Peinlich-Aus für RB Leipzig - Bayer 04 mit Kantersieg - Eintracht Frankfurt historisch

Ohne Fortune im Abschluss: RB-Stürmer Jean-Kevin Augustin

Bildquelle: Steffen Prößdorf [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

RB Leipzig ist krachend und peinlich in der Europa League gescheitert. Am 6. und letzten Spieltag der Gruppenphase verschenkten die Roten Bullen mit einem 1:1 gegen Rosenborg Trondheim das Weiterkommen, wobei dank Schützenhilfe von Salzburg ein Sieg gereicht hätte. Besser machten es Bayer Leverkusen, die einen Kantersieg bei AEK Larnaka feierten, und Eintracht Frankfurt, die mit dem Auswärtssieg bei Lazio Rom historisches schafften.

Was für eine Blamage für RB Leipzig! Den Sachsen hätte gegen das zuvor punktlose Schlusslicht Rosenborg Trondheim ein schmuckloser Sieg gereicht, doch in der Schlussphase kassiert der Bundesligavierte gegen tapfer kämpfende Gäste das 1:1. Dabei hatte Schwesterklub RB Salzburg mit einem 2:1-Erfolg bei Celtic Glasgow den Leipzigern die benötigte Schützenhilfe geleistet.

Cunha trifft zur Führung - Leipzig zum Schluss zu lässig

RBL-Coach Ralf Rangnick hatte ordentlich die Rotationsmaschine angeworfen und im Vergleich zur peinlichen 0:3-Pleite in Freiburg gleich auf acht Positionen gewechselt. Und zunächst begannen die Roten Bullen stark und stürmisch, doch Augustin lässt zwei gute Chancen in der Auftaktphase liegen (2., 8.). Trondheim kam kaum zur Entfaltung und Leipzig verbuchte eine Vielzahl an Einschussmöglichkeiten, die aber allesamt vergeben werden. Kurz vor der Pause traf Orban mit einem Kopfball nur die Latte (43.). Die überfällige Führung besorgte Cunha kurz nach Wiederanpfiff, als sein noch abgefälschter im Kasten der Norweger einschlägt (47.).

Trotz weiterer guter Gelegenheiten verpasst es RBL die Führung gegen den krassen Underdog, der zuvor alle fünf Gruppenspiele verloren hat, nachzulegen. Dennoch haben die knapp 16.000 Zuschauer in Leipzig in der 67. Minute Grund zum Jubeln, als der Führungstreffer von RB Salzburg bei Celtic Glasgow die Runde macht. RB Leipzig ließ es danach locker angehen - zu locker. Erst konnte RB-Keeper Mvogo mit einer starken Parade gegen Adegbenro (75.) den Ausgleich noch verhindern, doch in der 86. Minute war die Leipzig-Defensive nicht auf der Höhe und nach schöner Vorarbeit von Meling war Reginiussen mit dem Kopf zur Stelle. Das Leipzig-Aus ist besiegelt und so folgt Celtic Glasgow RB Salzburg in die Zwischenrunde.

Rangnickt trotz Peinlich-Aus zufrieden

Trotz des peinlichen Ausscheidens zeigte sich Rangnick am Mikrofon von „RTL Nitro“ zufrieden: „Wir haben alles probiert über 94 Minuten. In der Kabine mussten wir Mannschaft aufrichten. Die Chancen waren riesig rausgespielt. Außer dem Verhalten beim Gegentor kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir hätten ganz klar weiterkommen müssen.“

Leverkusens B-Elf feiert Kantersieg

Herzlich wenig Mühe hatte Bayer Leverkusen bei seinem Gastspiel gegen AEK Larnaka. Eine B-Elf des zuvor schon für die Zwischenrunde qualifizierten Werksklubs siegte leicht und locker mit 5:1. Die Herrlich-Elf übernahm von Beginn an die Kontrolle und war mit kombinationssicherem Spiel Chef im Ring. Dennoch gingen die Zyprioten vor nur 1.560 Zuschauern in Nikosia durch eine Kopfballtreffer von David Catala (26.) in Front. Kurios: Leverkusen musste damit in fünf der sechs Gruppenspiele einem 0:1-Rückstand hinterherlaufen.

Doch Leverkusen blieb ruhig, spielte seinen Stiefel herunter und drehte dank Dominik Kohr (28.) und Lucas Alario (41./FE) die Partie noch im ersten Durchgang. In den zweiten 45 Minuten machten die Rheinländer mit Larnaka kurzen Prozess. Kohr (68.) und Alario (86.) schnürten mit je einem weiteren Tor einen Doppelpack, zwischendurch durfte sich Youngster Paulinho (78.) über seinen ersten Treffer im Bayer-Trikot freuen. Mit dem Torspektakel auf Zypern hat Bayer Leverkusen den Gruppensieg vor dem FC Zürich perfekt gemacht und darf als gesetztes Team bei der Auslosung am Montag auf einen machbaren Gegner hoffen.

Historisch: Eintracht Frankfurt gewinnt auch 6. Gruppenspiel

Eintracht Frankfurt hat derweil die perfekte Gruppenphase eingetütet und im sechsten Spiel den sechsten Sieg geholt. Die furiosen Adler behielten bei Lazio Rom trotz 0:1-Rückstand mit 2:1 die Oberhand und holten als erste deutsche Mannschaft die vollen 18 Punkte in der Vorrunde der Europa League. Matchwinner war Mijat Gacinovic, der erst mit einem Traumtor aus 25 Metern in den Winkel (65.) zum Ausgleich traf und in der 71. Minute Sebastien Haller herrlich in Szene setzte, sodass der französische Torjäger aus abseitsverdächtiger Position nur noch einschieben brauchte. Zuvor hatte Joaquin Correa den 1:0-Führungstreffer für Lazio (56.) erzielt. Trotz der Pleite folgen die Römer der Eintracht ins Sechzehntelfinale.

In der ersten 45 Minuten bekamen die fast 9.000 mitgereisten Fans aus Frankfurt im Ostadio Olimpico dagegen nur Magerkost geboten, sorgten aber dennoch für Heimspielatmosphäre für die SGE. Leider schlugen einige Anhänger über die Stränge, sodass es zu einigen Tumulten im Eintracht-Block kam. Ein kleiner Wermutstropfen, der aber insgesamt die gute Stimmung im Frankfurter Lager nicht eintrüben konnte.


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