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Saison 1974/75: Trainerentlassung von Hermann Eppenhoff beim VfB Stuttgart

VfB Stuttgart entlässt Hermann Eppenhoff

Bildquelle: Bert Verhoeff for Anefo CC BY-SA 0 [CC BY-SA 0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Hermann Eppenhoff brachte als einer der wenigen das Kunststück fertig, als Spieler und Trainer Deutscher Meister zu werden. Während seiner Trainerstation beim VfB Stuttgart Anfang der 1970er räumte Eppenhoff zwar keine Titel ab, feierte aber dennoch beachtliche Erfolge. Am 1. Dezember 1974 kam es dennoch zur Trainerentlassung von Hermann Eppenhoff beim VfB Stuttgart. Eppenhoff wurde auch Opfer einer verfehlten Transferpolitik. Sport-90 blickt zurück.

Der legendäre Hermann Eppenhoff nahm im Sommer 1972 Platz auf der Trainerbank des VfB Stuttgart. Der damals 53-Jährige, der als absoluter Fachmann galt, suchte nach zuvor fünf Jahren Trainertätigkeit beim VfL Bochum eine neue Herausforderung, die er in Stuttgart fand.

Trainer Hermann Eppenhoff mit starker Debüt-Saison beim VfB

Im Schwabenland wurde Hermann Eppenhoff zum Nachfolger von Branko Zebec auserkoren, von dem sich der VfB Stuttgart nach zwei enttäuschenden Spielzeiten 70/71 und 71/72 trennte. Eppenhoff sollte den ambitionierten VfB in der Bundesliga Tabelle nach einem 12. und 8. Platz nach vorne führen. Das glückte dem Meistertrainer, der 1963 mit Borussia Dortmund den Titel holte und 1965 DFB-Pokalsieger wurde. Zudem wurde der ehemalige Stürmer mit dem FC Schalke dreimal als Spieler Meister (1939, 1940, 1942), avancierte so zu einer Fußballlegende der Königsblauen.

Denn gleich in seiner ersten Saison 1972/73 als VfB Stuttgart Trainer wurden die Schwaben Sechster. Für das Bundesliga Gründungsmitglied war es nach zwei 5. Plätzen 1964 und 1969 das drittbeste Abschneiden in der bis dato zehnjährigen Ligazugehörigkeit, mit der man sich auch für den UEFA-Pokal qualifizierte.

Sommer 1974: Star-Aderlass als Hypothek für VfB-Trainer Eppenhoff

Vor der Spielzeit 1973/74 sollten die Verantwortlichen des VfB Stuttgart um den damaligen Präsidenten Hans Weitpert allerdings folgenschwere Transferfehler begehen. So wurde die erfolgreiche Sturmreihe um die Leistungsträger Dieter Schwemmle (6 Tore in 33 Spielen), Wolfgang Frank (11 Tore in 26 Spielen) und Horst Köppel (11 Tore in 29 Spielen) gesprengt und vollständig auf dem Transfermarkt abgegeben.

Bei Köppel bewahrheiteten sich die Gladbacher Transfergerüchte und er wechselte zu den Fohlen. Schwemmle (Twente Enschede) und Frank (AZ Alkmaar) zog es in die Niederlande. Gleichwertiger Ersatz wurde nicht verpflichtet, stattdessen vornehmlich auf Nachwuchstalente aus der eigenen Reihe und die Kompetenz von Trainer Eppenhoff gesetzt. Nur der heutige VfB-Rekordspieler Hermann Ohlicher wurde als einziger externer Neuzugang an den Neckar geholt. Zunächst ging die Rechnung auch einigermaßen auf.

Eppenhoff & VfB Stuttgart sorgen für Furore im Europapokal

In der Bundesliga-Saison 73/74 landete der VfB Stuttgart als Neunter mit einer Bilanz von zwölf Siegen, sieben Unentschieden und 15 Niederlagen und 31:37 Punkten (43 Punkte nach der heutigen Dreipunkteregel) immerhin in der oberen Tabellenhälfte. Wobei sich Ohlicher als Glücksgriff erwies, der mit 17 Ligatoren regelrecht durchstartete und damit den Grundstein für seinen VfB-Legendstatus legte.

