Vorschau und Aussichten der Santos Tour Down Under 2019 in Australien

Vorbericht zur Santos Tour Down Under 2019

Bildquelle: Connor Mah [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

In drei Tagen ist es soweit: Die UCI World Tour 2019 in der Eliteklasse der Herren beginnt! Erst kürzlich berichtete Sport-90 über diverse Neuerungen im Ranking-System und über den neuen Terminplan. Eben jener startet nun in Australien mit der Santos Tour Down Under. Diese stellt zum wiederholten Male den Anbeginn einer World Tour dar.

Auf sie folgt, ebenfalls noch im Januar, das Cadel Evans Great Ocean Race. Am 25. Februar folgt dann die neu eingeführte UAE-Tour (durch die Vereinten Arabischen Emirate), ehe es im März erstmalig auf europäischem Boden mit dem Omloop Het Nieuwsblad in Belgien weitergeht. Die Santos Tour Down Under 2019 bringt es auf sechs Etappen, wobei jedoch keine nennenswert länger als 150 km ist. Das Etappenprofil ist dabei eher flach bis leicht hügelig.

 

Es wird also ein Kampf zwischen den Teams der Sprinter und den auf Klassikern und Etappensiegen spezialisierten Einzelfahrern, die vermutlich früh angreifen werden. Eine so relativ kurze Rundfahrt lebt selbstverständlich von der Dynamik, dass jede Etappe und jede Sekunde zählt! Dabei dürfte es bis zum Ende spannend bleiben, denn das finale Etappenziel wird dieses Mal eine Bergankunft sein. Die letzte Etappe ist nämlich zugleich die Königsetappe mit Zielankunft am Willunga Hill.

Diese einzige einigermaßen ernst zu nehmende Bergetappe war zuvor als vorletzte Etappe im Programm. Nun stellt sie das große Finale dar. Mit dem Potenzial am letzten Tag für große Attacken und noch größere Überraschungen zu sorgen.

Das Fahrerfeld bei der Tour Down Under

Zum Startschuss der UCI World Tour sind natürlich alle 18 World Tour Teams verpflichtet, eine Fahrerformation zu stellen. Diese Teams bestehen aus je sieben Fahrern. Außerdem ist noch mit UniSA-Australia ein australisches, sechsköpfiges Wildcard-Team mit dabei. Doch der eigentliche, zumindest nominelle, Platzhirsch dürfte das australische World Tour Team Mitchelton-Scott sein. Diese treten hier als Titelverteidiger auf. Die Tour Down Under 2018 wurde nämlich recht überraschend vom Südafrikaner Daryl Impey gewonnen, der nun wieder als Klassement-Fahrer von Team Mitchelton-Scott ins Rennen geschickt wird.

Im Kampf um die Sprinter-Krone sowie um Etappensiege ist Team Deceuninck - Quick Step wieder mit vorne dabei. 2018 fuhren sie alles in Grund und Boden, als sie sagenhafte 73 Renn- bzw. Etappensiege bei der World Tour einfahren konnten! Mit Elia Viviani tritt in ihrem Namen einer der besten Sprinter überhaupt an, in dessen Dienste dieses Team zweifelsohne taktisch agieren wird. Viviani startet mit dem Rückenwind einer bockstarken Saison 2018, in der er italienischer Meister wurde und insgesamt sieben Etappensiege allein bei der Vuelta Espana und dem Giro d‘Italia einfahren konnte! Auch bei kleineren Touren trat er stark in Erscheinung. So konnte er unter anderem bei der letztjährigen Dubai-Tour sowohl die Gesamtwertung als auch die Sprint-Wertung für sich entscheiden und holte überdies das grüne Trikot bei der Abu-Dhabi-Tour. Mit ihm wird auf alle Fälle zu rechnen sein!

Gerade aus deutscher Sicht könnte es interessant werden

Aber auch das Team Bora-Hansgrohe ist nicht nur aus Pflichtbewusstsein mit von der Partie. Mit Peter Sagan und Australiens Jay McCarthy, der selber schon Dritter bei der Tour Down Under wurde, haben sie zwei Eisen für Etappensiege im Feuer. Dabei will Peter Sagan es laut eigener Aussage zunächst einmal ruhig angehen lassen. Wie viel von diesem bescheidenen Vorsatz des ehemaligen, zweifachen Weltmeisters übrig bleibt, so wie er erst einmal auf dem Rad sitzt, werden wir dann sehen. Mit Maciej Bodnar, Daniel Oss, Neuzugang Oscar Gatto, Gregor Mühlberger und Lukas Pöstlberger ist das Aufgebot von Bora-Hansgrohe nicht zu verachten.

Bei dem anderen Team aus deutschen Landen, Team Sunweb, wird vor allem Max Kanter ein spannender Kandidat sein. Für ihn ist es das World Tour Debüt. Er tat sich im U-23 Bereich bereits als starker Sprinter hervor, könnte als durchaus für einige Überraschungen sorgen, eingedenk des doch recht Sprinter-freundlichen Streckenprofils. Für Team Sunweb treten außerdem Cees Bol, Johannes Fröhlinger, Chris Hamilton, Jai Hindley, Michael Storer und Max Walscheid an. Team Sky schickt als Klassement-Fahrer den erfahrenen Holländer und Neuzugang Wout Poels ins Rennen. Ihm steht mit Christian Knees ebenfalls ein deutscher Helfer zur Seite.

Los geht es am 15. Januar (also kommenden Dienstag) um 11 Uhr Ortszeit. Die Etappe wird eine Laufzeit von etwas dreieinhalb Stunden haben. Dabei ist zu beachten, dass uns die Australier in Adelaide neun Stunden voraus sind.


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