Primoz Roglic gewinnt Tirreno-Adriatico 2019 im Herzschlagfinale

Roglic gewinnt Tirreno-Adriatico 2019

Bildquelle: Granada [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Neueste Radsport Ergebnisse: Die einwöchige Tirreno-Adriatico Rundfahrt in Italien diente auch 2019 wieder als unterhaltsame Ouvertüre zu Milan-Sanremo, das in nur vier Tagen bevorsteht und das erste Monument des Radsports unter den Eintagesklassikern im diesjährigen Kalender der UCI World Tour repräsentieren wird. Diese eine Woche gehörte vor allem dem Team Mitchelton-Scott und Adam Yates, ehe es heute bei der letzten Etappe zum großen Herzensbrecher kam. Doch auch Julian Alaphillipe konnte sich, nachdem er bereits das Eintagesrennen Strade Bianche 2019 gewonnen hatte, abermals in starker Form präsentieren.

Am Anfang des Tirreno-Adriatico 2019 kam es zu einem Teamzeitfahren, das vom Team Mitchelton-Scott gewonnen wurde, wodurch Team Kapitän Adam Yates (Bruder von Simon Yates) direkt in aussichtsreiche Position gehievt wurde. Jumbo-Visma wurde auf der 21,5 Kilometer langen Route an der tyrrhenischen Küste Zweiter, Deutschlands Team Sunweb Dritter.

Mitchelton-Scott mit Blitzstart für Adam Yates

Die hügelige zweite Etappe nahm ein Fünfergespann bestehend aus Markel Irizar, Mirco Maestri, Natnael Berhane, Stepan Kurianov und Sebastian Schönberger zum Anlass, eine Ausreißergruppe zu formen. Zeitweise mit bis zu fünf Minuten Vorsprung auf das Fahrerfeld. Doch 13 Kilometer vor dem Ziel war die Gruppe gestellt und es deutete sich ein Massensprint an. Doch UAE Tour 2019 Gewinner Primoz Roglic hatte andere Pläne und attackierte auf den letzten drei Kilometern. Alexey Lutsenko, Simon Clarke und Tom Dumoulin, Zweitplatzierter bei der Tour de France 2018, schlossen die Lücke zu ihm.

Doch das Feld bekam auch hier wider den Deckel drauf, auch wenn Roglic sich mit einer erneuten Attacke nach Leibeskräften wehrte. Als Greg Van Avermaet den Sprint (leicht bergauf) zur Linie eröffnete, überholte der Franzose Julian Alaphilippe ihn und feierte nach dem Strade Bianche 2019 einen weiteren Rennerfolg auf italienischem Boden! Adam Yates führte zeitgleich mit dem Amerikaner Brent Bookwalter das Gesamt-Klassement an.

Lutsenko kämpft leidenschaftlich um den Etappensieg

Eine Gruppe bestehend aus Maestri, Tonelli, Schönberger, Kurianov, Berhane und Cataford zeigten sich auf dieser 226 Kilometer langen Flachetappe furchtlos und attackierten, kaum dass der Startschuss gefallen war. Maestri konnte sich während dieses Ausflugs die meisten Punkte für die Bergwertung sichern, bevor er freiwillig auf das Feld wartete. Kurianov musste ebenfalls vorzeitig abreißen lassen. Der Rest der Gruppe wurde erst fünf Kilometer vor dem Ziel gestellt, ehe es zu einem anspruchsvollen Massensprint kam, der um mehrere Kurven eingeleitet werden musste. Elia Viviani blieb konzentriert und lieferte einen starken Sprint, der ihn eine Radlänge vor Peter Sagan und Fernando Gaviria als Ersten übers Ziel trug. Adam Yates war ebenfalls weit genug vorne dabei, um das blaue Trikot des Gesamt-Führenden zu behalten.

Es folgte eine weitere ausgedehnte Etappe über hügeliges Profil. Eine Gruppe von zehn Fahrern macht sich nach 20 Kilometern auf und davon. Jasper Stuyven, Robert Power, Nans Peters, Mirco Maestri, Marcus Burghardt, Joey Rosskopf, Krists Neilands, Luis Mas, Giovanni Visconti und Jenthe Biermans erreichten dabei einen Vorsprung von bis zu 9 Minuten. Innerhalb der letzten 50 Kilometer attackierte Luis Mas, ehe die Ausreißergruppe geschluckt wurde. Peters ging mit, aber die beiden wurden schließlich ebenfalls eingeholt, als Dänemarks Jakob Fuglsang den Aufstieg zu Monteguiduccio antrieb. Eine Gruppe starker Fahrer ging mit dem Dänen mit. Lutsenko ging in den Gegenangriff über und setzte sich seinerseits ab. Dabei musste der Muro dei Cappuccini dreimal hintereinander im Rundkurs bewältigt werden. Lutsenko vergrößerte den Abstand beim ersten Aufstieg des Muro dei Cappuccini auf 50 Sekunden. Beim Abstieg verfehlt er eine Kurve, verlor jedoch keine nennenswerte Zeit und überquerte die Ziellinie mit einem stabilen Vorsprung. Noch eine Runde.

