Fehlentscheidung beim Spiel zwischen FC Watford und ManCity sorgt für Diskussionen

Fehlentscheidung bei FC Watford vs. ManCity

Bildquelle: Brad Tutterow [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Die Spieler von Manchester City konnten sich am Sonnabend bei Raheem Sterling bedanken. Der Angreifer hatte mit seinem 14-Minuten-Hattrick zu Beginn der zweiten Halbzeit in einer Partie der englischen Premier League den FC Watford statistisch im Alleingang geschlagen, nachdem sich die Cityzens in der ersten Halbzeit noch sehr schwer getan und nur wenige nennenswerte Torchancen erzwungen hatten. Schließlich siegte der Tabellenführer nach dem Ehrentreffer Deulofeus mit 3:1.

Doch blieb im Zuge Sterlings erstem Streich 40 Sekunden nach Wiederanpfiff mehr als nur ein fader Beigeschmack. Genau genommen handelte es sich bei der Fehlentscheidung von Schiedsrichter Paul Tierney, der seinen auf Abseits entscheidenden Schiedsrichter-Assistenten nach langer Diskussion überstimmt hatte, technisch gesehen nicht um eine Tatsachenentscheidung, sondern eine Regelübertretung. Eine solche hatte in der Vergangenheit in manchen Verbänden für Wiederholungsspiele oder Wiederholungsspielzeiten gesorgt.

Erstaunlich engagierte Debatte der Unparteiischen untereinander

Was passiert war: Manchester City war in einer eher uninspirierten ersten Halbzeit gegen eine B-Elf Watfords bis zum Pausen-0:0 vieles schuldig geblieben und kam nun mit neuem Ehrgeiz und Schwung aus der Kabine. Gündogan spielte den am Strafraum harrenden Agüero vertikal an, dem versprang der Ball bei der Annahme derart nach halb links, dass Sterling plötzlich vor dem Gästetor auftauchte.

Nach einem vermeintlichen Pressschlag mit Watfords Rechtsverteidiger Janmaat taumelte der Ball ins lange Eck. 1:0! Doch nicht! Der Linienrichter hatte seine Fahne gehoben. Sterling stand bei Agüeros unfreiwilligem Zuspiel im Abseits. Freistoß Watford! Doch nicht! Eine den Gesichtszügen beider nach recht interessanter Debatte von Schiedsrichter Paul Tierney mit seinem Assistenten entbrannte. An deren Ende: nun doch Tor für Manchester City.

Die Wirren durch die „Neue Spielsituation“ bekommt Watford zu spüren

In der Wiederholung war zu erkennen, dass der vermeintliche Pressschlag kein echter war, sondern Janmaat Sterling angeschossen hatte, also als Erster am Ball war. Dies wertete Referee Tierney als Entstehung einer neuen Spielsituation. Da Janmaat den Ball bewusst nach außen (weg) spielen wollte, kann man regeltechnisch sogar die Interpretation Tierneys an dieser Stelle nachvollziehen. Interpretation deshalb, weil man stattdessen auch eine Abwehraktion in Janmaats beherztem Eingreifen erkennen könnte, die wiederum nach Regelwerk keine neue Spielsituation nach sich zöge und Sterling nun in strafbarem Abseits zurückließe.

Soweit Interpretation, soweit Tatsachenentscheidung. Über eine weitere Regel jedoch setzte sich Tierney – vermutlich unbewusst – hinweg: Sterling schritt unmittelbar zur Tat, nachdem Aguero der Ball in seine Richtung versprungen war. Der Stürmer wollte den Ball sogar erlaufen, nur war Janmaat schneller. Der fühlte sich nun von Sterling unter Druck gesetzt, sodass er den Ball mit einem langen Bein nach außen wegzuspitzeln versuchte. Viel mehr kann ein Abwehrspieler von einem gegnerischen Angreifer nicht beeinflusst werden. Doch genau das darf ein Angreifer, der sich zunächst nur im Abseits befindet, nicht, ohne ins strafbare Abseits zu gleiten.

Das Wirrwarr rund um den Begriff „Neue Spielsituation“ hat folglich in Schiedsrichter Paul Tierney ein weiteres Opfer gefunden. Und im FC Watford obendrein. Dem könnte höchstens der Fakt zu Hilfe kommen, dass Regelverstöße mitunter in den Regularien der Verbände nicht gleichgesetzt werden mit Tatsachenentscheidungen. Wie bei Thomas Helmers „Phantomtor“ des FC Bayern München gegen den 1. FC Nürnberg 1994 könnte bei einem eindeutigen Überschreiten der Regularien seitens der Unparteiischen ein Fußballspiel – oder bestimmte Spielabschnitte – wiederholt werden. Da das erste Tor des Spiels durchaus eine gewisse Relevanz auf den Spielverlauf nehmen kann, ist eine derartige Variante hier nicht komplett ausgeschlossen. Wenngleich unwahrscheinlich. Sicher ist lediglich nur, dass die Abseitsregel wieder einmal für viel Diskussionsstoff gesorgt hat. Kein Gütesiegel für eine Regel, deren Aufgabe sollte es im Allgemeinen sein, Klarheit zu schaffen – und nicht Fragen aufzuwerfen. Doch das Entwerfen klarer, für jeden leicht verständlicher Linien scheint zumindest im Fußball für die Regelmacher ein Buch mit sieben Siegeln zu sein.

Die Elf von Jürgen Klopp lässt sich nicht beeindrucken und siegt gegen Burnley

Der FC Liverpool, über Nacht vier Punkte hinter die Citizens zurückgefallen, ließ sich nicht beeindrucken von der in den letzten Monaten aus der Gewohnheit geratenen Rolle des Jägers. Gegen den FC Burnley kamen die Reds um ihren deutschen Coach Jürgen Klopp am Sonntag zu einem 4:2 im heimischen Anfield Stadium und befinden – wie vor dem Spieltag – einen Punkt hinter Manchester City.


Werbung