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Vorschau auf die Türkei-Rundfahrt 2019 - Infos und News zum Radrennen

Vorschau zur Türkei-Rundfahrt 2019

Bildquelle: CeeGee [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Aktuelle Radsport News: Die Türkei-Rundfahrt 2019 kehrt vom 16. bis 21. April ins belebte Radsport-Frühjahr zurück, nachdem die beiden letzten Ausgaben Anfang Oktober stattgefunden hatten. Im Windschatten von Paris-Roubaix, eingedenk der nur kurz zuvor endenden Baskenland-Rundfahrt und einer zeitlichen Überschneidung mit dem holländischen Amstel Gold Race, bietet die Türkei-Rundfahrt 2019 Jungfahrern und Helden aus der zweiten Reihe eine Gelegenheit, sich bei diesem Radwettkampf auszuzeichnen.

Vor allem aber präsentiert die sechstägige Rundfahrt ein Etappenrennen, bei dem sich auch Sprinter durchaus Hoffnungen aufs Gesamt-Klassement machen dürfen. Denn bis auf die fünfte Etappe gibt es keine einzige Etappe, bei der eine Sprintankunft kaum denkbar erscheint.

 

Alles in allem ist es ein flaches Rennen mit eher kurzen bis moderaten Etappen. Eine echte Gelegenheit für Sprinter, die sich so nicht mehr allzu oft im UCI World Tour Kalender ergibt!

Der Etappenverlauf der Türkei-Rundfahrt 2019

Das Etappenrennen war traditionell immer an die Küstenurlaubsorte der Südtürkei gebunden. 2019 wird es hingegen eine sechstägige Schleife um das Marmarameer, die in der Hauptstadt Istanbul beginnt und endet. Das warme Wetter sowie die zumeist wahrscheinlichen Sprintabschlüsse machen es für die Sprinter und ihre Teams zu einer hervorragenden Möglichkeit, um sich auf den Giro d'Italia vorzubereiten. Demgegenüber stehen natürlich Jungfahrer und potenziell heiße Wildcard Teams, den traditionell vernachlässigen viele der starken World Tour Teams die Türkei-Rundfahrt ein wenig und fahren eher die zweite Auswahl auf.

Alle sechs Etappen sind Straßenrennen – ein Zeitfahren gibt es nicht. Die erste Etappe verlässt Istanbul und endet in Tekirdag, nahe der Grenze zu Griechenland und Bulgarien. Ein Rennen auf Meeresspiegelhöhe. Zwei Anstiege der dritten Kategorie im Rennverlauf dürften bereits erste Ausreißer mit Ambitionen auf das Bergtrikot anziehen, ehe es bei 157 Kilometern Gesamt-Distanz in ein ausgedehntes, flaches Finish geht. Die zweite Etappe endet in Eceabat in der Nähe von Gallipoli. Wie am Tag zuvor werden hier ebenfalls zwei Zwischensprints eingestreut, um Punkte für das Sprinter-Trikot und leichte Zeitgratifikationen abzugreifen.

Des Weiteren gibt es einen Anstieg der Dritten und einen der zweiten Kategorie im Rennverlauf. Dem Finish geht ein leichter Anstieg voraus, sodass späte Attacken nicht auszuschließen sind. Ob dabei nach 180 Kilometern Etappenlänge noch die Kräfte reichen, bleibt abzuwarten. Die dritte Etappe von Canakkale nach Edremit weist dann zunächst ein hügeliges Profil auf, ehe es wieder flach ausläuft. Mit 121 Kilometern ist es eine sehr kurze Etappe. Hier gilt es also, die Ausreißergruppe des Tages an der kurzen Leine zu halten, wenn sich die Sprinter nicht um eine gute Gelegenheit betrügen wollen.

Etappe 4 der Türkei-Rundfahrt 2019: Bursa

Etappe vier nach Bursa geht direkt in einen Anstieg der dritten Kategorie über, verläuft dann aber lange Zeit fach, ehe zum Ende hin eine Reihe von nicht kategorisierten Hügeln folgt, einschließlich eines kleinen Aufstiegs vor dem Finish. Es ist mit 195 Kilometern die längste Etappe. Auch hier müsste ein diszipliniert arbeitendes und jagendes Feld die Sprintankunft sicherstellen können. Etappe Numero fünf ist dann die große Ausnahmeerscheinung bei dieser Türkei-Rundfahrt 2019. Die fünfte Etappe führt zurück nach Istanbul mit einem Ziel in Kartepe bei Izmit und beginnt abermals nahezu prompt mit einem Aufstieg der 3. Kategorie.

