Naomi Osaka über Corona-Pause: Schüchternheit bekämpfen & neues Hobby

CNN Sport Interview mit Noami Osaka

Bildquelle: CNN Sport [], (Bild bearbeitet)

Die Corona-Pandemie lässt die Filzkugeln im Profitennis weiterhin ruhen. Doch was treiben die Stars der Szene während des weltweiten Lockdowns? Und wie gehen sie mit der ungewohnten Situation um? Naomi Osaka gewährt im Interview mit CNN Einblicke in ihren Corona-Alltag und verrät, dass sie sich einem „neuen Gegner“ stellt: Die Japanerin hat ihrer Schüchternheit den Kampf angesagt. Zudem hat Osaka in der Zwangspause eine kreative Ader in sich geweckt und berichtet von einer besonderen Trainingssession mit Venus Williams.

Anfang März wurde der internationale Tennissport wegen des neuartigen Corona-Virus unterbrochen. Seitdem müssen sich auch die Stars der Szene die Zeit vertreiben. Das gilt auch für Naomi Osaka. Die zweifache Grand-Slam-Gewinnerin ist bemüht, die gewonnene Freizeit sinnvoll zu nutzen. Und wenn sie schon keine Matches auf dem Platz bestreiten kann, hat sie kurzerhand Ersatz gefunden. Und zwar in sich selbst.

Osaka ehrlich: „Ich bereue so Einiges“

Die 22-Jährige will die Quarantäne für eine Art Selbstreflexion nutzen und versucht, ihre Schüchternheit abzulegen. Aufgrund dieser stand sie sich des Öfteren selbst im Weg. „Ich glaube, die Leute kennen mich als sehr schüchterne Person […]. Ich möchte die Quarantäne auch nutzen, um einfach über alles nachzudenken. Und ich bereue so Einiges, bevor ich schlafen gehe - vor allem die Tatsache, dass ich nicht ausspreche, was ich denke“, übt Osaka im Gespräch mit dem US-Nachrichtensender CNN Selbstkritik und wird noch deutlicher.

„Oftmals befinde ich mich in einer Situation, in der ich meinen Beitrag hätte einbringen können, aber stattdessen den Mund gehalten habe. Manche Dinge haben sich in eine Richtung entwickelt, die mir nicht wirklich gefallen hat. Hätte ich mich durchgesetzt, dann hätte ich auch die Gelegenheit bekommen, zu sehen, was passiert wäre.“

Kein stundenlanges Training! Osaka will sich nicht verheizen

In ihrer noch jungen Karriere hat Naomi Osaka aber trotz aller Zurückhaltung und Schüchternheit einen steilen Aufstieg hingelegt. Mit ihrem Triumph bei den US Open 2018 sicherten sie sich einen Platz in den Geschichtsbüchern, war sie doch die erste Japanerin, die ein Grand-Slam-Turnier gewinnen konnte. 2019 gewann Osaka auch noch die Australian Open und stürmte damit als erste asiatische Tennisspielerin überhaupt an die Spitze der Weltrangliste. Dort konnte sich Osaka, die schon über 14 Millionen Dollar Preisgeld kassierte, insgesamt zehn Wochen halten. Aktuell ist sie im WTA-Ranking auf dem 10. Platz zu finden.

Doch derzeit ist ihr Alltag mit Blick auf Tennis und Training ordentlich durcheinandergewirbelt, was bei Osaka einige Sorgenfalten hervorruft. „Ein Teil von mir ist etwas besorgt. Ich weiß aber auch, dass andere Spieler womöglich in der gleichen Lage sind wie ich. Es ist jetzt nicht so, als würde ich verlernen, wie man Tennis spielt. Ich möchte aber auch nicht fünf Stunden am Tag trainieren, da man sich so nur verheizt und man weiß nie, wann die Turniere wiederbeginnen.

 

 

Via Instagram: Osaka trainiert mit Venus Williams

Nach aktuellem Stand ist die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ab Mitte Juli geplant. Um sich bis dahin fit zu halten, müssen die Spieler vornehmlich Einzeltraining in den heimischen vier Wänden absolvieren, da der Zugang zu den Gyms und Tennisplätzen gesperrt ist. Osaka hat aber in Venus Williams eine virtuelle Trainingspartnerin gefunden. Die beiden ehemaligen Weltranglistenersten haben über Social Media ein gemeinsames Workout abgespult und dabei ordentlich Gas gegeben.

Zur Überraschung von Osaka: „Ich hatte gerade tatsächlich ein Instagram Live mit Venus [Williams]. Und es war intensiver, als ich ursprünglich dachte! Ich bin davon ausgegangen, dass wir uns ein bisschen dehnen würden. Am Ende haben wir einige Bewegungseinheiten gemacht, dann Ausfallschritte und weitere Übungen.“

Osaka: „Werde nie wieder so viel Zeit haben“

Osaka, die ihren Wohnsitz nach Los Angeles verlegt hat, weiß aber auch, dass sie durch die Corona-Pause vielmehr Freizeit als sonst genießen kann. Diese soll keinesfalls vergeudet werden. „Ich habe das Gefühl, dass ich die Zeit nutzen möchte, um etwas Neues zu lernen oder mich zu verbessern. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nie wieder so viel Zeit haben werde.

Ein Hobby hat Naomi Osaka, die 2019 nach einigen enttäuschenden Leistung eine Pause einlegte, schnell gefunden. „Ich habe in letzter Zeit viel gezeichnet“, erklärt Osaka, die dabei aber auf Probleme traf. Sie habe „versucht Farbe zu kaufen, aber sie war in jedem Geschäft ausverkauft. Alle anderen hatten wohl die gleiche Idee“. Und was zeichnet Osaka, wenn sie denn Farbe vorrätig hat? „Ich versuche einfach, die Bilder in meinem Kopf zu Papier zu bringen.“


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