Roglic beschleunigte auf dem Cappuccini mit Yates und Fuglsang am Hinterrad! Sie erreichten den Kamm nur zwölf Sekunden nach Lutsenko, der bei der Abfahrt abermals Probleme bekam. Die Verfolger fingen ihn auf den letzten 700 Metern, aber der Kasache sicherte sich im Sprint der geschlossenen Vierergruppe dennoch den Sieg! Was für eine Kraftleistung! Yates blieb sieben Sekunden vor Roglic in der Gesamtführung. Hollands Tom Dumoulin rückte auf den dritten Platz im Gesamt-Klassement vor.

 

 

Herzschlagfinale im Zeitfahren!

Ganze 13 Fahrer umfasste die Ausreißergruppe des Tages in der fünften Etappe. Daniel Oss, Edoardo Zardini, Nathan Van Hooydonck, Tom Van Asbroeck, Tosh Van Der Sande, Nico Denz, Ivan Rovny, Mads Pedersen, Jorge Arcas und Davide Gabburo entflohen dem Feld, während Steve Morabito, Julien Simon und Giovanni Visconti sich ihnen später anschlossen. Die Gruppe konnte bis zu acht Minuten auf das Feld herausfahren. Als es langsam aber sicher dem Ende der Etappe entgegenging, war die Gruppe auf Pedersen, Denz, Gabburo und Zardini zusammengeschrumpft.

Die Gruppe um die Favoriten auf das Gesamt-Klassement beschleunigte ab den letzten 30 Kilometern und Jakob Fuglsang griff am vorletzten Anstieg an. Er schloss zu Pedersen und Gabburo auf. Auch der zwischenzeitig distanzierte Nico Denz schaffte noch einmal den Anschluss. Doch Fuglsang machte sich bald wieder alleine davon, während Yates bei elf Kilometern Entfernung zum Ziel seinerseits attackierte. Roglic ging zunächst mit, musste aber am letzten Anstieg abreißen lassen. Während Fuglsang Solo zum Sieg fuhr, erweiterte Yates seinen Abstand zum Zweitplatzierten auf 16 Sekunden. Etappensieger Fuglsang rückte auf Rang drei vor, mit 35 Sekunden auf Yates.

Roglic packt es am Ende

Etappe sechs war dann wieder eine Angelegenheit für die Sprinter. Gleichwohl sich eine Ausreißergruppe bestehend aus Maestri, Rojas, Ballerini, Quintana (Dayer, Bruder von Nairo Quintana), King, Van Hoecke und Boev phasenweise mehr als 3 Minuten absetzen konnte, wurden vier Kilometer vor dem Ziel die letzten Ausreißer gestellt. Julian Alaphilippe stürmte im Massensprint zu seinem zweiten Sieg im diesjährigen Tirreno! Cimolai kam an zweiter Stelle, Viviani an dritter Stelle. Yates blieb im Gesamt-Klassement Erster. Er ging mit 25 Sekunden vor Roglic ins finale Einzelzeitfahren am letzten Renntag. Jakob Fuglsang blieb mit 35 Sekunden Dritter.

Am letzten Renntag stand dann ein rasantes Zeitfahren an. Trotz dessen, dass es nur über rund 10 Kilometer ausgefochten wurde, war Adam Yates blaues Trikot noch nicht in trockenen Tüchern. Denn Primoz Roglic, 25 Sekunden hinter Yates im Gesamt-Klassement, galt als der bessere Zeitfahrer. Es konnte also noch mal eng werden! Allerdings waren 10 Kilometer (und somit ein vergleichsweise kurzes Zeitfahren) nicht besonders viel, um diese 25 Sekunden herauszuholen. Victor Campenaerts gewann das Zeitfahren und somit die Etappe. Doch das Rennen insgesamt gewann in der Tat Sloweniens Primoz Roglic. Er war 26 Sekunden schneller als Yates und gewann somit Tirreno-Adriatico 2019 mit nur einer Sekunde Vorsprung im endgültigen Gesamt-Klassement! Sensationell! Primoz Roglic sicherte sich nach seinem Erfolg bei der UAE Tour 2019 den Gesamtsieg bei einer weiteren Rundfahrt! Der ehemalige Skispringer in Bestform!


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