Max Verstappen ist Weltmeister! Verrückte Krönung in Japan nach Regel-Chaos

Verstappen ist Weltmeister 2022

Bildquelle: Wastrick [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Max Verstappen hat sich in der Formel 1 mit seinem Rennsieg beim völlig chaotischen Großen Preis von Japan vorzeitig zum Weltmeister gekrönt! Das kuriose: Alles dachte, dass die WM-Entscheidung vertagt sei, ehe der Red Bull-Pilot plötzlich doch als Weltmeister verkündet wurde. Ausschlaggebend war ein Regel-Wirrwarr der FIA sowie eine Zeitstrafe für Charles Leclerc nach dem Rennen.

Das Max Verstappen seinen WM-Titel in der Formel 1 verteidigen wird, stand eigentlich schon seit geraumer Zeit fest. Zu groß sein Vorsprung in der Formel 1 Fahrerwertung und zu dominant und überlegen sein Red Bull. Doch wie der 25-Jährige beim Regen-Rennen in Suzuka Weltmeister wurde, war einfach nur verrückt und verwirrend.

Späte Regel-Aufklärung der FIA - Verstappen als „Plötzlich-Weltmeister“

Das Rennen in Japan wurde aufgrund einer langen Regenunterbrechung nur rund zur Hälfte absolviert. Insgesamt spulten die Formel 1 Fahrer 28 der 53 Runden ab. Aufgrund der verkürzten Renndistanz hätte es gemäß der F1 Regeln nur reduzierte statt der vollen WM-Punkten geben dürfen. Dachten zumindest alle, inklusive Verstappen.

Dem Niederländer hätte demnach noch ein Punkt zur Titelverteidigung gefehlt. Alles ging davon aus, dass die Entscheidung beim nächsten Formel 1 Rennen in den USA (Austin, Texas) fällt. Doch da das Rennen nach langer Unterbrechung wieder aufgenommen wurde und regulär mit Schwingen der Zielflagge beendet wurde, ist es irrelevant, wie viele Runden gefahren wurden. Die FIA, die erst verspätete Aufklärung gab, vergab daher die vollen Formel 1 WM-Punkte, obwohl hierfür eigentlich 75 Prozent der Rennstrecke gefahren werden müssen.

Auch nachträgliche Zeitstrafe gegen Leclerc beschert Verstappen WM-Titel

Für weitere und ebenfalls entscheidende Verwirrung bei der Titelentscheidung sorgte eine Strafe für Charles Leclerc nach dem Rennen. Der Ferrari-Pilot, der zumindest noch rechnerischen Chancen auf die WM-Krone hatte, kam als Zweiter vor Verstappens Teamkollege Sergio Pérez ins Ziel.

Doch Leclerc verließ während eines Duells mit Pérez kurzzeitig die Strecke und behinderte dabei den mexikanischen Red Bull-Fahrer unerlaubterweise. Hierfür bekam der Monegasse eine 5-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt, wodurch er vom zweiten auf den dritten Rang abrutschte. Als die FIA danach auch noch verlauten ließ, dass die vollen WM-Punkte verteilt werden, stand fest, dass Max Verstappen Weltmeister ist!

Verstappen nach WM-Entscheidung mit „sehr gemischten Gefühlen“

Eine denkwürdige Entscheidung. Auch Verstappens erster Titelgewinn in der vergangenen Saison bot reichlich Dramatik, als er im letzten Rennen in Abu Dhabi in der letzten Runde Lewis Hamilton mit einem Überholmanöver den Titel noch entriss. 301 Tage später der nächste verrückte WM-Coup für den Youngster.

Es ist Wahnsinn, ich habe sehr gemischte Gefühle“, erklärte ein sichtlich verdutzter Verstappen. „Da war der Rennsieg. Und wenn man zurückschaut. Das Jahr, das wir hatten, war unglaublich. Das hätte ich mir nach letztem Jahr nicht vorstellen können. Ich bin dankbar an alle, die zu diesem Erfolg beigetragen haben, ergänzte der frischgebackene Zweifach-Champ.

