Jan-Lennard Struff lässt der Aufschlag im Stich – Zweitrunden-Aus in Halle

Jan-Lennard Struff scheidet in Runde 2 in Halle aus

Bildquelle: Carine06 from UK [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Tennis: Mit Jan-Lennard Struff ist der vorletzte Deutsche bei den Gerry Weber Open in Halle ausgeschieden. Gegen den Neunten der Weltrangliste der Herren, den Russen Karen Khachanov, stand der Warsteiner trotz des statistisch knappen 3:6, 6:3 und 4:6 weitgehend auf verlorenem Posten. Vor allem der Aufschlag machte der aktuellen deutschen Nummer 2 nach zuletzt sehr starken Leistungen zu schaffen. Nur etwa 50 Prozent seiner ersten Aufschläge brachte er ins Ziel, punktete beim zweiten Service zudem schlicht zu wenig.

Sein Gegenüber schlug hingegen sehr solide auf, ließ dem noch 33. im ATP Live Ranking – Struffs höchste Position – lediglich eine Breakchance im gesamten Match. Diese jedoch nutzte der Deutsche im zweiten Durchgang, was zum zwischenzeitlichen Satzausgleich genügte. Somit bleibt Alexander Zverev der einzige Deutsche beim Heimspiel auf Gras nach dessen Erstrundenerfolg gegen den Niederländer Robin Haase. Ob Zverev aber gegen den Amerikaner Steve Johnson heute in der zweiten Runde überhaupt antreten wird, steht noch nicht fest, nachdem er sich gegen Haase beim Ausrutschen auf dem feuchten Rasen eine Blessur am Knie zugezogen hatte.

Zverevs Knie lässt zweifeln

Mit Blick auf die in anderthalb Wochen beginnenden Wimbledon Championships wandelt Struff damit an der Grenze von gesetzten zu ungesetzten Spielern, was je nach günstiger oder ungünstiger Auslosung einen Unterschied von zumindest zwei Runden und somit einigen Weltranglistenpunkten ausmachen kann. Besonders ärgerlich war der Fakt, dass er trotz des nicht optimalen Auftritts bis kurz vor Schluss gegen Khachanov alle Chancen besessen hatte. Beim 4:5 im dritten Satz und 30:40 gab es urplötzlich einen Breakball für den Russen, gleichzeitig dessen erster Matchball. Diesen nutzte die Nummer 3 der Setzliste von Halle.

Alexander Zverev wiederum hatte seit seiner Einzel-Begegnung am Montag Zeit, sein lädiertes Knie zu schonen. Auf das Doppel an der Seite von Bruder Mischa hatte er vorsorglich verzichtet. Nach dem Achtelfinal-Aus in der vergangenen Woche beim Mercedes-Cup in Stuttgart hatte er sich beim ATP 500 in Halle etwas mehr vorgenommen; wenngleich er nicht – wie in Stuttgart – als Topfavorit ins Turnier gestartet war. Dieser heißt uneingeschränkt Roger Federer, der in der ersten Runde den Australier John Millman in zwei Sätzen besiegen konnte.

Zwei Wimbledon-Siegerinnen gegeneinander: Kerber trifft auf Sharapova

Wie Federer in Halle, war auch Angelique Kerber beim WTA-Turnier auf Mallorca als Nummer 1 der Setzliste ins Turnier gegangen. In ihrem Erstrundenmatch gegen die Belgierin Ysaline Bonaventure musste die Kielerin über drei Sätze gehen. In Anbetracht der von einer Verletzung geprägten letzten Monate war das bei ihrem Saisonauftakt auf Gras gleichwohl keine große Überraschung gewesen. Zumindest hatte sich Kerber als einzige Deutsche damit ins Achtelfinale vorspielen können, was hingegen Andrea Petkovic und Anna-Lena Friedsam wegen Zweisatzniederlagen verpasst hatten.

 

 

Am Donnerstag wartet mit Maria Sharapova ein ähnlich großer Name im Damentennis wie jener, den Kerber selbst trägt, auf der anderen Seite des Netzes. Hinter der Russin liegt noch eine weitaus längere Verletzungsunterbrechung, nachdem sie im Januar unters Messer musste. Beide haben bereits in Wimbledon gewonnen, weshalb das Duell auf Rasen in Mallorca auch als Fingerzeig aufgefasst werden könnte. Die neunte Partie der beiden untereinander wird zudem eine der beiden ehemaligen Weltranglisten-Ersten in Front bringen. Aktuell steht es zwischen ihnen 4:4.

Görges in guter Verfassung, Barty Turnierfavoritin

Ebenfalls auf Rasen, in Birmingham, hatte sich derweil Julia Görges nach ähnlich holpriger gesundheitlicher Vorgeschichte der letzten Wochen beim 3:6, 6:4 und 6:3 gegen die Ukrainerin Dayana Yastremska gut präsentiert. An acht gesetzt, trifft Görges nun im Achtelfinale auf die Nummer 76 der Weltrangliste der Damen, die Russin Evgeniya Rodina. Als Favoritin im Test für Wimbledon gilt indes die Australierin Ashleigh Barty, obwohl die Weltranglisten-Erste Naomi Osaka (Japan) auf noch mit von der Partie ist.

Barty, Gewinnerin der French Open und zuvor bereits Siegerin der Miami Open auf Hardcourt, möchte in diesen Wochen ihre Allroundfähigkeiten unter Beweis stellen, indem sie auch auf Rasen erfolgreich ist. Gegen Donna Vekić (Kroatien), immerhin 22. der Weltrangliste, war ihr das beim 6:3 und 6:4 in der Auftaktrunde von Birmingham schon einmal gelungen. Osaka musste sich hingegen einmal mehr über drei Durchgänge quälen, dieses Mal gegen die Griechin Maria Sakkari. Den letzten Turniererfolg feierte Osaka Anfang des Jahres bei den Australien Open, seither wirkt sie selten souverän.


Tennis

Werbung