39 Jahren den ungewöhnlichen Weg, sich im Gewicht nach unten und nicht etwa nach oben zu bewegen. Jedoch war es in seinem Fall verständlich, da Rigondeaux im Super Bantamgewicht immer ein sehr kleiner Kämpfer gewesen war. Sein Drang, künftig gegen noch größere junge Kerle zu bestehen, entsprechend überschaubar.

 

 

Beide Boxer waren offenbar vom vorherigen Boxkampf inspiriert, denn sie gingen sogleich Stirn an Stirn intensiv zu Werke, wobei Solis jedoch wesentlich mehr schmiss und landete. Rigondeaux zwischendrin mit vier harten linken Haken, die Solis Respekt abnötigten. Dennoch beendete dieser die Runde wesentlich aktiver und erfolgreicher. Runde zwei dann jedoch wesentlich langsamer, weil Rigondeaux sich auf seine Qualitäten in der Distanz besann und seinen Jab nutzte, um den Kampf lang zu machen. Wirklich viel landete jedoch keiner von beiden. Eine komplett andere Runde als noch die erste, sodass die bis hier hin verwöhnten Fans etwas rastlos wurden.

„Sweet Science“ von Rigondeaux

Runde drei wurde von Rigondeaux beherrscht, der nahezu sämtliches Tempo aus dem Boxkampf nehmen konnte, indem er sich sehr smart außen bewegte. Solis frustriert. Die Fans allerdings auch. Kaum Output, weil Solis nicht mehr unterbrachte, Rigondeaux aber auch nicht. Mehr davon in Runde vier. An dieser Textur sollte sich auch nichts ändern. Denn Rigondeaux tat, was er besser als die meisten kann: Mit akkurater und wohl dosierter Bewegung sowie mit einem unfassbaren Sinn für Timing, den Gegner komplett aus dem Kampf nehmen. Solis sah überhaupt kein Land mehr! Er gewann höchstens noch indirekt Runden, wenn Rigondeaux gerade keine Lust hatte, besonders viel zu schlagen.

Für den gemeinen Fan nichts, was ihn hinter dem Ofen vor lockt. Doch für Puristen ist Rigondeaux einfach ein Könner, wie es historisch nicht viele gegeben hat. Der zweifache Goldmedaillen Gewinner aus Kuba macht Kämpfe "langweilig", weil ihn kaum einer berühren kann, wenn er es nicht zulässt. In diesem Sinne lief Solis nur noch hinterher. In Runde sieben wurde er niedergeschlagen. Und nur anhand von Rigondeauxs Gnaden durfte er mit ihm über die Distanz gehen. Rigondeaux gewann überraschend nur eine Split-Decision. Keine Ahnung, welchen Kampf der eine Kampfrichter gesehen hatte. Rigondeaux wurde somit zum ältesten Boxweltmeister im Bantamgewicht! Mit 39 Lenzen zeigt er immer noch, wie es geht. Treffen, ohne getroffen zu werden!

Russell reißt den Kampf über die Arbeitsrate an sich

Es kam zum Hauptkampf im Federgewicht: Gary Allen Russell Jr. (30-1) gegen den Mongolen Tugstsogt Nyambayar (11-0). Es ging um die WBC-Krone im Federgewicht. Russell bereits mit vier erfolgreichen Verteidigungen eben jenes Titels. Runde eins wurde sogleich eine prickelnde Angelegenheit. Russell ließ sein klasse Hand-Speed aufblitzen. Doch Nyambayar ein gefährlicher Stalker im Ring, dessen schlagkräftige Rechte immer auf dem Schirm sein muss! Ein kurzer Schreckmoment diesbezüglich in Runde eins, als Russell strauchelte. Es war jedoch ein Stolperer, kein Niederschlag.

 

 

In der Folge nahm Russell Runden über Output, Schlaggeschwindigkeit sowie Präzision. Doch die virtuelle Gefahr von Nyambayars Schlagkraft schwebte immer wie ein Damokles Schwert über dem Boxkampf! Aber solange er damit keine Tatsachen schuf, konnte ein hochkonzentriert agierender Russell hier Runde um Runde nehmen. Nach vier Runden fand Russell mehr und mehr seinen Groove. Nyambayar musste hier mit dem Fuß aufs Gas gehen, wenn er nicht zu sehr ins Hintertreffen geraten wollte. Entsprechend bedrängte ihn seine Ecke.

Nyambayar findet zu spät in den Kampf

Auch in der Fünften tat sich Nyambayar, der überraschend viele Anhänger im Publikum hatte, immer noch schwer. Allerdings sah er scheinbar ein, dass er mehr riskieren musste. Seine Bemühungen wurden sofort von seinen lautstarken Fans gefeiert. Dennoch war die Kulisse kaum repräsentativ, denn Russell gewann hier bislang so gut wie alle Runden. Er war einfach viel akkurater, schmiss mehr und sein Jab war absolut etabliert. Immer wieder erwischte er Nyambayar auf dem Weg rein.

In Runde sieben setzte Russell dann ein Statement, als er selbst erstmals nach vorne ging. Dadurch öffnete sich der Boxkampf scheinbar ein wenig. Doch dieser Eindruck täuschte, denn auch im Vorwärtsgang blieb Russell am Drücker und erinnerte Nyambayar daran, dass er ihn hier nicht einfach nach Belieben durch den Ring jagen konnte. Nyambayar biss sich zwar auf die Lippen, aber er schien zunehmend frustriert. Allein in den letzten vier Runden gelang dem zähen Mongolen wieder die Rückkehr in den Kampf, als er mit Körpertreffern landete und Russell konditionell fordern konnte. Einige der besten Szenen von Nyambayar resultierten in den letzten Runden. Doch zu wenig und zu spät, um hier Russell noch genügend Wasser abzugraben, sodass dieser seine fünfte Titelverteidigung festmachen konnte.


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