Braunschweig & ´Lautern zum Aufsteigen verdammt - Kampf um Existenz

Braunschweig und Kaiserslautern mitten im Existenzkampf

Bildquelle: Chivista [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

15 von 20 Klubs der 3. Liga schrieben vergangene Saison rote Zahlen. Dies hat zum Teil strukturelle Gründe. So sind bereits hohe Anforderungen in Liga drei gegeben, was Wettbewerb und Spielstätte anbelangt. Sport-90 berichtete bereits über die finanziellen Fallstricke in der 3. Liga. Diese betreffen insbesondere Absteiger, da bei einem Abstieg von der 2. in die 3. Liga die Einkünfte signifikant einbrechen.

Der DFB schiebt den Schwarzen Peter gerne an die Vereine weiter und gemahnt, dass diese zu viele Ausgaben hätten. Immerhin würden jedem Drittliga-Verein pro Saison durchschnittlich 7,5 Millionen Euro zukommen. Jedoch lesen sich 7,5 Millionen nicht mehr so beeindruckend, wenn man weiß, dass diese noch nicht einmal die wegfallenden Fernsehgelder zwischen der 3. Liga und der 2. Bundesliga ausgleichen.

Zumal die Spieler in der zweiten Spielklasse in etwa viermal mehr verdienen als eine Etage weiter unten in Liga 3, wo laut dem DFB die Gehälter zu hoch sein sollen. Dort wird man schon wissen, warum man das Insolvenzverfahren solcherart gelockert hat, dass dieses jetzt nur noch neun punkte Abzug und keinen kategorischen Zwangsabstieg mehr nach sich zieht. Etwas, worauf einige Drittligisten bald angewiesen sein könnten.

Braunschweig in den Spuren Aachens

Eintracht Braunschweig ist momentan in jeder Hinsicht am Boden. Sportlich stehen sie auf dem letzten Tabellenplatz. Und das schon nahezu seit Anbeginn und kontinuierlich. Sollte Braunschweig nun abermals absteigen, es wäre eine radikale Zäsur. Man erinnere sich und staune: 2014 hat Braunschweig noch in der 1. Bundesliga gespielt! Den einjährigen Aufenthalt 2013/2014 hatte Braunschweig zwar genutzt, um sich zu entschulden, hat dafür aber sportlich den direkten Wiederabstieg in Kauf nehmen müssen. Danach versuchte man (ähnlich wie der FCK) ambitioniert aber vergebens, wieder aufzusteigen.

Doch letzte Saison kam dann der überraschende Abstieg, der sich erst an den letzten paar Spieltagen herauskristallisierte. Sollte Braunschweig tatsächlich durchgereicht werden und sich gleichermaßen unverhofft wie rasch in der Regionalliga wiederfinden, dann würde der Leim ganz schnell ganz dünn werden. Da kann man gerne bei Alemannia Aachen nachfragen. Die haben sogar auch mal in der ersten Liga gespielt.

Kaiserslautern – perspektivlos im Niemandsland

Schon in Liga zwei knarrte und ächzte der Etat der roten Teufel an allen Ecken und Enden. Drei verpasste Aufstiege in Serie, in die viel investiert wurde und mit einem Stadion am Bein, das man sich unterhalb der 1. Bundesliga kaum leisten kann (WM Größenwahn sei Dank), war der FCK im Grunde genommen schon in der 2. Bundesliga in einer wirtschaftlich prekären Situation. So wurde in der Winterpause vor dem Abstieg bereits eingeräumt, dass eine Sanierung in der 2. Liga "nicht möglich" sei. In Liga 3 wäre der direkte Wiederaufstieg folglich oberste Pflicht für die Pfälzer. Doch danach will es nach 15 Spieltagen nicht so recht aussehen. Mit derzeit 20 Punkten und 21:23 Toren steht der 1. FC Kaiserslautern in der Tabellenmitte und ist den Abstiegsrängen rechnerisch näher als dem Relegationsplatz. Ganz zu schweigen von Platz 2 oder 1. Momentan würde niemand auf die Idee kommen, dass die roten Teufel um den Aufstieg mitspielen.

Doch selbst wenn sie auf Platz eins stünden, kämen auf den FCK bange Zeiten zu. Denn mittlerweile ist der Investitionsbedarf dort so groß, dass selbst im Falle eines sportlichen Aufstiegs immer noch die Insolvenz drohen könnte. Bereits um überhaupt für die 3. Liga zugelassen zu werden, war man auf rund acht Millionen Euro Fremdkapital angewiesen. Für diese Saison ist ein Minus von gut und gerne fünf Millionen Euro prognostiziert. Und im Sommer wird die Rückzahlung der Fan-Anleihe von 2013 fällig: satte 6,7 Millionen! Mittlerweile sucht der FCK händeringend nach Investoren. Was früher aus unumstößlicher Tradition gar nicht in die Tüte kam, ist plötzlich die letzte verbliebene Option für den FCK. Ein Retter ist indes noch nicht in Sicht. Und den zu finden, wird auch alles Andere als einfach. Denn wer Fußball-Monopoly spielen will, wird viele Alternativen auftun können, die finanziell nicht so vorbelastet sind wie der FCK.


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