FC Liverpool & Klopp gewinnen Henkelpott! Glanzlos-Sieg im Finale gegen Tottenham

Liverpool feiert den Champions League Titel 2019

Bildquelle: Rafael Henrique Serra [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Der FC Liverpool hat den lang ersehnten Triumph in der Champions League perfekt gemacht! Glanzlos, dafür aber hochverdient und souverän bezwingen die Reds die Tottenham Hotspurs im rein englischen Finale mit 2:0. Ein Blitztor von Mohamed Salah und ein später Treffer von Divock Origi reichten dem LFC, um den Henkelpokal zu gewinnen und zugleich den Final-Fluch von Trainer Jürgen Klopp ein Ende zu bereiten.

Das Champions League Finale 2019 im Wanda Metropolitano in Madrid begann mit einem echten Paukenschlag! Es waren gerade einmal 23 Sekunden gespielt, als der slowenische Schiedsrichter Damir Skomina auf den Punkt zeigte. Im Spurs-Strafraum chippte Sadio Mané den Ball an den weit ausgestreckten Arm von Moussa Sissoko, der seine Mitspieler dirigieren wollte. Mohamed Salah ließ sich nicht zweimal bitten und vollstreckte souverän zur Blitz-Führung der Reds.

Salah-Blitztor als Bremsklotz fürs Finale

Ausgerechnet Mohamed Salah: Denn der ägyptischen Torjäger musste im Vorjahresfinale der Königsklasse beim 1:3 gegen Real Madrid nach einem hinterhältigen Foul von Sergio Ramos frühzeitig wegen einer Schulterverletzung ausgewechselt werden. Nun bekam Salah seine persönliche Final-Revanche und erzielte das zweitschnellste Tor in einem Endspiel der Champions League.

Doch das Blitztor tat dem mit Spannung erwarteten Duell der beiden Premier League-Klubs nicht gut. Das Klopp-Team zog sich nach der Führung vorerst zurück und überließ den Tottenham Hotspur die Kugel. Die Londoner waren um eine schnelle Antwort bemüht, wussten aber mit dem Mehr als Ballbesitz herzlich wenig anzufangen. Einzig Heung-Min Son machte etwas Betrieb, aber der Rest der Spurs-Offensive war absolut harmlos. Weder das seit Wochen in einem Formtief steckende Mittelfeld-Ass Christian Eriksen, noch Top-Stürmer Harry Kane, der nach zwei monatiger Verletzungspause erstmals wieder in der Startelf stand, konnten der Partie ihren Stempel aufdrücken.

Liverpool-Abwehr im Fokus - Blonde Flitzerin sorgt für Aufsehen

Der FC Liverpool stand defensiv extrem sicher. Abwehrchef Virgil van Dijk stellte Kane kalt und an der Seite von Ex-Schalker Joel Matip ließ die Defensive nichts zu. Vielmehr verbuchten die Reds bis zum Pausenpfiff noch die klar besseren Möglichkeiten. Die beiden Außenverteidiger Trent Alexander-Arnold (17.) und Andrew Robertson (38.) sorgten mit ihren Distanzschüssen für reichlich Gefahr, ansonsten waren im stark taktisch geprägten ersten Durchgang Chance absolute Mangelware.

Für ein optisches Highlight sorgte eine blonde Flitzerin, die in der 18. Minute nur in einem schwarzen Badeanzug bekleidet über den Rasen rannte.

Spurs wachen spät auf - Starker Alisson ist zur Stelle

Überraschungsfinalist Tottenham Hotspur, der sein erstes CL-Finale bestritt, zeigte zu Beginn der zweiten Halbzeit zwar mehr Initiative, tat sich aber weiter schwer, sich gute Gelegenheiten zu erspielen. Im Offensivspiel fehlte es an Durchschlagskraft. So verzeichnete der FC Liverpool auch im zweiten Durchgang die erste dicke Möglichkeit, als ein Schuss des eingewechselten James Milner um weniger Zentimeter am Pfosten vorbei strich.

 

 

Doch dank der knappen Führung blieb es weiter spannend und in der Schlussphase sollte dann auch endlich Tottenham aufwachen. Innerhalb von zwei Minuten schnupperten Son, der ansonsten blasse Delle Alli und Halbfinal-Held Lucas Moura am Ausgleichstreffer. In der 85. Minute zwang dann Eriksen LFC-Keeper Alisson Becker zur nächsten Glanztat. Ohnehin war der brasilianische Schlussmann im Champions League Finale ein enorm sicherer Rückhalt und parierte alle acht Schüsse auf seinen Kasten - Rekord!

Origi macht alles klar - kuriose Bilanz

In der 87. Minute machte aber Edeljoker Divock Origi den Deckel drauf. Nach einer Ecke konnte der Spurs-Defensivverbund das Leder nicht klären, dafür behielt Matip die Übersicht und steckt auf den ehemaligen Wolfsburger durch, der sich den Ball gekonnt auf links legte und perfekt aus halblinker Position ins lange Eck vollstreckte. Es passte ins Bild des wenig spektakulären Endspiels, dass auch der zweite Treffer aus einer Standardsituation resultierte.

Das Kuriose dabei: Für Ersatzmann Origi war es im laufenden Wettbewerb überhaupt erst der dritte Torschuss, die allesamt im Ziel landeten. Schon im Halbfinale war er mit einem Doppelpack beim denkwürdigen 4:0-Erfolg gegen den FC Barcelona der Matchwinner.

 

 

Klopp beendet seinen Final-Fluch

Der Drops war gelutscht und nach Abpfiff folgte eine rauschende Party in Rot. „Das war nicht das beste Spiel von Tottenham, nicht von uns. Wir haben gewonnen. Das ist für die Jungs, für meine Familie. Meine Familie ist mein Blut. Meine Familie leidet mehr, als ich es tue“, erklärte Jürgen Klopp, der mit seinem ersten Titelgewinn als LFC-Coach gleich Platz auf dem Fußball-Thron Europas nehmen darf. Zugleich hat der 51-Jährige, der überhaupt erstmals einen internationalen Titel gewann, auch seinem persönlichen Final-Fluch ein Ende bereitet und ging nach zuvor sechs verlorenen Endspielen in Folge erstmals wieder als Sieger hervor!

Auch wenn das CL-Finale zwischen Liverpool und Tottenham leider nicht das hielt, was es im Vorfeld versprochen hatte und nicht ansatzweise an das hohe Niveau der emotionalen und berauschenden Halbfinals erreichen konnte, kann man besonders Jürgen Klopp den Titel nur vom ganzen Herzen gönnen. Zumal er auch mit dem LFC in der Premier League nur hauchdünn das Titelrennen gegen Manchester City verloren hat - trotz einer Mega-Ausbeute von 97 Punkten; der dritthöchsten in der Historie der englischen Eliteliga.

Für den FC Liverpool war es nach der 2005 der erste und insgesamt sechste Triumph in der Champions League. Damit sind die Reds am FC Bayern und FC Barcelona (beide 5) vorbeigezogen, lediglich der AC Mailand (7) und Rekordchampion Real Madrid (13) konnten den Henkelpott öfter in den Himmel stemmen.


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