Horner: „Wird dachten, es würde ein Punkt fehlen“

Red Bull-Teamchef Christian Horner hatte vom Titelgewinn seines Schützlings erst auf dem Podium erfahren: „Wir dachten, es würde ein Punkt fehlen!“ Auch Red Bulls Motorchef Dr. Helmut Marko war perplex: „Unser Strategiemann sagte: Uns fehlt ein Punkt, weil wir nicht die schnellste Runde haben. Es war für alle von uns eine Riesenüberraschung.“

 

 

Für Max Verstappen war der Erfolg in Japan bereits der zwölfte Saisonsieg im 16. Rennen. Sein Punktekonto in der Formel 1 WM-Tabelle schraubte er dadurch auf 366 Zähler. Zweiter ist sein Teamkollege Sergio Pérez (253) vor Leclerc (252). In den noch vier verbleibenden Rennen des Formel 1 Kalenders in den USA, Mexiko, Brasilien und Abu Dhabi kann Verstappen von seinen Verfolgern nicht mehr abgefangen werden.

Vettel starker Sechster - Schumacher am Ende 17.

Hinter Verstappen, Pérez und Leclerc machten Esteban Ocon und Lewis Hamilton die Top 5 perfekt. Sebastian Vettel im Aston Martin wurde bei seinem letzten Rennen in Japan starker Sechster. Der Heppenheimer war übrigens 2011 der letzte F1-Fahrer, der sich in Suzuka zum Weltmeister krönte.

Auch Fernando Alonso als Siebter und dahinter George Russel, Nicolas Latifi sowie Lando Norris kamen in die Punkteränge. Mick Schumacher steuerte seinen Haas auf den 18. Platz und war somit Letzter der verbliebenen Fahrer. Im offiziellen Formel 1 Ergebnis von Suzuka tauschte der Schumi-Spross aber die Plätze mit dem vor ihm platzierten Pierre Gasly, der eine Zeitstrafe kassierte.

Verstappen verteidigt Führung beim Start - Vettel mit Dreher

Beim Formel 1 Start in Suzuka hatte Pole-Setter Max Verstappen auf dem regennassen Asphalt Mühe, seinen Platz gegen Charles Leclerc zu behaupten. Weiter hinten im Feld wurde Sebastian Vettel bei seinen letztem Japan-Rennen nach einem Dreher von Startplatz neun auf P16 durchgereicht, nachdem der Heppenheimer von Fernando Alonso getroffen wurde.

Es sollte nicht der einzige Vorfall auf der Strecke zu Rennbeginn bleiben. Unter anderem touchierte Carlos Sainz im zweiten Ferrari eine Werbetafel und schied daraufhin aus. Der Alpha Tauri von Pierre Gasly wurde nach dem Sainz-Crash von herumfliegenden Teilen getroffen und musste in die Box.

Gasly nach Fast-Crash mit Kran: „Hätte mich töten können“

Als der Franzose anschließend bei schlechter Sicht wieder zum Feld aufschließen wollte, wurde das Rennen unterbrochen. Unter Roter Flagge wäre er fast in einen Abschleppkran gerast, der sich für Aufräumarbeiten auf der Strecke befand. „Das hätte mich verdammt noch mal töten können“, funkte Gasly wütend und entsetzt Richtung Kommandostand.

Vor acht Jahren ereignete sich in beim Großen Preis ein schwerer Formel 1 Unfall, als Jules Bianchi - ein guter Freund von Gasly - am 5. Oktober 2014 bei Regen von der Piste abkam und unter ein Bergungsfahrzeug krachte. Bianchi erlitt schwerste Kopfverletzungen, an denen er neun Monate im Koma verstarb.

Nach langer Regenpause - Verstappen siegt souverän in Japan

Aufgrund von Dauerregen wurde das Rennen mehr als zwei Stunden unterbrochen, ehe es mit einem fliegenden Start wieder weiterging. Wenngleich sich auf dem technisch sehr anspruchsvollen Kurs vereinzelt noch Pfützen befanden. An der Spitze lag Verstappen vor Leclerc und Pérez.

Das Trio wechselte in der Folge dann aber von den Regenreifen auf die Intermediates. Verstappen konnte danach schnell einen komfortablen Vorsprung auf seine Verfolger herausfahren. Trotzdem verzichtete Red Bull darauf, Verstappen noch einmal für die schnellste Rennrunde mit neuen Reifen zu bestücken. Dass es dennoch für den WM-Titel reichen sollte, konnte zu diesem Zeitpunkt keiner erahnen.


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