Ausführlicher Bericht und Ergebnisse zu One Championship Warrior´s Dream

Bericht zu Warrior´s Dream von One Championship

Bildquelle: Chris, Payap Photography [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Mit Warrior’s Dream bot ONE Championship wieder eine dramatisch benannte Show. Das Ganze Live aus dem Stadium Istora in Jakarta, Indonesien. ONE Championship bewegte sich also auf vertrautem Boden. Typischerweise präsentieren sie ihre meisten Shows in den Philippinen, Singapur, Indonesien und Thailand sowie diversen Anrainerstaaten der Region. Auch bei dieser Match Card waren wieder zwei Muay Thai Matches und ein Kickbox-Kampf eingestreut. Durchaus mit klangvollen Namen.

ONE Championship baut seine Bedeutung im Kampfsport nach und nach aus. So wurden bei dieser Veranstaltung zwei kommende Events beworben. So soll es ein Grand Prix Turnier um den Fliegengewicht-Titel geben. Mit dabei: “Mighty Mouse“ Demetrious Johnson, den nach wie vor viele als bestes Fliegengewicht aller Zeiten beurteilen.

Die niederen Gewichtsklassen haben (ähnlich wie im Boxen) auch in den MMA ein wesentlich höheres Renommee in Fernost. Und auch Eddie Alvarez wird in einem Lightweight Grand Prix von ONE Championship mitmischen und dort seine Mission verfolgen, zum ersten Triple-Titelträger von Bellator, UFC und ONE Championship zu werden.

Wulan und Pucci mit Siegen

Mit Putri Padmi (1-0) gegen Dwi Ani Retno Wulan (Debüt) waren im ersten Vorkampf zwei indonesische Kontrahentinnen aus dem Strohgewicht der Damen unter sich. Beide waren noch recht ungeschliffen. Wulan konnte die erste Runde jedoch klar für sich verbuchen, da sie wesentliche Teile dieser Runde in Top Control verbringen und von dort aus Schläge landen konnte. In der Zweiten versuchte Wulan dementsprechend wieder, den Clinch zu forcieren, was ihr auch immer wieder phasenweise gelang und ihr erlaubte, Padmi gegen den Käfig zu kontrollieren und zu bearbeiten. Auf den Beinen war es schon fast ein Hockey Fight. Hier war klar zu sehen, dass beide, trotz eines Muay Thai Hintergrunds, noch nicht so wirklich an MMA adaptiert waren. Beide zwar mit viel Output, aber wenig dahinter, da sie immer nur im Vorwärtsgang reine Armschläge (ohne den Körper dahinter) schmissen. Unterhaltsame Prügelei, aber technisch extrem unrund. In der Dritten Padmi zwar mit mehr Vorwärtsbewegung, doch Wulans Hände waren weit gezielter und landeten klarer. Bei Padmi war hinter vielen Schlägen einfach gar nichts dahinter. Der Punktsieg für Wulan insofern absolut gerechtfertigt.

Als Nächstes kam es zu Brasiliens Bruno Pucci (5-3) gegen Chinas Xie Chao (9-4) im Federgewicht. Chao ein Kämpfer mit Jeet Kun Do Hintergrund. Jener kombinierten Kampf-Disziplin, die von Bruce Lee ersonnen wurde. Doch Pucci war kein Zuckerschlecken. All seine fünf Siege kamen durch Finishes zustande. Außerdem eine BJJ-Kampfbilanz von 170-55 für den Brasilianer. Und die sollte sich auch hier unter Beweis stellen. Pucci schloss die Distanz schnell und bahnte sich mit Schlägen seinen Weg in den Clinch. Dort sicherte er sich eine Körperumklammerung und landete den Takedown. Chao arbeite zunächst gut dagegen und behielt die Füße auf den Hüften des Brasilianers, sodass dieser nicht richtig über ihn kommen konnte. Doch kaum kam Chao wieder auf die Beine, roch Pucci hier eine Gelegenheit, in eben diesem Moment eine Guillotine anzubringen. Und schon war Chao gefangen. Er wurde bewusstlos und somit resultierte die technische Aufgabe!

