Boxprofi Tobias Voss vergewaltigte 15-jährige - Urteil: 4 Jahre und 9 Monate

Tobias Voss muss wegen Vergewaltigung ins Gefängnis

Bildquelle: www.Tobias-Voss.eu [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Wie auf dem Foto dürfte Boxprofi Tobias Voss wohl nach dem Urteil des Landgerichts Essen nicht mehr jubelnd posieren. Voss wurde wegen Vergewaltigung seiner damals 15-jährigen Ex-Freundin zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Doch der Reihe nach! Vor vier Jahren lernten sich der Boxer und die damals 15-jährige kennen.

Das Mädchen fand Tobias Voss „toll“, wie Richter Volker Uhlenbrock in der Verhandlung sagte. „Der Boxheld von Dorsten“ schindete zunächst Eindruck bei der Minderjährigen. Die beiden kamen zusammen, nachdem sie sich im Sommer 2015 kennenlernten. Die Beziehung sollte nicht lange andauern, wie nun herauskam. Voss interessierte sich wohl auch für andere Damen, was natürlich bei seiner damaligen Freundin nicht gut ankam Sie konfrontierte den damals 22-jährigen, wodurch es zur Vergewaltigung kam.

4 Jahre und 9 Monate Knast für Voss

Das Gericht hielt die Aussagen der Ex-Freundin für glaubwürdig, was Richter Uhlenbrock unterstrich: „Ein Erwachsener, der fast noch ein Kind vergewaltigt.“ Die Beweise lagen schwer und das Urteil bringt den Boxprofi Tobias Voss für 4 Jahre und neun Monate hinter Gittern. Hinzu kommt noch ein Urteil von 2017, als eine andere Instanz des Landgerichtes ihn wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilte. Die Strafe vor zwei Jahren: 1 Jahr und acht Monate auf Bewährung.

Was ist passiert? Voss hatte seinen ehemaligen Bekannten den Kiefer gebrochen. Die Gründe für seine Tat blieben ungeklärt. Die Anklage warf ihm damals vor, dass er das Opfer in seiner Wohnung aufgesucht haben soll und ihm mehrfach mit der Faust ins Gesicht schlug. Ferner wurde berichtet, dass er seinem ehemaligen Bekannten die Haare abschnitt und ihm mit dem Tode drohte, falls dieser zur Polizei gehen würde.

Tobias Voss war schon auf Bewährung

Ebenso sei die Rede von 5.000 Euro Schutzgeld, die der ehemalige Freund Voss aushändigen sollte. Tobias Voss ist also kein unbeschriebenes Blatt und hat einiges auf dem Kerbholz. Von einem dummen Jungenstreich konnte man damals schon nicht reden. Voss kam dennoch mit einem blauen Auge davon.

Dieses Mal aber nicht, denn seine Bewährung wurde aufgehoben und mit dem jetzigen Urteil zusammengelegt. Verhandelt wurde bereits seit dem 3. Dezember 2018. Nun also das Urteil, welches Voss seine Karriere im Ring kosten dürfte.

Während der Verhandlung zeigte der Boxer keine Reue. Im Gegenteil, er verhöhnte das Opfer durch sein „hämisches“ Lachen. Und auch bei der Urteilsverkündung applaudierte der 26-jährige. Noch stärker kann man ein Gericht kaum noch missachten. Für das heute 19-jährige Opfer dürfte die Verhandlung sicher ein bezeichnendes Erlebnis gewesen sein. Der Vater von Tobias Voss war ebenfalls bei der Urteilsverkündung anwesend und wurde bereits im Vorfeld vom Richter aufgefordert worden sein, auf Missfallensbekundungen zu verzichten.

Verteidiger Rautenberger bezichtigt Opfer der Lüge

Richter Uhlenbrock wies ihn darauf hin, abfällige Bemerkungen sein zu lassen, was sicherlich schwerfallen dürfte, wenn man sein eigener Sohn als möglicher Vergewaltiger vor Gericht steht. Tobias Voss schwieg zu den Vorwürfen, die gegen ihn vorgebracht wurden. Sein Verteidiger Roland Rautenberger, der bereits in der ersten Verhandlung für Voss Partei ergriff, sprach in seinen Anträgen, welche die Klage wohl abweisen sollte, von Lügen, die die 15-jährige verbreitete. Sie würde den Boxer zu Unrecht belasten.

Richter Volker Uhlenbrock sah die Sache anders: „Sie sind zum Lügen bereit, um ihre frühere Freundin zu belasten." Immer wieder kam es auch zu Beschimpfungen während der Verhandlung. Voss sagte zwar zu den Vorwürfen nichts, aber dafür umso mehr diskreditierte er seine Ex-Freundin. Der Richter fuhr fort, dass die damalige Beziehung der Beiden sehr einseitig war.

So geht aus Chat-Protokollen wohl hervor, dass sich Tobias Voss als „Bestimmer“ sah. Nur er hat zu entscheiden und seine damalige Freundin sollte ihn gewähren lassen, um es milde auszudrücken. Die Frage, die sich hier stellt: Ist man mit 22 Jahren bereits erwachsen genug, um zu wissen, wie und mit welchen Methoden man auf eine 15-jährige Einfluss nehmen kann? JA, denn Tobias Voss war auch mit seinen jungen 22 Jahren erwachsen genug. An seiner geistigen Reife gab es jedenfalls nichts zu bemängeln.

Große Karriere stand bevor - Ex-Kickbox-Weltmeister und Profiboxer nun im Knast

Dabei hatte für den Profiboxer alles so gut angefangen. Bevor er zum Boxen überging, war er bereits deutscher Amateurmeister und später Weltmeister im Kickboxen. Es sollte eine große Karriere im Boxring folgen. Aktuell wird er bei Boxrec als „inaktiv“ geführt. Bis dahin hatte er 11 Boxkämpfe bestritten. Davon gewann er 9 Fights, ein Kampf ging Unentschieden aus und einen Kampf verlor er im November 2016 gegen Ziso Poulitsa.

Die große Karriere dürfte ihm nun wohl verwehrt bleiben. Wenn Tobias Voss die komplette Haftstrafe absitzen muss, dann ist er bei seiner Entlassung 31 Jahre alt. Sicherlich ist er dann noch nicht zu alt, um wieder in den Ring zu steigen, aber ob die Sinnhaftigkeit vorhanden ist, sei dahingestellt.

Tobias Voss wird im Gefängnis aufpassen müssen, denn Vergewaltiger und Kinderschänder stehen in der Knast-Hierachie ganz unten. Keine rosigen Zeiten also, was dem Opfer sicherlich guttun wird, nachdem das an ihr verübtes Verbrechen nun gesühnt wurde.


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