Vierschanzentournee: Karl Geiger wird noch Zweiter! Kamil Stoch siegt souverän

Karl Geiger holt zweiten Platz bei Vierschanzentournee

Bildquelle: Guillaume Baviere from Uppsala, Sweden [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Kamil Stoch hat zum Abschluss der Vierschanzentournee nichts anbrennen lassen! Beim letzten Skispringen in Bischofshofen sicherte sich der polnische Superstar mit zwei überragenden Sprüngen nicht nur den Tagessieg, sondern schnappte sich zum dritten Mal den Adler. Ein versöhnliches Ende gab es für Karl Geiger. Der DSV-Akteur wurde starke Dritter und verbesserte sich in der Gesamtwertung noch auf Rang zwei. Derweil erlebte Markus Eisenbichler einen Absturz.

Das Warten geht weiter: 19 Jahre nach dem letzten deutschen Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee von Sven Hannawald (2001/02) gingen auch dieses Jahr die DSV-Adler leer aus. Dennoch gab es beim letzten Springen in Bischofshofen ein Happy End. Denn Karl Geiger zeigte mit Sprüngen von 138 Metern und 133,5 Metern einen starken Auftritt und konnte sich in einem packenden Wettkampf immerhin noch auf den 2. Platz in der Tourneewertung verbessern.

Geiger „megaglücklich“ - Stoch gibt sich keine Blöße

Ich bin echt megaglücklich. Ich hatte die letzten Tage einiges zu knabbern, es war keine leichte Kost für mich. Jetzt bin ich über Platz zwei glücklich“, erklärte der 27-Jährige nach dem Wettbewerb mit Hinblick auf sein enttäuschendes Abschneiden beim vorherigen Wettbewerb in Innsbruck, wo er nur 16. wurde, am ZDF-Mikrofon. Dem konnte DSV-Bundestrainer Stefan Horngacher nur beipflichten: „Am Ende muss man sagen, ein toller zweiter Platz.“

Doch gegen Überflieger Kamil Stoch war einfach kein Kraut gewachsen. Der Pole wurde seiner großen Favoritenrolle und bewahrte in Bischofshofen die Nerven. Stoch zeigte überragende Sprünge und setzte im ersten Durchgang nach 139 Metern den Telemark. Beim zweiten Durchgang landete er nach 140 Metern. Damit war dem 33-Jährigen der Tagessieg sicher und natürlich auch der Gesamtsieg.

Vierschanzentournee Rekordsieger: Stoch jagt Weißflog und Ahonen

Damit hat „König Kamil“ nach 2017 und 2018 bereits zum dritten Mal die Vierschanzentournee gewonnen und tritt in die Fußstapfen seines polnischen Landsmann Dawid Kubacki, der letztes Jahr siegte. In der ewigen Siegerliste der Vierschanzentournee zog Stoch zudem mit DDR-Springer Helmut Recknagel und Bjørn Wirkola gleich, die ebenfalls dreimal den prestigeträchtigen Wettbewerb im Skispringen gewonnen haben.

Nur Jens Weißflog, mit vier goldenen Adlern, und der Finne Jane Ahonen, der bis heute mit fünf Erfolgen der erfolgreichste Teilnehmer der Vierschanzentournee ist, konnten öfter als Stoch gewinnen.

Verdienter Sieger: Stoch mit konstant starken Leistungen

Seine Ambition auf seinen dritten Adler untermauerte Stoch von Anfang an der Vierschanzentournee. In Oberstdorf wurde er zum Auftakt hinter Karl Geiger Zweiter, dem er in Garmisch-Partenkirchen einen 4. Platz folgen ließ. Seine ganze Klasse konnte Stoch beim dritten Wettkampf in Innsbruck auf der Bergiselschanze unter Beweis stellen, den er souverän gewann und zugleich von den Ausrutschern einiger Konkurrenten profitierte. Etwa dem von Geiger, der Innsbruck ein echtes Frustspringen erlebte und seine Chancen auf den Gesamtsieg wegwarf. Umso eindrucksvoller war das starke Comeback des deutschen Hoffnungsträgers Geiger in Bischofshofen.