Pinas mit Knockout aus dem Nichts, Mattheis siegt durch Aufgabe

Anschließend kam es zum ersten Muay Thai Kampf des Abends. Bei den Muay Thai und Kickbox Kämpfen kam das 10-Point-Must System zur Anwendung, wohingegen die MMA-Kämpfe immer insgesamt (und nicht Runde für Runde beurteilt wurden). Es ging also um die Runden. Hollands Brown Pinas (25-9) gegen Frankreichs Yohann Fairtex Drai (42-7). Eine keineswegs unübliche europäische Rivalität im Muay Thai. Der Kampf wurde im Federgewicht ausgetragen. Pinas ein zweifacher europäischer Champion im Kickboxen. Drai war in der ersten Runde wesentlich effektiver und mit mehr Treffern. Pinas konnte, trotz moderatem Reichweitenvorteil, nicht so recht in seine Distanz finden. Drai rang ihn einmal im Clinch nieder und landete einige Wirkungstreffer. In der Zweiten fuhr jedoch ein Spinning Back Elbow dem Franzosen entscheidend in die Parade. Der exzellent getimte Ellbogen von Pinas erwischte Drai, just als dieser die Distanz überbrückte, und traf ihn voll. Umgehend ging der Franzose in die Knie und kam nicht mehr schnell genug hoch, um den Ringrichter zu überzeugen. Sensationeller Knockout-Sieg für Pinas, der in diesem Kampf definitiv hinten gelegen hatte!

Es folgte ein abermalig rein indonesisches Aufeinandertreffen im MMA. Aziz Calim (4-2) gegen Adrian Mattheis (6-4) im Strohgewicht. Calim ein Mann mit Karate-Hintergrund. Mattheis Gewinner des ONE Championship Strohgewicht Turniers. Beide wollten hier den nächsten Schritt gehen. Mattheis verschwendete keine Zeit und rannte quasi auf seinen Gegner zu. Dabei mit wilden Schlägen unterwegs! Allerdings blieb Calim ruhig und nutzten diesen stets wilden Ansturm aus, um Takedowns aus dem Konter heraus zu landen, wodurch er sich einige Zeit in Top Control und dominante Clinch-Positionen sichern konnte. Doch Mattheis, der körperlich kräftiger war, konnte sich meist aus diesen Situationen herauspowern. Zum Ende der Ersten war es dann Mattheis, der zwei Takedowns landen konnte. Ein enger Kampf! In der Zweiten brachte Calim den Kampf wieder schnell nach unten. Doch Mattheis erwies sich abermals als jemand, der nicht leicht am Boden zu kontrollieren war. Er kam wieder hoch und fand die Möglichkeit, eine Guillotine anzubringen. Diese brachte ihm den Sieg! Calim musste abklopfen!

Blitzsieg für Wada, Dae Hwan Kim siegt denkbar knapp nach drei Runden

Dann traf Tatsumitsu Wada (19-9-2/Japan) auf Eugene Toquero (8-6/Philippinen). Ein MMA-Kampf im Fliegengewicht. 92-11 Muay Thai Kampfbilanz für Toquero, der Landesmeister der Philippinen in dieser Disziplin war. Doch in der Vergangenheit haben ihm gute Ringer das Leben schwer gemacht. So sollte es auch dieses Mal sein. Wada der wesentlich bessere Grappler der beiden. Und das zeigte sich auch zum wiederholten Male. Als Toquero zu viel in eine Hand investierte und sich zu weit aus dem Fenster lehnte, nahm Wada umgehend den Rücken, brachte Toquero zu Boden und landete direkt den Rear Naked Choke. Toquero musste sogleich abklopfen!