Wesentlich besser lief es für den VfB Stuttgart im Europapokal. Denn im UEFA-Cup stürmte die junge, unerfahrene Eppenhoff-Elf sensationell bis ins Halbfinale und sorgten damit für eine neue Bestmarke der Vereinsgeschichte. Auf dem Weg in die Vorschlussrunde wurden Olympiakos Nikosia, Tatran Prešov, Dynamo Kiew und Vitória Setúbal ausgeschaltet, ehe der VfB Stuttgart gegen den späteren Titelgewinner Feyenoord Rotterdam hauchdünn das UEFA-Pokal-Finale verpasste (1:2, 2:2).

 

 

1974/75: Trainer Eppenhoff kann Stuttgart-Absturz nicht verhindern

Im Sommer 1974 hatte VfB-Trainer Hermann Eppenhoff allerdings den nächsten Abgang eines Leistungsträgers zu beklagen. Diesmal wurde der laufstarke Offensivakteur Karl-Heinz Handschuh abgegeben und für 400.000 D-Mark an Aufsteiger Eintracht Braunschweig verkauft. Mit dem VfB Stuttgart ging es danach steil bergab.

Nach dem 1:0-Auftaktsieg gegen den VfL Bochum am 1. Spieltag hagelt es in der Bundesliga sechs Pleiten am Stück. Zudem ereilte die Schwaben in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen Bayern München (2:3) das frühzeitige Aus. Zwar glückte dem VfB Stuttgart im Ligabetrieb unter Eppenhoff noch zwei Siege gegen die Kellerkinder Wuppertaler SV (5:1) und Tennis Borussia Berlin (2:1). Zudem gab es ein spektakuläres wie historisches 5:5-Remis am 13. Spieltag bei Eintracht Frankfurt, wobei der Punktgewinn durch zwei späte Treffer von Ohlicher und Egon Cordes zustande kam. Doch die Eppenhoff-Elf steckte im Tabellenkeller fest.

Abstiegssorgen: VfB-Trainer Eppenhoff wegen Erfolglosigkeit entlassen

Nach zwei deftigen Auswärtsklatschen binnen vier Tagen Ende November gegen direkte Abstiegskonkurrenten ereilte Hermann Eppenhoff die Trainerentlassung beim VfB Stuttgart. Die Brustringträger verloren erst mit 2:5 im Weserstadion gegen Werder Bremen, ehe sie mit 0:6 auf dem Betzenberg gegen den 1. FC Kaiserslautern unter die Räder kamen.

Am 1. Dezember 1974 wurde Eppenhoff gefeuert. Eine nachvollziehbare Entscheidung, belegte der VfB Stuttgart beim Eppenhoff-Abgang zum Ende der Hinrunde als Tabellen-16. doch einen direkten Abstiegsplatz. Lediglich drei der bis dahin 15 Ligaspiele wurden gewonnen, denen zehn Niederlagen gegenüberstanden.

Nach Eppenhoff-Entlassung: Neu-Trainer Albert Sing steigt mit VfB ab

Hans Eppenhoff musste als zweite Übungsleiter in der laufenden Saison 1974/75 seinen Hut nehmen. Vor dem Mann aus dem Kohlenpott ereignete sich die Trainerentlassung von Horst Buhtz beim Wuppertaler SV. Und wer wurde neuer Trainer beim VfB Stuttgart? Zunächst übernahm Fritz Millinger das Traineramt, der die Mannschaft aber nur für eine Partie betreute - ein 2:1-Heimerfolg gegen den MSV Duisburg.

Wie im Vorfeld vereinbart, rutschte Millinger anschließend ins zweite Glied und wurde Assistent des neu verpflichteten Albert Sing. Für Sing war es nach 1966/67 das zweite Trainer-Engagement beim VfB. Doch der zum Retter berufene Albert Sing konnte den Abstieg nicht verhindern. Am Ende der Saison 1974/75 stieg das Gründungsmitglied aus Stuttgart erstmals in die 2. Liga ab. Für Hermann Eppenhoff sollte der VfB indes die letzte Trainerstation in der Bundesliga und im höherklassigen Fußball gewesen sein. Der „Gentleman“ war 76/77 noch kurzzeitig beim Zweitligisten 1. FC Union Solingen tätig, danach beendete Eppenhoff mit 57 seine Trainer-Laufbahn.


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