Ex-Formel-1-Boss Ecclestone mit kontroversen Aussagen in Rassismus-Debatte

Bernie Ecclestone und das Interview mit CNN

Bildquelle: CNN Quelle [], (Bild bearbeitet)

Kurz vor dem verspätete Saisonstart der Formel 1 hat Bernie Ecclestone mit irritierenden Aussagen zur Rassismus-Debatte für Aufsehen gesorgt - im negativen Sinne. So erklärte der ehemalige Boss der Formel 1 im Interview mit „CNN“ unter anderem, dass „Schwarze in vielen Fällen rassistischer als Weiße“ sein. Ein entsprechendes Echo aus der Königsklasse des Motorensports ließ nicht lange auf sich warten.

Bernie Ecclestone hat schon so manch kontroverse Aussagen getätigt, die reichlich Fragezeichen hinterlassen. Erinnert sei, wie er sich vor Jahren wohlwollend über die Führungsqualitäten von Adolf Hitler äußerte („Er konnte viele Menschen kommandieren und etwas auf die Beine stellen“). Nun hat der mittlerweile 89-Jährige, der kein Blatt vor den Mund nimmt, mal wieder für Riesenwirbel gesorgt.

„In vielen Fällen sind Schwarze rassistischer als Weiße“

Im Gespräch mit „CNN“ honorierte Ecclestone zunächst den „wunderbaren“ Einsatz von Weltmeister Lewis Hamilton, der sich für mehr Vielfalt in der Formel 1 einsetzt und Rassismus bekämpf und eine entsprechende Initiative ins Leben gerufen hat. „Zunächst einmal ist er ein sehr, sehr, sehr talentierter Fahrer, und es sieht so aus, dass er jetzt auch extrem talentiert darin ist, sich zu erheben und Reden zu halten“. Sein britischer Landsmann mache einen „großartigen Job“.

Aber in typischer Ecclestone-Manier verpasste er dem Interview einen irritierenden Dreh. Denn er glaube nicht, dass die Kampagne von Hamilton wirklich helfen werde. „Ich glaube nicht, dass es irgendwas Gutes oder Schlechtes bewirken wird,“ sagte der milliardenschwere Ecclestone und gab anschließend noch seine persönliche Meinung über Rassismus im Alltag zum Besten: „In vielen Fällen sind Schwarze rassistischer als Weiße.“ Er fügte jedoch hinzu, nichts gegen Schwarze zu haben.

Ecclestone: Formel 1 hat sich bislang nicht um Rassismus gekümmert

Ohnehin ist Bernie Ecclestone der Auffassung, dass in der Formel 1 bis zur Initiative von Hamilton kaum Bemühungen im Kampf gegen den Rassismus stattfand. Seine Begründung: „Niemand hat sich dort vorher darum gekümmert und Sorgen gemacht. Sie [die Teams] sind zu sehr damit beschäftigt, Rennen zu gewinnen oder Sponsoren zu finden.“ Das es in der Formel aber rassistisch zugeht, sieht der frühere Geschäftsführer der Königsklasse aber nicht.

Im weiteren Gespräch mit der CNN-Moderatorin Amanda Davies war das Thema Rassismus fester Bestandteil. Dabei erklärte Ecclestone außerdem noch, dass es schwer sei, die rassistische Denkweise aus den Köpfen der Menschen zu bringen. „Das muss man den Leuten schon in der Schule beibringen.“

Formel 1 widerspricht Ecclestone-Aussagen „entschieden“

Auch für das im Rahmen der „Black Lives Matter“-Bewegung Zerstören von Statuen historischer Persönlichkeiten – welches Hamilton unterstützt – zeigt Ecclestone keinerlei Verständnis und bezeichnet diese Aktion als „komplett dumm“. „Sie hätten [die Statuen] dort lassen sollen. Zeigt sie den Kindern in der Schule und erklärt, warum sie dort sind, was die Leute gemacht haben und wie falsch es war.“

 

Bernie Ecclestone, der mit 89 Jahren noch einmal Vater wird und nach drei Töchtern nun erstmals einen Sohn erwartet, wurde für seine Aussagen im CNN-Interview nicht nur scharf in den sozialen Medien kritisiert. Auch die Formel 1 sah sich umgehend gezwungen, sich von Ecclestone zu distanzieren.

In einem offiziellen Statement ließen die Verantwortlichen wörtlich wissen: „In einer Zeit, in der Einigkeit nötig ist, um Rassismus und Ungerechtigkeit zu bekämpfen, widersprechen wir entschieden den Aussagen von Bernie Ecclestone, die keinen Platz in der Formel 1 oder der Gesellschaft haben.“ Auch eine kleine Speerspitze konnten sich die F1-Oberen nicht verkneifen und betonten, dass Ecclestone in der Formel 1 keine Rolle mehr spielt, „seit er sie im Jahr 2017 verlassen hat“. Außerdem nutzte man die Gunst die Stunde, um darauf hinzuweisen, dass der Status von Bernie Ecclestone als Ehrenvorsitzender in der Formel 1 Anfang des Jahres abgelaufen sei.

Formel 1 startet mit Geister-Rennen in Österreich

Die Aussagen von Ecclestone hätte auch zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt kommen können. Schließlich blickt man angesichts der Corona-Pandemie auf einen äußerst heiklen Saisonstart hin. Nachdem die ersten elf Formel 1 Rennen in diesem Jahr bereits abgesagt werden mussten, wird der Startschuss an diesem Wochenende fallen. Der Auftakt der verkürzten F1 Saison erfolgt im österreichischen Spielberg, wo auch eine Woche später direkt der zweite Grand Prix terminiert ist. Insgesamt umfasst der provisorische Formel 1 Rennkalender 2020 bislang 13 Rennen. Änderungen sind aber noch denkbar.

Corona-bedingt wird sich die Formel 1 gezwungenermaßen in diesem Jahr in einem völlig anderen Bild präsentieren. So sind vorerst Zuschauer an den Rennstrecken undenkbar. Darüber hinaus wird es keine Motorhomes mehr geben, in den Garagen herrscht strenge Maskenpflicht und auch das Personal an den Strecken wird stark reduziert.

Aber trotz dieser bitteren Umstände, werden viele Formel 1 Fans dem Saisonstart sehnlichst entgegenfiebern. Wobei es zugleich das letzte Jahr von Sebastian Vettel, dessen Vertrag bei Ferrari nach der Saison ausläuft, in der Königsklasse sein könnte. Es wird spannend zu sehen sein, ob sich in der Vettel-Personalie noch etwas tut oder der vierfache Weltmeister der Formel 1 den Rücken kehrt.


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