Europa League: FC Sevilla gewinnt Europa League nach Elfer-Drama

Der spanische Fußball ist in Europa unangefochten die Nummer eins. Während das Finale der Champions League zwischen Atletico und Real Madrid ein spanisches Hauptstadtduell ist, gewann am gestrigen Mittwoch mit dem FC Sevilla ein weiterer Klub aus der Primera Division die Europa League.

Die Andalusier, die den Wettbewerb zum dritten Mal nach 2006 und 2007 (damals noch UEFA-Cup) für sich entschieden, setzten sich am Mittwochabend im Endspiel mit 4:2 nach Elfmeterschießen gegen Benfica Lissabon durch, das damit weiterhin seit 1962 auf eine internationale Trophäe warten muss und mittlerweile acht Endspiele auf europäischem Parkett nacheinander verloren hat.

Vor 33.120 Zuschauern in der Turiner Juventus Arena entwickelte sich zunächst eine von der Taktik geprägte Partie, in der beide Defensivreihen ihren Gegnern kaum Raum zur Entfaltung ließen. Erst kurz vor der Pause waren erste Highlights zu verzeichnen, die sich allesamt vor dem Tor von Sevilla-Keeper Beto abspielten.

Maxi Pereira, Rodrigo und Nicolas Gaitan hatten gleich dreimal die Führung für Benfica auf dem Fuß, brachten den Ball aber ebenso nicht im Netz unter wie kurz nach der Pause Lima. Der Brasilianer hatte Beto zwar schon überwunden, doch klärte Nicolas Pareja kurz vor der Linie für seinen geschlagenen Schlussmann.

Der FC Sevilla hatte Mitte der zweiten Hälfte seine stärkste Phase und war kurzzeitig richtig am Drücker, wovon sich Benfica in der Endphase aber wieder befreien konnte. Letztlich blieb es aber nach 90 Minuten beim torlosen Remis und auch in der Verlängerung sollte trotz der wohl besten Chance des Spiels durch Sevillas Carlos Bacca kein Tor fallen. Nach einem Traumpass von Ivan Rakitic steuerte der kolumbianische Nationalspieler zwar alleine auf Benfica-Schlussmann Jan Oblak zu, zielte mit dem Außenrist aber aus spitzem Winkel am Tor vorbei.

Guttmann-Fluch hält weiter an

Nachdem sich beide Mannschaften mit vielen kleinen Fouls und langen Behandlungspausen über die Zeit retteten, musste letztlich das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Zum Matchwinner avancierte dabei Sevillas Nummer eins Beto, der die Elfmeter von Oscar Cardozo und Rodrigo parieren konnte. Weil sich Sevillas Schützen (Carlos Bacca, Stephan Mbia, Coke und Kevin Gameiro) keinen Fehlschuss erlaubten, war das Duell nach insgesamt acht Strafstößen mit 4:2 zugunsten von Sevilla entschieden.

Bei Benfica Lissabon hat damit der mittlerweile legendäre Guttmann-Fluch weiterhin Bestand. Der Erfolgstrainer der 60er-Jahre, der mit Benfica 1961 und 1962 den Europapokal der Landesmeister holte, prophezeite dem Klub bei seinem Abschied infolge eines Streits über eine Gehaltserhöhung 100 Jahre ohne europäischen Titel prophezeit.


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