Dann verläuft die Etappe im Wesentlichen flach, ehe es in die letzten knapp 20 von 165 Kilometern geht. Denn wie aus dem Nichts setzt es einen Berg der Sonderkategorie (HC)! Ein Abschnitt von 12,10 Kilometern mit satten 9,15 % Durchschnittsgradienten markiert dabei den kategorisierten Part dieser Bergankunft, die diesbezüglich weit heftiger ist als irgendwas Anderes, was die Türkei-Rundfahrt 2019 diesbezüglich auffährt. Wenn es einen Schlüsselabschnitt gibt, wo jemand den Sprintern diese Rundfahrt abspenstig machen kann, dann hier! Die letzte Etappe zurück nach Istanbul erstreckt sich über 172 Kilometer und verläuft (bis auf eine dritte Kategorie) flach.

 

 

Aufgebot und Favoriten der Türkei-Rundfahrt 2019

Der Spanier Eduard Prades (Euskadi Murias) gewann die Türkei-Rundfahrt 2018 als Fahrer eines Wildcard Teams auf der letzten Etappe und schlug Alexey Lutsenko (Astana) allein dank eines entscheidenden Zeitbonus. Der Sieg sicherte ihm einen Platz bei Team Movistar, für die er 2019 als Titelverteidiger wieder antreten könnte. Der Australier Nathan Haas (Katusha-Alpecin) wurde mit vier Sekunden Dritter. Ob Haas und Prades (als Sieger des Vorjahres) wieder antreten werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt, da weder Team Movistar noch Katusha-Alpecin ihre Startlisten veröffentlicht haben. Überhaupt haben dies erst fünf UCI World Tour Teams getan, was wieder einmal zeigt, dass die Türkei-Rundfahrt (trotz lückenloser Ausführung seit 1963) das Aschenputtel im Rennkalender der UCI World Tour ist.

Sicher ist, dass der Ire Sam Bennett wieder für das deutsche Team Bora-Hansgrohe antreten wird. Er dominierte letztes Jahr die flachen Etappen, gewann satte drei Etappen und wurde Zweiter bei der ersten Etappe. Er riss somit souverän die Punktewertung in der Edition 2018 an sich. Als deutsche Radrennfahrer werden ihm Christoph Pfingsten und Michael Schwarzmann zur Seite stehen. Quick-Step holte im vergangenen Jahr zwei Sprintsiege mit dem Argentinier Maximiliano Richeze und Kolumbiens Álvaro José Hodeg. Auch diese beiden Herren werden wieder für Quick-Step antreten. Mit Remco Evenepoel tritt außerdem ein extrem begnadeter Jungfahrer aus Belgien für Quick-Step an, der bereits bei den UCI-Weltmeisterschaften prominent in Erscheinung getreten ist. Er wurde 2018 sowohl belgischer Meister, Europameister und Weltmeister im Straßenrennen und Zeitfahren bei den Junioren. Eines der größten Talente überhaupt! Ihn sollte man im Auge behalten.

Sieg der Lokalmatadoren bei der Türkei-Rundfahrt 2019?

Viel mehr Berichtenswertes lässt sich über das zu diesem Zeitpunkt extrem lückenhafte Line-Up der UCI World Tour Teams nicht sagen. Außer vielleicht noch, dass mit Mark Cavendish ein alter Hase unter den Sprintern für Team Dimension Data antritt, der selber schon zweimal die Punktewertung bei der Türkei-Rundfahrt (2014 und 2015) für sich entscheiden konnte. Mit Roger Kluge tritt außerdem ein sehr erfahrener deutscher Radrennfahrer für Lotto-Soudal in die Pedale.

Vollkommen bekannt hingegen ist das Line-Up der fünf Wildcard Teams aus der Procontinental Tour. Burgos BH, Caja Rural und Euskadi Murias sind drei Teams aus spanischen Landen mit überwiegend spanischen Fahrern. Mit Delko Marseille Proivence KTM tritt außerdem noch ein französischer Sponsor mit bunt zusammengewürfelter Truppe an. Und mit Manzana Postobon tritt sogar ein rein kolumbianisches Team an. Ebenso dabei: Die türkische Nationalauswahl, die bestrebt sein wird, den ersten türkischen Sieg seit 2003 ins Auge zu fassen.


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