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Saison 1975/76: Trainerentlassung von Helmut Kronsbein bei Hannover 96

Hannover 96 feuert Helmut Kronsbein

Bildquelle: Eric Koch for Anefo CC BY-SA 0 [CC BY-SA 0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Helmut Kronsbein war insgesamt viermal Trainer bei Hannover 96. Seine dritte Amtszeit dauerte von März 1974 bis Januar 1976. Nachdem Abstieg 1974 schaffte Kronsbein mit den Roten den sofortigen Wiederaufstieg. Doch nach einer enttäuschenden Hinrunde, die von großer Auswärtsschwäche geprägt war und auf dem 17. Platz endete, kam es zur Trainerentlassung von Helmut Kronsbein in Hannover. Die Nachfolge-Regelung sorgte für Stirnrunzeln.

Nach der Hinrunde der Saison 1975/76 nahm das Trainer-Karussell in der Bundesliga ordentlich Fahrt auf. Drei Übungsleiter wurden ausgetauscht. Otto Rehhagel wurde bei den Kickers Offenbach gefeuert und von Tschik Cajkovski ersetzt, der seinerseits beim 1. FC Köln die Koffer packen musste. Dritter im Bunde war Helmut Kronsbein. Hannover 96 trennte sich von seinem einstigen Erfolgstrainer, nachdem die Roten auf einen Abstiegsplatz überwinterten.

Helmut Kronsbein: Hertha genehmigt Rückkehr zum Herzensklub H96

Dabei mutete die Rückkehr von Helmut Kronsbein im März 1974 noch so romantisch an. Denn nachdem das von großen Abstiegssorgen geplagte Hannover 96 Cheftrainer Hannes Baldauf wegen Erfolgslosigkeit entlassen hatte (der dem Klub aber als Co-Trainer erhalten blieb), erinnert man sich an der Leine an seinen ehemaligen Erfolgstrainer. Helmut Kronsbein!

„Fiffi“, wie der so autoritäre Machtmensch putzigerweise genannt wurde, führte die Niedersachsen 1954 zur Deutschen Meisterschaft und stand im Frühjahr 1974 bei Hertha BSC in Lohn und Brot. Die Berliner hatte Kronsbein zu einer Spitzenmannschaft der Bundesliga geformt und mit dieser zweimal den 3. Platz erreicht. Doch als die Anfrage aus Hannover kam, bat Kronsbein Hertha BSC um die Freigabe für seinen Herzensklub. Hertha willigte ein und somit heuerte Kronsbein nach 1952 bis 1957 und 1963 bis 1966 zum dritten Mal bei 96 an.

Historisch: „Feuerwehrmann“ Kronsbein steigt mit Hannover 96 ab

Doch auch Helmut Kronsbein konnte in Hannover 96 keine Wunder vollbringen. Als er das Team nach dem 25. Spieltag übernahm, betrug der Rückstand auf die Nicht-Abstiegszone zwar nur 2 Punkte. Allerdings hatten zu Saisonbeginn wichtige Leistungsträger wie Rudolf Blau, Karl-Heinz Mrosko oder Hans-Josef Hellingrath Hannover verlassen. Für die Bundesliga war die Mannschaft schlicht zu schwach.

So kam es, wie es kommen musste. 96 stieg unter Ex-Meistertrainer Kronsbein 1974 erstmals aus der Bundesliga ab. Die Niedersachsen wurden mit 22 Punkten Tabellenletzter. Helmut Kronsbein durfte trotz des verpassten Klassenerhalts Trainer bleiben, um den sofortigen Wiederaufstieg anzugehen. Das glückte.

Heimstark & torhungrig: H96-Coach Kronsbein glückt Wiederaufstieg

In der Saison 1974/75 avancierte Hannover 96 in der 2. Bundesliga Nord zur wahren Torfabrik. 93 Tore in 38 Spielen erzielte die Kronsbein-Elf, die vor allem im heimischen Niedersachsenstadion die Gegner reihenweise überrollte. 16 Heimsiege in 19 Partien bei 63:13 Tore sprechen für sich. Mit „Fiffi“ Kronsbein an der Seitenlinie stieg Hannover 96 als Staffelmeister souverän wieder auf.

