Transfergerüchte: Real Madrid auf der Jagd nach Mbappé, Neymar und Mané

Real Madrid Transfergerüchte

Bildquelle: Raphaël Labbé [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Zinédine Zidane ist nach weniger als einem Jahr zurück an alter Wirkungsstätte im Santiago Bernabeu. Durch den historischen Dreifachsieg der Champions League gilt der Kopf der französischen Weltmeistermannschaft von 1998 als erfolgreichster Vereinstrainer der jüngeren Fußballgeschichte. Grund genug für Real Madrid, seinem Liebling Mitte des Kalenderjahres einige vorgezogene Weihnachtsgeschenke in Form von namhaften Zugängen zu überreichen, um das in dieser Saison in ungewohnte Schieflage geratene weiße Starensemble, das unter anderem im Champions-League-Achtelfinale an Ajax Amsterdam gescheitert war, wieder in die Erfolgsspur zu setzen.

Mit Eder Militao vom FC Porto ist bereits ein Rekordtransfer in trockenen Tüchern. 50 Millionen Euro zahlt Real für das große brasilianische Talent: die höchste Summe in der Historie Madrids für einen Abwehrspieler, die überhaupt höchste im portugiesischen Vereinsfußball. Doch könnte dieser Wechsel schnell in den Schatten gestellt werden, wenn man sich die Namen anschaut, mit denen Real Madrid aktuell in Verbindung gebracht wird: Neymar, Sadio Mané, Kylian Mbappé, Raheem Sterling, Eden Hazard, Timo Werner – und viele andere.

Hazard und Eriksen anscheinend realisierbar – aber für einen Real-Wunschspieler nicht gut genug

Seit Zinédine Zidane jüngst zurück auf die Trainerbank im Santiago Bernabeu gekehrt ist, kochen die Transfergerüchte um Real Madrid hoch wie keine eines zweiten Vereins auf dem Globus – und über. Klar: Das Team 2018/19 hat aus Sicht eines nationalen und internationalen Dauergewinners nicht mehr und nicht weniger als auf der ganzen Linie versagt. Die Zusage des Vereins, im Sommer enorm viel Geld für neue Spieler auszugeben, ist gemacht. Da stellt sich letztlich die Frage: Wer von den großen Namen wird es werden? In den Ring wird so ziemlich alles geworfen, was in der Fußballwelt Rang und Namen hat und nicht bei drei auf den Bäumen ist.

In der Fraktion der Stars steht ein Name zwar schon lange sehr weit oben auf der realistischen Newcomer-Liste der Blancos, aufgrund des 2020 auslaufenden Vertrages beim FC Chelsea ist ein Wechsel in diesem Sommer jedoch so wahrscheinlich wie zuvor selten: Eden Hazard hat nie einen Hehl daraus gemacht, irgendwann einmal für Real Madrid spielen zu wollen. Will der aktuelle Brötchengeber des Belgiers noch einen Batzen Geld für einen Vereinswechsel kassieren, so bleibt im Grunde nur die Transferperiode zwischen der aktuellen und der neuen Spielzeit. Aus dem gleichen Grund ist auch ein Wechsel Christian Eriksens von Tottenham Hotspur zur Zidane-Elf in diesem Sommer eine der aktuell eher erwarteten Varianten.

Gut genug ist nur das Allerbeste – doch daran klammert sich PSG

Doch kann alles auch noch ganz anders kommen, sollten sich in einem anderen europäischen Top-Klub, der die Champions League ebenso überraschend in der Runde der letzten 16 beenden musste, die Meinungen bezüglich der beiden Top-Stars ändern: bei Paris Saint-Germain. Geld hat der französische Meister theoretisch zwar vermeintlich grenzenlos. Doch aufgrund der Richtlinien des Financial Fairplays muss der Verein um Coach Thomas Tuchel bis zum Saisonende noch ein Loch von etwa 150 Millionen Euro stopfen. Aktuell gilt ein Verkauf einiger Spieler, deren Kontrakte im Sommer des nächsten Jahres auslaufen, als wahrscheinlich – unter ihnen etwa der des Rechtsverteidigers Thomas Meunier. Doch müssen natürlich auch die entsprechenden Abnehmer gefunden werden.

Mit Real Madrid hätte Paris definitiv einen sich die Finger dutzendfach hoch und runter leckenden Abnehmer, wenn es um die ungleich teureren Offensivstars Kylian Mbappé oder Neymar geht. Zwar hat PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi gegenüber El Parisien einen Wechsel eines der beiden Zugpferde kategorisch ausgeschlossen, doch wäre schon aufgrund einer etwaigen Verhandlungsbasis jede andere Aussage eine galaktische Sensation gewesen. Weit weniger überraschend ist hingegen, dass Zidane ein Fan seines erst 20-jährigen Landsmannes Mbappé ist.

 

 

Zidane mag Franzosen sehr: Nabil Fekir zum Beispiel

In Madrids Gunst müssen selbst Raheem Sterling, Sadio Mané und Timo Werner hinten anstehen, wenngleich insbesondere die Yellow Press die Gerüchteküche um mögliche Transfers dieser Jungs zu Real Madrid in Schwung hält. So etwa schreibt der Mirror heute, dass Sterling, den Real schon vor Jahren beobachtet hatte, gerade durch seine Performance – etwa die beim jüngsten 14-Minuten-Hattrick gegen Watford – in dieser Saison sich zurück in den Fokus von Zidane gespielt hat. 21 Tore und 12 Assists für Manchester City in dieser Saison wettbewerbsübergreifend seien wohl ausreichend, um in die Schlagzeilen zu geraten. Teuer würde es für Madrid in jedem Fall werden, da Sterling erst im November eine Vertragsverlängerung bis 2023 unterzeichnet hat. Die Frage ist halt, wird er bald in La Liga zu sehen sein?

Erst wenn alle Stricke reißen, dürften indes die von der Daily Mail aufgegriffenen Namen Sadio Mané (Liverpool) und Timo Werner (Leipzig) überhaupt eine Rolle spielen können. In Sachen Realismus wohl interessanter ist die Personalie Nabil Fekir von Olympique Lyon, dessen Vertrag im Sommer 2020 ausläuft. Unter anderem laut Daily Record hält Zidane große Stücke auf den 25-jährigen Weltmeister Frankreichs, dessen Wechsel zum FC Liverpool im Winter gescheitert war. Groß wäre jedoch auch das Stück, was Madrid aus dem Transferbudget für den Angreifer schneiden müsste: um die 70 Millionen Euro.

Geht Bale zurück zu Tottenham – und wäre das heute überhaupt noch ein Rückschritt?

In jedem Fall interessant wird hingegen werden, was mit den auszusortierenden Spielern geschieht. Da ein Großteil des Personalwechsels in Madrid im Angriff stattfinden soll, stehen die Signale etwa für Gareth Bale wohl auf Abfahrt gen irgendwo. Dieses wiederum könnte ausgerechnet in London bei Tottenham liegen, was in der englischen Presse derzeit als sportlicher Schritt zurück in der Karriere des Walisers betrachtet wird, der einst auf der entgegengesetzten Strecke von den Spurs nach Madrid gereist war.

Doch ist ein Wechsel zu einem der Top-6-Klubs der Premier League im Jahre 2019 tatsächlich noch ein Rückschlag? Zur Erinnerung: Sämtliche sechs sportlichen Vorzeigeklubs aus England sind im internationalen Geschäft noch vertreten (von 16 europäischen Teams im Gesamten). Real Madrid ist es nicht mehr.


La Liga, Transfergerüchte