Struff führt DTB-Team zum Sieg - Friedsam verpasst ihren knapp

Struff erfolgreich im Davis Cup - Friedsam verliert

Bildquelle: MacKrys [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Das deutsche Davis-Cup-Team um seine aktuelle Nummer 1 Jan-Lennard Struff hat in Düsseldorf gegen Weißrussland durch ein 4:1 den Sprung zur Endrunde im November in Madrid geschafft und somit den Erfolg des Vorjahres wiederholt. Wie damals hatte die eigentliche Nummer 1 im deutschen Herrentennis, Alexander Zverev, auf seinen Start im Team verzichtet. Doch „Struffi“ präsentierte sich bei seinen beiden Einzelsiegen ohne Satzverlust souverän – in Zeiten wie der gegenwärtigen nahezu sicherer als die ein oder andere Bank.

Da auch das deutsche Shooting-Star-Doppel Andreas Mies/Kevin Krawitz seine Partie sicher gewann, fiel die Niederlage zum zwischenzeitlichen 1:1 von Philipp Kohlschreiber nicht ins Gewicht. Dominik Koepfer sorgte durch einen klaren Sieg gegen den 16-jährigen Daniil Ostapenkow für den Endstand.

Derweil verpasste Anna-Lena Friedsam am Sonntag, ihre beeindruckende Performance beim WTA-Turnier in Lyon mit ihrem ersten Einzeltitel auf der Tour zu vergolden. Gegen die Australien-Open-Siegerin Sofia Kenin (USA) unterlag Friedsam 2:6, 6:4 und 4:6, nachdem die gebürtige Neuwiederin zuvor die Nummern 2, 7 und 8 der Setzliste aus dem Wettbewerb befördert hatte. Damit kehrte Friedsam auch nicht in die Top 100 der Weltrangliste Damen ein, brachte sich aber für künftige Aufgaben ins Gespräch und in Stellung. Für Kenin hatte derweil bereits Runden zuvor ein Turniersieg am seidenen Faden gehangen. Gegen eine krasse Außenseiterin stand sie mit mehr als anderthalb Beinen auf der Liste der Ausgeschiedenen, drehte aber eine quasi schon verlorene Partie.

Davis Cup: Struff glänzt durch mentale Stärke

Jan-Lennard Struff scheint seinen Rückstand auf die Besten im weltweiten Herrentennis Schritt für Schritt zu reduzieren. Weniger die Einzelsiege im Davis Cup gegen die Weißrussen Ilja Iwaschka (6:4, 6:4) und Egor Gerassimow (6:3, 6:2) an sich selbst untermauerten diesen Eindruck. Vielmehr die Art und Weise, wie sich Struff in vermeintlichen Drucksituationen aus der Affäre zog, nötigen Respekt ab. Insbesondere im Auftaktmatch gegen den hochmotivierten Iwaschka kämpfte Struff eisern und erfolgreich gegen die Begebenheiten an, dass auf dem Hardcourt des Düsseldorfer Castellos der eigene, in seinem Spiel so wichtige, erste Aufschlag arg zu wünschen übrig ließ, während sein Gegner den seinen regelmäßig ins Ziel brachte.

40 Prozent eigene erste Aufschläge bei Struff standen im ersten Satz den fast 80 Prozent des Gegners entgegen. Der stimmgewaltige weißrussische Anhang und einige Breakbälle brachten Struff aber nicht aus dem Konzept. Er erspielte sich die Punkte in langen Ballwechseln durch taktisch und technisch überlegenes Tennis. Auf der Rückschlagseite packte er im siebten Spiel des ersten Satzes entscheidend zu, in dem Iwaschka seine einzige ernste Aufschlagschwäche im ersten Durchgang offenbarte. Gerade die mentale Stärke des Deutschen versetzte das DTB-Team schließlich in die Lage, den wichtigen ersten Punkt im Duell mit Weißrussland zu setzen.

 

 

Auch French-Open-Sieger Mies/Krawietz souverän

Die Niederlage Philipp Kohlschreibers im Anschluss gegen Gerassimov nach Satzführung passt in das Bild des Augsburger in den letzten knapp zwölf Monaten. Nicht grundsätzlich schwach auftretend, scheitert er seit geraumer Zeit eher an der nicht vorhandenen Kontinuität. Diese fehlte zwar auch dem Doppel Andreas Mies/Kevin Krawietz in der jüngeren Vergangenheit – aber auf einem anderen Level. Vergleichswert der beiden war für viele der French-Open-Triumph 2019. Eine derartige Leistung ständig zu wiederholen, ist selbstredend ungleich schwieriger.

Durch ihren letztlich sicheren Zweisatzsieg gegen das weißrussische Doppel brachten sie das DTB-Team mit 2:1 mitentscheidend auf den Weg zur Endrunde nach Madrid. Dort wird seit vergangenem Herbst der Davis Cup in vollends reformierter Turnierform ausgespielt. Der klassische Heimvorteil und Auswärtsnachteil mitsamt einzigartiger Stimmung – wie in der Qualifikationsrunde in Düsseldorf – fällt bis auf Begegnungen mit spanischer Beteiligung weg. Und somit auch das Flair des Cups. Einer der Hauptgründe etwa für Alexander Zverev, nicht für das deutsche Team an den Start zu gehen.

WTA-Turnier in Lyon: Friedsam verpasst ersten Triumph

Für Anna-Lena Friedsam endete derweil eine sehr starke Vorstellung in der Turnierwoche von Lyon mit einer knappen Niederlage gegen die Australien-Open-Gewinnerin Sofia Kenin aus den Vereinigten Staaten.

Friedsam, die zuvor im Turnier gegen die an Position zwei gesetzte Kristina Mladenovic (Frankreich), die an sieben gesetzte Darja Kassatkina (Russland) sowie die an acht gesetzte Slowakin Viktoria Kuzmova gewonnen hatte, verpasste in ihrem zweiten Finale auf der WTA Tour den ersten Einzeltitel, wenngleich sie gegen die klare Favoritin nach dem 2:6 im ersten Durchgang stark ins Match zurückgefunden hatte.


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