Im letzten Vorkampf trafen zwei Bantamgewichte aufeinander. Der Südkoreaner Dae Hwan Kim (13-3-1) gegen Chinas Zhao Zhi Kang (11-3). Kim ein Taekwondo Schwarzgurt vierten Grades und außerdem im Muay Thai aktiv. Ein Mann mit guten Kicks. Kang jedoch nahezu einen Kopf größer. Somit ein klarer Reichweitenvorteil für den Chinesen. Sehr verhaltener Anfang von beiden. Wie zu erwarten war, der Südkoreaner mit vielen Kicks. Kang nicht wirklich fähig, seinen Reichweitenvorteil in die Waagschale zu schmeißen. Doch gelang es ihm mehrfach, Kicks von Kim abzufangen und diesen in den Clinch zu zwingen. Dort zeigte Kim aber eine sehr kompetente Takedown-Abwehr und vermied es jeweils, zu Boden gebracht zu werden. Im Laufe der Ersten fand Kang aber auch vermehrt Gelegenheit, seine Linke unterzubringen. Bis dahin ein sehr knapper Kampf. Die zweite Runde wurde denn schon wesentlich spannender. Kim brachte den Kampf nach anderthalb Minuten auf den Boden. Dort entbrannte dann ein hart geführter Kampf um die Positionen. Beide phasenweise mit dominanten Positionen und mit Submission-Versuchen. Leichte Vorteile beim Chinesen. Beide zeigten sich am Boden aber defensiv gut geschult. In der Dritten war Kang wieder bestrebt, den Kampf zu Boden zu bringen. Nach kurzem Ringen gelang es ihm auch, Kim zu Boden zu donnern. Dieser kam jedoch schnell wieder hoch. Kim auf den Beinen nun mit etwas mehr Drang nach vorne. Er landete vermehrt Leg Kicks und überbrückte immer wieder die Distanz. Kang schwand so ein wenig und Kim bemerkte das genau, als er entschlossen nachsetzte. Doch als Kang einmal angeklingelt war, zeigte er gute Instinkte und rettete sich in den Clinch. Am Ende wurde es eine knappe aber vertretbare Entscheidung zugunsten von Kim.

Siege für die Lokalmatadoren Rozten und Siregar

Nach der Eröffnungszeremonie, während der alle nachfolgenden Kämpfer vorgestellt wurden, kam es zum ersten Kampf der Main Card. Eddey Kalai aus Malaysia (0-4) gegen Indonesiens Egi Rozten (1-0) im Strohgewicht. Kalai ein Mann mit Boxhintergrund (44-14) und entsprechend guten Händen. Die Sympathien des Publikums beim Lokalmatador Rozten, der ebenfalls einen Boxhintergrund hat (28-19). Würde hier entscheidend sein, wer sich besser an die MMA-Gegebenheiten adaptiert hatte? Auf dem Papier schien es so, als ob dies nur Rozten sein könnte. Doch Kalai machte da gleich einen dicken Strich durch die Rechnung, als er direkt nach dem Takedown suchte und diesen fand. Danach entbrannte ein Kampf auf dem Boden, bei dem Kalai zunächst besser aussah. Es gelang ihm gar, Rozten in einer Guillotine zu fangen und diesen an dem Rande der Aufgabe zu bringen. Doch Rozten konnte sich befreien. Auch danach war Kalai weiter bestrebt, den Kampf wieder auf die Matte zu bringen, wo er so unverhofft erfolgreich war. Sein nächster Takedown-Versuch allerdings schlampig, sodass Rozten die bessere Position im Konter erlangen konnte. Wieder auf den Beinen landete eine Linke für Rozten, die Kalai auf die Bretter schickte. Er war sichtbar angeknockt, doch ging der Referee für meinen Geschmack doch etwas zu rasch dazwischen. Ein Hauch von Haus Ringrichter lag in der Luft.

