Leipzig verliert Brauseduell - Frankfurt & Leverkusen mit Siegen

Rangnick regt sich über Leipzig-Niederlage gegen Salzburg auf

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Eintracht Frankfurt und Bayer 04 Leverkusen siegen; und Rasenballsport Leipzig wird mit seinen eigenen Mitteln geschlagen, wenn man so will. Es gibt ihn eben manchmal doch: den Fußballgott! „Rasenballsport“ Leipzig unterlag gegen Red Bull Salzburg mit 2:3. Eine Rivalität, wie man sie sonst nur zwischen Coke und Pepsi kennt. Nach einer sehr schwachen ersten Hälfte der roten Bullen (also denen aus Leipzig) lagen diese bereits mit 0:2 hinten.

Zwar gelang im letzten Spielviertel noch die Aufholjagd, doch ein spätes Tor durch die stärkeren Salzburger schaffte dann Tatsachen sowie eine schwierige Ausgangsposition für die Leipziger in einer sehr starken Europa League Gruppe (mit Rosenborg Trondheim und Celtic Glasgow).

Leipzig verliert Brauseduell gegen Salzburg

Vor heimischer Kulisse verstanden es die Leipziger nicht, die Ausfälle von Schlüsselspielern wie Timo Werner, Marcelo Saracchi und Lukas Klostermann adäquat zu kompensieren. Trainer Ralf Rangnick hoffte vor allem auf die Kompetenzen ehemaliger Salzburger, die in den Außendienst nach Leipzig versetzt worden waren. Doch eine klägliche erste Halbzeit, in der es nur eine wirkliche Torchance für die Hausherren gab, beförderte die leidenschaftslosen Rasenballsportler mit 0:2 ins Hintertreffen.

Die Verlegenheit des Filialleiters Ralf Rangnick war deutlich daran ablesbar, dass dieser zur Halbzeit gleich dreimal wechselte. Poulsen, Diego Demme und der zurückgekehrte Marcel Halstenberg lösten Bruma, Nordi Mukiele und Jean-Kevin Augustin ab. Daraufhin zeigten die Leipziger etwas mehr Willen auf dem Platz, wirkten spielerisch aber immer noch sehr gehemmt. Insofern kamen die beiden Ausgleichstore auch recht überraschend und waren, nur bedingt mit dem Spielverlauf in Einklang zu bringen. Das späte Tor durch Gulbrandsen für RB Salzburg rückte die Dinge dann doch noch ins rechte Lot.

Bayer Leverkusen siegt bei finanzgedopten Bulgaren

Für Bayer Leverkusen ging es zum Gastspiel bei Ludogorez Rasgrad, dem oligarchisch aufgewerteten bulgarischen Dauermeister (seit ihrem Aufstieg 2011 holten sie jede Meisterschaft). Dabei sah es keineswegs so aus, als ob die “Werkself“ hier auf der Siegerstraße gewesen wäre. 0:2 lag man nach etwas mehr als einer halben Stunde hinten. Doch ein stark aufspielender Kai Havertz sorgte mit seinen Toren in der 38. und 69. Minute für die Führung. Zwischenzeitlich hatte noch Isaac Kiese Thelin in der 64. Minute den Ausgleich beschert.

So siegte Leverkusen in der Fremde mit 3:2 (1:2) und konnte nach schlechtem Start die Partie noch drehen. Eine Wohltat für die Leverkusener Fans, die in der Liga bislang drei Pleiten hinnehmen mussten. Dabei war Leverkusen keineswegs schwach gestartet sondern kam recht glücklos mit 0:2 in Rückstand. In der achten Minute wurde ein Freistoßtor direkt verwandelt, bei dem Torhüter Lukas Hradecky nicht gut aussah. Beim zweiten Tor durch Marcelinho, der einfach einschieben konnte, sah hingegen die gesamte Abwehr in dieser Szene nicht gut aus. Doch noch in der ersten Halbzeit konnte Leverkusen den Anschlusstreffer durch einen Flachschuss von Kai Havertz bejubeln.In der zweiten Hälfte war Leverkusen dann ganz klar das bessere Team. Mit mehr Spielidee und mehr Offensivdrang belohnten sich die Leverkusener und siegten so doch noch mit 3:2.

Frankfurt vor Geisterkulisse in Marseille

Geisterkulisse in Marseille

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Auch den Frankfurtern gelang es, einen Rückstand zu drehen. Und das gegen keinen Geringeren als den Vorjahresfinalisten Olympique Marseille! Als massiver Außenseiter kam die Eintracht angereist und gewann mit 2:1 vor gespenstischer Kulisse im leeren Stadion von Marseille. Leer war dieses, weil Marseille laut einem UEFA-Urteil das erste Spiel vor leeren Rängen absolvieren musste. Somit wurden die Frankfurter ohne eigenes Verschulden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Ihren Fans war es gar untersagt, sich im gesamten Stadtgebiet von Marseille aufzuhalten bzw. sich eben dort als Eintracht Fans erkennen zu geben. Vollkommen absurd!

Doch während die Gerechtigkeit nicht obsiegen konnte, so gelang es wenigstens der Eintracht Frankfurt. Und dabei sah es gerade zu Beginn so aus, als würden sich hier alle Erwartungen erfüllen, als Marseille schon in der 3. Minute in Führung gehen konnte. Lucas Ocampos konnte eine Flanke aus kurzer Distanz verwerten. Marseille folglich mit Oberwasser und mit der besseren Spielanlage. Über die gesamte erste Hälfte hinweg blieben die Hausherren am Drücker, sodass Frankfurt sich zur Pause glücklich schätzen konnte, nicht deutlicher hinten gelegen zu haben. Dafür konnten sie sich vor allem beim zurückgekehrten Kevin Trapp bedanken, der mehrfach zur Stelle war, als es lichterloh brannte.

Sieg in Marseille nun wartet Lazio Rom

Nach über vier Jahren Abwesenheit von den europäischen Wettbewerben wollten die Frankfurter sich nicht so einfach abfrühstücken lassen und kamen besser aus der Kabine. Mittelfeldspieler Lucas Torro verwertete in der 52. Minute eine Ecke mit dem Kopf, um den Ausgleich wiederherzustellen. Doch anstatt danach konsequent auf Sieg zu spielen, geriet die Eintracht in Unterzahl, da Jetro Willems wegen der Summe mehrerer Vergehen Gelb-Rot sah. Folglich mussten die Frankfurter diszipliniert verteidigen, um im Spiel zu bleiben.

Letztlich war es Luka Jovic, der sich als Joker empfahl und in der 89. Minute den Überraschungssieg perfekt machte. Ein satter Schuss besiegelte den Triumph der Frankfurter, die sich so über wertvolle drei Punkte freuen durften. Wertvoll vor allem insofern, weil mit Lazio Rom noch ein anderes Schwergewicht in der Gruppe lauert.

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