Dabei mussten die Niedersachsen nach dem Bundesliga-Abstieg erneut namhafte Abgänge verkraften. Unter anderem kehrte der torgefährliche Mittelfeldspieler Gerd Kasperski H96 den Rücken. Dennoch war der Kader für die 2. Liga immer noch stark besetzt, aus dem Georg Damjanoff und Peter Anders als Führungsspieler herausstachen.

 

 

1975/76: Aufsteiger Hannover nach Gladbach-Coup mit Fehlstart

Doch die Aufstiegseuphorie an der Leine sollte schnell verfliegen. Zwar konnte der Zweitliga-Meister zum Auftakt der Saison 1975/76 gegen den amtierenden Meister Borussia Mönchengladbach ein 3:3 erkämpfen. Doch an den ersten sieben Spieltagen holte Hannover 96 nur einen Sieg - 1:0 gegen den HSV.

Vor allem die eklatante Auswärtsschwäche wurden Trainer und Mannschaft zum Verhängnis. Waren die Roten in der vorherigen Zweitliga-Saison in gegnerischen Stadien schon anfällig (7 Niederlagen in 19 Spielen), nahm die Auswärtsschwäche in der Bundesliga dramatische Züge an.

Kronsbein-Elf auswärts ein Punktelieferant

In der Hinrunde blieb Hannover 96 auswärts sieglos, verlor gleich sieben seiner neun Gastspiele. Zwar konnte der Aufsteiger im eigenen Stadion regelmäßig punkten und kassierte im gesamten Saisonverlauf nur drei Heimniederlagen. Doch nach einer 2:3-Schlappe im Niedersachsen-Derby bei Erzrivale Eintracht Braunschweig rutschte die Kronsbein-Elf Ende Oktober 1975 auf den letzten Tabellenplatz ab.

Die Rote Laterne konnten die 96er zwar nach Siegen gegen die Kellerkinder Karlsruher SC (2:0) und Bayer Uerdingen (3:1) an die Kickers Offenbach abgegeben. Doch besonders die anschließenden Auswärtspleiten gegen die direkten Abstiegskonkurrenten Fortuna Düsseldorf (0:3) und Offenbach (0:1) taten weh. Hannover ging als Tabellenvorletzter auf einen Abstiegsplatz liegend in die Winterpause.

Déjà-vu: Hannover 96 feuert Kronsbein & installiert Baldauf

Helmut Kronsbein saß da noch auf der Trainerbank, jedoch waren die Tage des Kulttrainers gezählt. Die Trainerentlassung von Helmut Kronsbein bei Hannover 96 ereignete sich dann überraschend zwei Tage vor dem Rückrundenauftakt am 14. Januar 1976. Warum die 96-Verantwortlichen den 62-Jährigen nicht direkt nach der Hinrunde feuerten, sondern Kronsbein noch die Vorbereitung auf die Rückrunde machen ließen, ist unerklärlich.

Außerdem verwunderte die Klubführung mit der Neubesetzung des Trainerpostens. Denn ausgerechnet Co-Trainer Hannes Baldauf beerbte Kronsbein als Chef-Coach. Jener Baldauf, dem man in Hannover zwei Jahre zuvor den Klassenerhalt nicht zutraute und deswegen Kronsbein von der Hertha holte. Doch auch Baldauf konnte den Bock nicht umstoßen. Nach dem vorletzten Spieltag war Hannovers Abstieg vorzeitig besiegelt - kurioserweise nach dem ersten und einzigen Auswärtssieg der Saison (2:1 beim FC Schalke). Fiffi Kronsbein sollte allerdings Ende 1976 erneut den glücklosen Baldauf in Hannover ablösen, ehe er Ende 1979 seine letzte Trainerstation bei Hertha BSC antrat.


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