Der nächste Kampf im Catchgewicht (zwischen zwei Gewichtsklassen) spielte sich zwischen Pakistans Muhammad Imran (5-2) und Elipitua Siregar aus Indonesien (2-0) ab. Beides Männer mit Ringer-Hintergrund. Die erste Runde recht ereignislos. Beide Männer zu weit voneinander entfernt, um wirklich einen Schlagabtausch zuzulassen. Leichte Vorteile auf den Beinen wohl bei Siregar, der mit Leg Kicks punkten konnte. Er brachte auch den Kampf zuerst zu Boden. Dort gelang es aber dem sichtbar größeren Imran, die Angelegenheit zu seinen Gunsten zu drehen und selber Top Control zu erlangen, die er auch eine Weile behaupten konnte. Ohne allerdings dort großartig Schaden anzurichten. Relativ belanglose erste Runde, in der Siregar aber aggressiver wirkte. In der Zweiten brachte wiederum Siregar den Kampf auf die Matte und zwang Imran dort, den Rücken preiszugeben. Siregar konnte den Rear Naked Choke anbringen. Imran musste abklopfen!

Engelen mit zweitem Sieg binnen einer Woche!

Als Nächstes stand Jimmy Yabo (5-6/Philippinen) gegen den Indonesier mit holländischen Wurzeln Anthony Engelen (7-4) in einem weiteren Catchgewicht Kampf an. Für Engelen, der bereits letzte Woche kämpfen musste und ad hoc für Yabos ausgefallenen Gegner eingesprungen war, gab es den zweiten Sieg binnen einer Woche! Sobald er den Kampf frühzeitig in der Ersten zu Boden brachte, wirkte Yabo auf verlorenem Posten. Dieser konnte zwar die ersten Takedown-Versuche noch mit guter Balance abwehren. Doch kaum war er unten, gab er den Rücken preis und es folgte ein Rear Naked Choke. Engelen klar der bessere Mann im Bodenkampf, was meist (so auch hier) den Sieg in den MMA bedeutet.

Zunächst stand eine spannende Rivalität im Muay Thai an. Kambodschas Sok Thy (221-36 im Khun Khmer, einer Muay Thai Variante) gegen Thailands Lerdsila vom Phuket Top Team (187-37). Der erste Rückkampf der ONE Muay Thay Super Series bislang! Im ersten Kampf hatte Lerdsila das bessere Ende für sich gehabt. Aber der Kampf war äußerst knapp gewesen. Daher dieser Rückkampf. Im weiteren Sinne war es auch eine Rivalität zwischen Kambodscha und Thailand. Suk Thy der wesentlich jüngere der Beiden (21 Jahre gegenüber 36 Jahren)! Ein Kampf im Fliegengewicht. Lerdislla in der ersten Runde mit mehr Erfolg. Er landete mehr, hatte die besseren Hände und kämpfte fintenreich, wodurch er mehr für sich verbuchen und den Kampf in Runde eins gut kontrollieren konnte. Auch in der Zweiten war Lerdsila der Taktgeber. Wie auch schon in der Ersten streckte er konstant seine Linke aus, um Sok Thy die Sicht zu nehmen und um seine Hände zu checken. Auch im Clinch war Lerdsila meist erfolgreicher mit seinen Knien. Allerdings Sok Thy mit einem starken Fußfeger zum Ende der Runde, der Lerdsila von den Beinen holte. Ein Gefallen, den der Veteran aus Thailand jedoch postwendend in Runde drei erwiderte. Sok Thy in der Letzten mit etwas mehr Vorwärtsdrang. Doch nicht genug um diesen Kampf noch für sich zu entscheiden. Lerdsila auch im Rückkampf siegreich – und diesmal deutlich!

Hayato Suzuki mit super Vorstellung

Im MMA-Strohgewicht kämpften anschließend Japans Hayato Suzuki (19-1-2) und Thailands Pongsiri Mitsatit (9-1). Mitsatit mit einer 72-17 Kampfbilanz im Muay Thai, natürlich eher mit Chancen auf den Beinen. Doch Suzuki, einer der besten Bodenkämpfer der Gewichtsklasse, hatte andere Pläne, die er auch rigoros und rasch durchsetzte. Sowie er ein Bein von Mitsatit zu fassen bekam, zwang er ihn unnachgiebig zu Boden, wo er rasch den Rücken nahm (eine der Stärken des Japaners). Dort drohte er mit dem Passion Lock (quasi ein Armhebel im Liegen hinter den Rücken des Gegners). Über diesen war Mitsatit so besorgt, sodass er ganz sein Genick vergaß, das er überhaupt nicht verteidigte. Einen Rear Naked Choke später bedeute dies einen raschen Sieg für Hayato Suzuki.

