EM-Quali: Dank Sané & Reus - souveräner Pflichtsieg für DFB-Team in Weißrussland

Deutschland mit Pflichtsieg über Weißrussland

Bildquelle: Granada [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Deutschland hat auch sein zweites Spiel in der EM-Qualifikation gewonnen. In Borisov reichte der DFB-Auswahl ein glanzloser, aber souveräner Auftritt, um gegen Außenseiter Weißrussland die drei fest eingeplanten Punkte zu holen. Leroy Sané vor und Marco Reus nach der Pause machten alles klar. Manuel Neuer musste unter den Augen von Interimstrainer Marcus Sorg nur einmal sein Können abrufen.

Die deutsche Nationalmannschaft, bei denen Sorg den verletzten Bundestrainer Joachim Löw auf der Bank vertrat, ging gegen den krassen Underdog sofort forsch zu Werke und dominierte die Anfangsphase. Chancen ließ auch nicht lange auf sich warten, aber Serge Gnabry und Lukas Klostermann ließen vorerst noch die nötige Präzision bei ihren Abschlüssen vermissen (9.).

 

In der 12. Minute konnte der Rekordeuropameister aber die frühe Führung bejubeln, die Leroy Sané besorgte.

Sané belohnt starken DFB-Beginn

Der Treffer resultierte aus einem starken, kollektiven Pressing der DFB-Offensive, die sich den Ball in Person von Ilkay Gündogan in der gegnerischen Hälfte eroberte. Der Mittelfeldstratege leitete auf Joshua Kimmich weiter und der Bayern-Star setzte Sané mit einem Flachpass in die Schnittstelle in Szene. Der 23-Jährige schüttelte im Strafraum einen Gegenspieler ab und schlenzte gekonnt mit links ins lange Eck. Das schnelle 1:0 für Deutschland dürfte auch bei Bundestrainer Löw, der die Partie aufgrund einer Arterien-Quetschung nach einem Sportunfall aus dem heimischen Freiburg vom Fernseher aus verfolgte, für Beruhigung gesorgt haben.

Zumal die Nationalspieler drei Wochen nach dem Saisonende im Ligabetrieb ohne Pflichtspielpraxis sind und die Motivation für ein „lästiges“ EM-Quali-Spiel in Weißrussland nicht sonderlich stark ausgeprägt sein dürfte. Doch die junge DFB-Elf zeigte nach der Führung weiter Spielwitz und -freude. Aber nach abgeblockten Schussversuchen von Kimmich (15.) und Marco Reus (16.), der anstelle von Timo Werner stürmte, nahm der turmhohe Favorit erstmal etwas den Fuß vom Gaspedal.

Neuer glänzt auf der Linie & tanzt Gegner aus

So konnten die bis dahin seht tief stehenden und defensiv agierenden Weißrussen aktiver am Geschehen teilnehmen und sollte Deutschland prompt vor einige Probleme stellen. Nach einer halben Stunde verbuchten die Hausherren vor stimmungsvoller Kulisse ihre besten Chancen. Einen Schuss von Yuri Kovalev aus kurzer Distanz konnte Klostermann gerade noch zur Ecke klären. Nach der anschließenden Ecke zwang Nikita Naumov DFB-Kapitän Manuel Neuer mit einem Kopfball zu einer Glanztat. Doch es sollten die einzigen zwei brenzligen Situationen für das das deutsche Gehäuse im restlichen Spielverlauf bleiben.

Lediglich Neuer, der nach langer Verletzungspause vor zwei Wochen im Finale des DFB-Pokals sein Comeback im Bayern-Tor feierte (3:0 gegen RB Leipzig), machte es in der 32. Minute noch einmal selbst spannend, als er an der eigenen Eckfahne einen Gegenspieler mit dem Ball am Fuß vernaschte und seine fußballerischen Qualitäten untermauerte. Ansonsten hatte der aktiven Kroos-Vertreter Gündogan vor dem Pausenpfiff noch die besten Gelegenheiten, den zweiten deutschen Treffer nachzulegen. Aber sein Schuss flog knapp über die Latte (36.) und so ging es mit einem knappen 1:0 in die Kabine.

 

 

Marco Reus macht alles klar

Zu Beginn der zweiten Hälfte erhöhte der viermalige Weltmeister wieder die Schlagzahl und agierte dynamischer und mit mehr Tempo. Ganz so, wie sie es in der überzeugenden Anfangsphase gezeigt hatten. Aber trotz klar deutlich mehr Ballbesitz und Einbahnstraßen-Fußball sprangen zunächst keine zwingenden Möglichkeiten heraus. Auch weil sich bei der DFB-Auswahl in Strafraumnähe Abstimmungsprobleme einschlichen. Zudem fehlten gegen das vielbeinige Abwehrbollwerk der Weißrussen die nötigen Ideen.

So brauchte es in der 62. Minute auch eine kleine Portion Glück, dass ein Pass von Matthias Ginter auf Gnabry aus halbrechter Position in den freien Raum und direkt in den Lauf von Marco Reus durchrutschte. Der BVB-Akteur hatte freie Bahn, ließ Torwart Aleksandr Gutor aus acht Metern keine Chance und zimmerte das Leder mit dem linken Fuß unter den Querbalken. Die Vorentscheidung war gefallen und Deutschland schaltete mit der komfortableren Führung im Rücken erstmal wieder in den Verwaltungsmodus.

Sané mutiert zum Kopfballungeheuer

Die insgesamt sehr harmlosen Weißrussen brachten bis Spielende keine nennenswerte Offensivaktion mehr zustande, allerdings hätte die Adlerträger das Ergebnis noch weiter nach oben schrauben können. Die beste Möglichkeit ergab sich für ManCity-Star Leroy Sané, dessen Transfergerüchte um einen Bayern-Wechsel weiter ein heißes Thema ist. Der filigrane Flügelstürmer zeigte, dass er sich auch im Kopfball behaupten kann, beförderte das Leder aber nur an den Pfosten.

Insgesamt war es ein überzeugender, souveräner Auftritt der jungen DFB-Truppe, bei der der 30-jährige Reus der älteste Feldspieler war. Der 2:0-Triumph gegen Weißrussland war hoch verdient und so gut wie ungefährdet. Damit hat Deutschland nach dem wichtigen 3:2-Erfolg in den Niederlanden auch das zweite Qualifikationsspiel für die EM 2020 gewonnen und das Konto auf sechs Punkte aufgebessert. Während die punktlosen Weißrussen in der Gruppe C weiter das Schlusslicht sind, schiebt sich das DFB-Team auf Rang zwei und liegt hinter den ebenfalls verlustpunktfreien Nordiren, die allerdings schon drei Spiele bestritten haben und im Parallelspiel in Estland mit 2:0 die Oberhand behielten.

Am Dienstag bekommt es Deutschland zum Saisonausklang in Mainz mit den Esten zu tun, wo ein Dreier Pflicht ist.


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