Aber auch Marius Lindvik wusste beim letzten Wettbewerb zu glänzen. Der Norweger und Vorjahreszweite der Vierschanzentournee, der aufgrund einer Zahn-OP zwischenzeitlich eine Zwangspause einlegen musste, zeigte seine ganze Klasse. Nach 137 Metern im legte Lindvik mit 140,5 Metern im zweiten Durchgang die Tagesbestweite hin. Damit reihte er sich in der Tageswertung zwischen Sieger Stoch und Geiger an zweiter Stelle ein.

Aufholjagd geglückt: Geiger überholt Kubacki und Granerud

Mit Blick auf die Vierschanzentournee Gesamtwertung wurde in Bischofshofen vor allem das Rennen um die Plätze zwei und drei extrem spannend. Hier lieferte sich Karl Geiger mit Mitfavorit Halvor Egner Granerud und Vorjahressieger Dawid Kubacki ein enges Duell um die weiteren Podiumsplätze. Geiger, der als Vierter des Rankings angereist war, erwischte von diesem Trio den besten Tag und zog noch an Kubacki und Granerud vorbei. Die Aufholjagd war geglückt.

 

 

Bei Kubacki (132/131,5) lief wenig zusammen und der Pole wurde mit 263,1 Punkten nur 15. der Tageswertung, kann sich aber immerhin mit dem Bronze-Platz im Tournee-Endstand trösten. Granrud (133/134) konnte derweil sein Podestplatz nicht halten. Der Norweger musste sich in Bischofshofen mit Rang zwölf zufriedengeben und landet in der Gesamtwertung auf dem undankbaren 4. Platz.

Markus Eisenbichler stürzt ab und gönnt sich „ein paar Bier“

Einen rabenschwarzen Tag erwischte derweil Markus Eisenbichler. Der Skiflug-Weltmeister verpatzte den ersten Durchgang, den er nur auf 120,5 Meter brachte. Damit verpasste der 29-Jährige sogar das Finale der besten 30 und er verabschiedete sich aus den Top-Plätzen der Gesamtwertung. Er wird am Ende 16.

Dabei wusste Eisenbichler bei den ersten drei Wettbewerben noch mit konstant guten Leistungen zu gefallen und landete jeweils in den Top-Ten. Entsprechend gefrustet war Eisenbichler nach seinem verkorksten Auftritt: „So ein Dreckssprung. Es ist ein Kampf und kein Genuss im Flug. Ich werde mir heute ein paar Bier gönnen und dann geht’s weiter.“ Für positive Nachrichten aus deutscher Sicht zeichneten sich hingegen zwei andere DSV-Adler verantwortlich. Constantin Schmid belegte in Bischofshofen mit 260,4 Punkten (132/131,5) einen respektablen 18. Platz. Severin Freund wurde mit 244,8 Punkten (125/131) 20.

Top-Ten: Gesamtwertung Vierschanzentournee 2020/21

Doch bei der Vierschanzentournee 2020/21 gaben ganz klar die polnischen Athleten den Ton an. In der Summe tummeln gleich vier Springer aus Polen in der Gesamtwertung unter den ersten Sechs. Neben dem übermächtigen Triumphator Kamil Stoch und dem drittplatzierten Dawid Kubacki sind noch Piotr Zyla als Fünfter sowie Andrzej Stekala auf Rang sechs zu nennen.

 

  • 1. Kamil Stoch (Polen) 1110,6 Punkte
  • 2. Karl Geiger (Oberstdorf) 1062,5
  • 3. Dawid Kubacki (Polen) 1057,8
  • 4. Halvor Egner Granerud (Norwegen) 1057,4
  • 5. Piotr Zyla (Polen) 1037,2
  • 6. Ryoyu Kobayashi (Japan) 1032,5
  • 7. Andrzej Stekala (Polen) 1032,5
  • 8. Stefan Kraft (Österreich) 1019,1
  • 9. Peter Prevc (Slowenien) 1018,0
  • 10. Daniel Huber (Österreich) 1014,7

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