Olympia 2018: DEB-Team greift nach Sensation gegen Schweden nach Medaille

Christian Ehrhoff (l.) schaffte mit der DEB-Auswahl gegen Schweden die Sensation

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Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei den olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea für eine Sensation gesorgt: In einem dramatischen Viertelfinale setzte sich die DEB-Auswahl gegen Weltmeister Schweden in der Overtime durch und greift nun nach der ersten Olympia-Medaille im Eishockey sei 1976!

Es herrschte ausgelassener Jubel im Kwandong Hockey Centre, als Patrick Reimer bereits nach 90 Sekunden in der Verlängerung den Puck über die Linie drückte und damit für einen 4:3-Sensationserfolg der deutschen Kufencracks gegen Schweden sorgte. Nach der regulären Spielzeit eines dramatischen Duells stand es 3:3 (2:0, 0:0, 1:3). Somit steht die Truppe von Nationaltrainer Marco Sturm im Halbfinale des Olympiaturniers, wo man es am Freitag mit Rekord-Olympiasieger Kanada zu tun bekommt.

Eine freudestrahlender Dominik Kahun sagte nach dem Coup der Deutschen: „Es ist unglaublich. Wir können es selber nicht fassen. Wir haben einen tollen Kampfgeist bewiesen. Nur so können wir die Großen schlagen.“

Schweden, gegen die Deutschland in der Vorrunde noch unglücklich mit 0:1 verloren hatte, war zunächst die klar tonangebende Mannschaft und schnürte das DEB-Team im eigenen Drittel ein. Doch die Deutschen hielten dem extremen Druck stand und Goalie Danny aus den Birken agierte minütlich sicherer. Christian Ehrhoff (14.) und Marcel Noebels (15.) stellten die Partie mit einem Doppelpack auf den Kopf und die Führung verhalf dem DEB-Team vorerst zu mehr Sicherheit. Doch im zweiten Drittel dominierte Schweden, erspielte sich klare Spielvorteile und ballerte aus allen Lagen für den Weltmeister, der aber erst im Abschlussdrittel in der 47. Minuten mit seinem 25. Schuss aufs deutsche Gehäuse durch Anton Lander den Anschlusstreffer schaffte.

Deutschland kämpft sich in Overtime – Reimer macht Sensation perfekt

Kahun konnte aber nur zwei Minuten später nach schöner Einzelaktion wieder den alten Abstand herstellen, doch Schweden ließ in einer mitreißenden Schlussphase nicht locker und rannte mit dem Mute der Verzweiflung an. Und tatsächlich: Binnen zwei Minuten konnte der zweimalige Olympiasieger durch Treffer von Patrik Hersley (50.) und Mikael Wikstrand (52.) den 3:3-Ausgleich markieren und die Schweden hatten nun das Momentum auf ihrer Seite. Die ausgepumpten Deutschen wackelten in den letzten Minuten gewaltig, hielten aber kämpferisch grandios dagegen und retteten sich in die Overtime. Dort leitete dann der Nürnberger Reimer die schwarz-rot-goldene Partie mit seinem Siegtreffer ein. „Wir haben nicht locker gelassen und an uns geglaubt“, erklärte Kapitän Marcel Goc.

Damit setzt auch Bundestrainer Sturm, der seit 2015 im Amt ist, seine eindrucksvolle Erfolgsserie fort: So erreichte Deutschland bei Weltmeisterschaften im Eishockey zweimal das Viertelfinale und nun will man olympische Geschichte schreiben. Zwar ist die DEB-Auswahl auch gegen Kanada, die ohne ihre NHL-Profis antreten, nur Außenseiter, aber unschlagbar sind die Ahornblätter nicht.


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