Frauenfußball: VfL Wolfsburg gewinnt irres Champions League Finale

Mehr kann ein Fußball-Fan nicht erwarten! In einem mitreißenden Champions League-Finale kämpfte Titelverteidiger VfL Wolfsburg das schwedische Team von Tyresö FF nach einem 0:2-Pausenrückstand noch mit 4:3 nieder und verteidigt als erstes deutsches Team den Henkelpott in der Königsklasse der Frauen.

Doch ehe die Wolfsburgerinnen erneut Europas Fußball-Thron besteigen konnten, gingen sie durch ein wahres Wechselbad der Gefühle, bei dem sie zum Schluss das bessere Ende für sich hatten.

 

Dank einer großen Moral verteidigten die Frauen des VfL Wolfsburg als erstes deutsches Team den Champions League-Titel, was zuvor nur dem schwedischen Team von Umea IK und dem französischen Rekordmeister Olympique Lyon gelungen war. Doch dafür benötigte der VfL einen wahren Kraftakt und ließ sich selbst von einem 0:2- und 2:3-Rückstand nicht beirren.

Vor rund 10.000 Zuschauer im Estádio do Restelo von Lissabon begann der Titelverteidiger äußerst nervös und bekam den Tyresö-Angriff um die fünfmalige Weltfußballerin Marta nie in den Griff. Doch die ersten Chancen hatten die Wolfsburgerinnen als Alexandra Popp eine Flanke knapp neben den Pfosten köpfte (14.) und Martina Müller mit einem Schuss au kürzester Entfernung an der schwedischen Torhüterin Carola Söberg scheiterte (25.). Doch dann kam Tyresö FF und besonders Marta ließ ein ums andere Mal die VfL-Spielerinnen wie Schulmädchen aussehen. Mit einem tollen Solo ließ die Brasilianerin (28.) drei Verteidigerinnen stehen und eröffnete kaltschnäuzig den Torreigen. Nur zwei Minuten später erhöhte Verónica Boquete für den skandinavischen Underdog auf 2:0. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Kabine.

Irre Wolfsburger Aufholjagd bringt Titel

Zeichnete sich das Wolfsburger-Spiel im ersten Durchgang noch durch Nervosität und Ungenauigkeiten aus, so änderte sich das in der zweiten Hälfte vom Anstoß hin weg. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff gelang Popp nach einer Flanke der 1:2-Anschlusstreffer, die damit eine irre Aufholjagd einleitete. In der 53. Minute besorgte Müller den Ausgleich, als sie allein aufs Tor stürmte und den Ball souverän an der Schlussfrau vorbeischob. Doch die immer präsente Marta (56.) gab mit einem Drehschuss aus 13 Metern prompt die Antwort und sorgte für die erneute Führung für Tyresö.

Aber die Wölfe bewiesen Kampfgeist und Moral und kamen ausgerechnet durch Geburtstagskind Verena Faißt (68.) zum erneuten Ausgleich. Wie schon beim 1:0-Vorjahressieg gegen Olympique Lyon avancierte Martina Müller erneut zum Matchwinner, als sie in der 80. Minute eine Flanke über die Linie bugsierte. Die Schwedinnen warfen noch einmal alles nach vorne, doch der VfL Wolfsburg rettete den knappen Vorsprung ins Ziel und den Champions League-Titel unter Dach und Fach bringen.


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