Biathlon-WM: Verfolgung – DSV-Frauen knapp an Medaille vorbei! Debakel für Männer

Biathlon -WM Bericht zu den DSV-Startern

Bildquelle: Steffen Prößdorf [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Die Biathlon-WM 2021 im slowenischen Pokljuka steht für die deutschen Skijäger weiter unter keinem guten Stern. Auch im insgesamt neunten WM-Rennen blieben die DSV-Athleten ohne WM-Medaille. Zwar schnupperten beim Verfolgungsrennen der Damen sowohl Franziska Preuß als auch Denise Herrmann am Edelmetall. Beide zeigte aber in der entscheidenden Phase Nerven am Schießstand. Die DSV-Männer fahren hingegen weiter hinterher.

Auch wenn die deutschen Damen in der Verfolgung insgesamt ein sehr ordentliches Mannschaftsergebnis verbuchten, lässt die ersehnte erste WM-Medaille weiter auf sich warten. Mit Franziska Preuß (5.), Vanessa Hinz (6.) und Denise Herrmann (8.) landete drei Deutsche in den Top Ten.

3. WM-Gold! Tiril Eckhoff gewinnt auch Jagdrennen

Dennoch ist es für die deutschen Skijäger der schlechteste WM-Start seit acht Jahren. Der Sieg in der Verfolgung nach zehn Kilometern ging derweil mal wieder an Tiril Eckhoff. Für die norwegische Überfliegerin dieser Biathlon-WM bereits die dritte Goldmedaille, nachdem sie zuvor schon in der Mixed-Staffel und im Sprintrennen triumphierte. Eckhoff unterliefen bei ihren vier Schießeinlagen zwei Fehler, dennoch siegte souverän mit 30:38,1 Minute Vorsprung.

Silber schnappte sich Lisa Hauser aus Österreich (+17,3 Sekunden), die sich mit einer Strafrunde von Platz neun noch auf das Podest vorkämpfen konnte. Die Französin Anais Chevailier-Bouchet, die im vorausgegangenen Sprint noch Zweite wurde, holte sich Bronze (+33,0 Sekunden, 2 Schießfehler).

Preuß & Herrmann werfen Medaillen-Chance weg

Lange Zeit war auch für die bislang so enttäuschenden DSV-Athletinnen eine Medaille zum Greifen nah. Doch wieder einmal machten schwache Resultate im Stehendschießen alle Hoffnungen zunichte. Franziska Preuß kam auf Rang vier liegend zum ersten Stehendanschlag und leistete sich zwei Fehler. Immerhin blieb die 26-Jährige beim letzten Schießen fehlerlos und erreichte mit einem Rückstand von 49,3 Sekunden auf Siegerin Eckhoff als Fünfte das Ziel.

Dramatischer verlief die Verfolgung für Denise Herrmann, die vor zwei Jahren noch im Jagdrennen WM-Gold bejubeln konnte. Herrmann kam als Dritte zum finalen Schießen, haderte aber mit ihren Nerven und musste nach zwei Schießfehlern zweimal in die Strafrunde. Das Podium war futsch und am Ende reihte sie sich auf einem enttäuschenden 8. Platz ein (+1:16,3 Minuten). „Ich war so nah dran, das ärgert mich extrem. Ich hatte es selbst in der Hand“, erklärte Herrmann im Anschluss am ARD-Mikrofon.

Herrmann hatte als Vierte im Sprint eine sehr gute Ausgangsposition für die Verfolgung und um endlich auch den Medaillen-Fluch der deutschen Biathleten in Pokljuka zu durchbrechen. Doch selbst mit der Laufleistung konnte die Ex-Langläuferin nicht zufrieden sein. Schließlich waren gleich 23 Athletinnen in der Loipe schneller als die eigentlich so laufstarke Herrmann.

Vanessa Hinz „überglücklich“ - Dorothea Wierer mit bester Performance

Dagegen war Vanessa Hinz mit ihrem Abschneiden im Verfolgungsrennen „überglücklich“. Zurecht, denn als einzige der vier deutschen Starterin blieb die 28-Jährige ohne Schießfehler und wurde am Ende starke Sechste (+1:05,1 Minuten). Janina Hettich musste indes dreimal in die Strafrunde und kam als 34. ins Ziel (+3:30,0 Minuten).

 

 

Trotz des Tagessieges von Eckhoff zeigte Dorothea Wierer die beste Performance in der Verfolgung. Die Italienerin blieb ohne Fehler am Schießstand und machte nach ihrem 20. Platz im Sprint einen Sprung auf Rang vier.

DSV-Männer in Verfolgung chancenlos - Arnd Pfeiffer wird 20.

Die deutschen Männer geben dagegen bei der Biathlon Weltmeisterschaft weiterhin ein erbärmliches Bild ab. So deutlich muss man es leider sagen. Denn nach dem historischen Sprint-Desaster, wo es nur zu den Plätzen 36, 39, 45 und 66 reichte, gab es in der Verfolgung keine große Besserung und sie blieben (erwartungsgemäß) hinten drin.

Bester deutscher Biathlet mit Platz 20 wurde Arnd Pfeiffer, der sich immerhin um 16 Positionen verbessern konnte. Der Olympiasieger leistete sich bei 20 Schüssen vier Fehler, konnte aber immerhin die fünfbeste Laufleistung verbuchen. Noch besser lief es bei Benedikt Doll, der nach dem Norweger Johannes Thingnes Bö am schnellsten auf der Strecke war. Allerdings musste Doll gleich sechs Strafrunden abspulen und musste sich am Ende der Verfolgung mit Rang 31 begnügen (Platz 39 im Sprint).

Jacquelin verteidigt WM-Gold souverän

Johannes Kühn nahm an Position 45 das Verfolgungsrennen über 12,5 km auf und rutschte nach sieben Schießfehlern noch um zwei Plätze ab und wurde 47. Erik Lesser verpasste als Sprint-66. dagegen die Qualifikation für die Verfolgung, an der nur die 60 Besten aus dem Sprint teilnehmen dürfen.

WM-Gold in der Männer-Verfolgung schnappte sich dagegen Émilien Jacquelin. Der Franzose glänzte am Schießstand mit vier sensationellen und fehlerfreien Schnell-Schuss-Einlagen und feierte einen ungefährdeten Sieg. Gleichbedeutend mit einer erfolgreichen Titelverteidigung, nachdem er im Vorjahr bereits das Jagdrennen zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Dank seines schnellen Schießens konnte es sich der Sprint-Dritte Jacquelin sogar leisten, nur die 20.-beste Laufleistung hinzulegen.

J.-T. Bö verliert Schlusssprint gegen Samuelsson

Abgesehen von Émilien Jacquelin blieb einzig noch der Schwede Sebastian Samuelsson ohne Schießfehler, der sich mit 7,3 Sekunden Rückstand Silber sicherte. Das Podium komplettierte der laufstarke Norwegen-Star Johannes Thingnes Bö (+8,1 Sekunden, 2 Strafrunden), der sich überraschend Samuelsson im Schlusssprint geschlagen geben musste.

Einen kleinen Absturz in der Verfolgung erlebte der frischgebackene Sprint-Weltmeister Martin Ponsiluoma. Der Schwede durfte als Erster auf die Strecke, patzte aber gleich zweimal beim ersten Liegendanschlag. Auch beim zweiten Liegendschießen schoss er zwei Fahrkarten und verabschiedete sich frühzeitig aus der Vergabe um die Medaillenränge. Am Ende hatte der 26-Jährige sechs Strafrunden auf dem Konto und verpasste die Top Ten als 13. deutlich.


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