Anschließend stand ein Kampf im Bantamgewicht der Frauen an. Angelie Sabanal von den Philippinen (1-0) gegen Indonesiens Priscilla Hertati Lumban Gaol (4-3). Es war bereits der sechste Kampf für Gaol im Jahre 2018, was sie wohl zur fleißigsten Kämpferin auf diesem Niveau machte. Über das Jahr 2018 hat sie sich maßgeblich verbessert und all ihre Siege erstreiten können. Gaol mit einem Wushu Hintergrund. Sabanal eine ehemalige Muay Thai Kämpferin. Die Erste war klar für Gaol zu verbuchen. Gaol mit den deutlich besseren Händen und der klaren Mehrzahl der Treffer. Doch Sabanal wirkte auch recht planlos. Sie bewegte sich im Grunde zu viel und zu wirkungslos. Immer wieder kreiste sie außen, jedoch zu weit weg, um etwas anderes damit zu erreichen als sich aus dem Kampf zu nehmen. Sabanal dadurch ohne jeden bedeutsamen Zugriff. In der Zweiten blieb diese Konstellation grundsätzlich bestehen. Gaol mit wesentlich schnelleren Händen und mit Kombinationen. Von Sabanal ging nur selten Bedrohung aus. Daher war es für Gaol auch recht leicht, hier zu glänzen. Allerdings hätte sie einmal töricht fast den Rücken aufgegeben. Auch in der Dritten blieb es Einbahnstraßenverkehr. Sabanal scheinbar nicht Willens, die Distanz zu schließen. Daher nahezu sämtliche Schlagoffensive von ihr zu harmlos. Alles kam von zu weit außen, sodass etwaige Treffer kaum noch was dahinter hatten. Folglich sah Gaol nach wie vor besser auf den Beinen aus. Ihr gelang auch ein Niederschlag. Allerdings gab sie abermals im Stand den Rücken preis. Sollte mal eine richtige starke Ringerin daherkommen, könnte das problematisch für Gaol werden. Allerdings beendete sie den Kampf in der Top Control, da Sabanal auf dem Boden die Mittel fehlten, um Kapital aus ihrer Position zu schlagen. Gaol mit einem gemessen am Kampfverlauf wenig überraschenden Punktsieg.

Nieky Holzken mit Sieg im ONE-Debüt!

Im Co-Main Event kam es zu einem sehr interessanten Catchgewicht Kickbox-Match des höchsten Kalibers. Brasiliens "Tower of Power" Cosmo Alexandre (96-18) gegen Hollands Nieky Holzken (90-14). Beides enorm dekorierte Kickboxer. Holzken außerdem auch aus dem Boxen bekannt. Die Hände demnach eher bei ihm. Doch es war ein High Kick von ihm, der zunächst für Aufmerksamkeit sorgte, als er Alexandre zu Boden schickte. Daraufhin ein weiterer Niederschlag in der Ersten für Holzken, der diese Runde klar für sich entscheiden konnte. In der Zweiten arbeitete Alexandre etwas besser im Rückwärtsgang und landete mehr Volumen, nahm es jedoch immer noch viel zu häufig hin, dass er mit dem Rücken gegen den Käfig stand. Das sollte ihm zum Verhängnis werden. Sekunden vor Schluss der Zweiten fand er sich eben dort wieder, als Holzken mehrere Kicks und Hände landete und dann schließlich einen Aufwärtshaken ins Ziel brachte, der Mundschutz und Mann gleichermaßen umgehen ließ. Ein klares KO! Dominante Vorstellung von Holzken bei seinem ONE Championship Debüt!Hart umkämpfter Main Event endet mit Kadestam als Sieger

Main Event Zeit! Es ging um den vakanten Weltergewichtsgürtel im ONE Championship MMA. Der Titel natürlich von Ben Askren niedergelegt, der schon bald bei der UFC seine Brötchen verdienen will. Um das Gold kämpften nun der Amerikaner Tyler McGuire (11-0) und Schwedens Zebaztian Kadestam (10-4). McGuire ein ausgezeichneter Ringer. Kadestam ein Muay Thai Spezialist mit Aggression und gefährlichen Händen, die er auch tief in einen langen Kampf hineintragen kann. Ein typisches Style Match-Up: Ringer gegen Striker! Und es wurde sehr interessant. Denn Kadestam zeigte super Balance und gute Grappling-Defensive, um schnell wieder auf die Beine zu kommen, sodass McGuire keine nachhaltigen Erfolge mit seinen Takedowns erzielen konnte. Auf den Beinen war McGuire außen und bewegte sich viel, um kein statisches Ziel abzugeben. Kadestam immer auf der Lauer nach Gelegenheiten, seine Hände und Kicks anzubringen. McGuire im Gegenzug auf der Suche nach dem Weg auf die Matte. Doch die Takedown-Abwehr und die Escapes von Kadestam waren sehr gut! In der Zweiten wehrte Kadestam abermals einen Takedown ab. Diese fehlgeschlagenen Versuche natürlich anstrengend für den Amerikaner. Er ging schließlich dazu über, Kadestam gegen den Käfig zu pressen, um aus dem Clinch einen Takedown zu erreichen. Nach einigen Mühen schaffte er das auch. Doch er musste viel investieren und hart arbeiten und fand es nach wie vor schwer, Kadestam länger am Boden zu halten, geschweige denn seine Positionen, solange sie Bestand hatten, offensiv auszunutzen. Kadestam machte in der Zweiten auf den Beinen zwar nicht viel, doch musste McGuire viel investieren, um seine Positionen im Ringkampf zu erreichen, ohne dass dabei (außer der phasenweisen Kontrolle) viel herumkam. In der Dritten schien Kadestams Gastank voller zu sein. Er teilte sich seine Energie sinnvoll ein. McGuire musste nach wie vor viel investieren, um die konstante laterale Bewegung aufrechtzuerhalten. Kadestam überdies mit den deutlichsten Treffern der Runde. Darunter zwei gut getimte Leg Kicks und mehrere gefährliche Knie im Clinch. Zwischendrin eine kurze Unterbrechung, da ein unbeabsichtigter Tiefschlag bei diesen Knien zustande kam, als auch McGuire zeitgleich ein Knie abfeuerte und empfindlich in der roten Zone getroffen wurde. Kurze Unterbrechung.

In der Vierten gelang McGuire wieder ein Takedown. Doch abermals brauchte Kadestam nicht lange, um wieder hochzukommen. Wieder hatte er die Mitte inne. Doch gelang es ihm zu selten, seinen Treffern eine Kombination folgen zu lassen. Einfach weil McGuire seine lateralen Bewegungen aufrechterhielt und sehr mobil blieb. Doch auch wenn Kadestam mal einen guten Treffer, oft in Form eines Leg Kicks, landete, versäumte er es nachzusetzen. Dennoch wohl eine knappe Führung für Kadestam, der den Kampf mehr in seinem Ermessen gestalten und die besseren Treffer anbringen konnte. In der fünften und letzten Runde investierte McGuire noch mal alles und versuchte, den gegen den Zaun gepressten Kadestam noch einmal runter zu nehmen. Doch der wehrte sich mit Haken, Ösen und Verstand – schaffte es demnach, auf den Beinen zu bleiben. Und zum Ende der Runde landete er dann seinen Money Shot, als er einen weiten rechten Haken schlug, in den sich der nach wie vor sehr mobile McGuire hineinmanövrierte. Er setzte mit einem Knie zum Boden nach, das voll auf die Zwölf traf. Knockout auf den letzten Metern! Ein super Sieg für Kadestam, der heiß ersehntes Gold nach Schweden holen konnte! Klasse Vorstellung von ihm gegen einen schweren Gegner, den die Meisten im Vorfeld wohl als Favoriten ausgemacht hätten.


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