Antonia Lottner siegreich in Lugano - Belinda Becic hat das Nachsehen

Lottner sorgt für Überraschung in Lugano

Bildquelle: robbiesaurus [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Einen dicken Blumenstrauß können die deutschen Tennisspielerinnen gemeinschaftlich zusammenpflücken, binden und nach Lugano in die Schweiz verschicken. Adressatin ist die an Weltranglisten-Position 182 in die Woche gestartete Antonia Lottner. Denn durch ihren großen Überraschungscoup gegen die in diesem Jahr enorm formstarke und in Lugano an Nummer 1 gesetzte Belinda Bencic überstrahlte die Düsseldorferin alle Tennisergebnisse der jeweils ersten Runde derart, dass das sonst komplette und teils mit ziemlich dürftigen Leistungen bekleidete Hängenbleiben aller anderen deutschen Damen bei beiden WTA-Turnieren dieser Woche weit in den Hintergrund geriet. Niemand unter der Flagge des DTB schaffte es in Bogota und außer Lottner auch in Lugano in die zweite Runde.

 

Doppelt so gut sah es in der Anzahl der für die nächste Runde Qualifizierten bei den Herren aus. Jeweils in Marrakesch schafften es Philipp Kohlschreiber und Alexander Zverev, ihre Auftaktpartien zu gewinnen. Während jedoch Kohlschreiber gegen den 131 Weltranglistenplätze hinter ihm rangierenden Spanier Alejandro Davidovich Fokina seine liebe Mühe hatte, setzte sich die Nummer 3 der Welt gegen Denis Istomin (Usbekistan) recht unspektakulär und sicher mit 6:4, 6:4 durch und gilt nicht zuletzt wegen des überraschenden Ausscheidens des an Zwei gesetzten Fabio Fognini (Italien) umso mehr als Top-Favorit für den Turniersieg.

Ein lockerer Aufgalopp in die Sandplatzsaison?

Spätestens seit dieser Woche ist die Sandplatzsaison im vollen Gange, finden doch sämtliche ATP- und WTA-Turniere auf dem Belag des nächsten Grand-Slam-Turniers, den French Open, statt. Angesichts der niedrigen Turnierkategorien innerhalb der ATP- und WTA-Touren sowie in Abwesenheit der meisten Top-Spieler und -spielerinnen ein willkommener Aufgalopp für die verbliebenen Favoriten.

Wie für die an Eins gesetzte Top-Favoritin Belinda Bencic bei ihrem Heimspiel in der Schweiz, genauer in Lugano. Nach den beeindruckenden Vorstellungen auf den Hartplätzen des Frühjahrs und insbesondere mit dem Turniersieg in Dubai sollte sie als klare Turnierfavoritin wenig Mühe mit der ebenfalls 22-jährigen Antonia Lottner aus Deutschland zum Auftakt haben.

Mitte des ersten Satzes schöpft Lottner Mut

Denkste! Ein kräftiges Denkste sogar: Zwar holte sich Belinda Bencic gleich das erste Aufschlagspiel der Düsseldorferin und spielte ihr wendiges und technisch feines Tennis. Doch spätestens, als sich Lottner das eigene Aufschlagspiel zum 2:3 trotz zweier weiterer Breakbälle erkämpft und gemerkt hatte, dass sie auch in langen Ballwechseln keinesfalls zwangsläufig unterlegen sein muss, bot sie der Nummer 20 der Weltrangliste der Damen ein Duell auf Augenhöhe. Ihr erstes Break gelang Antonia Lottner zum 4:4 zu null, ihr Zweites zum 7:5-Satzgewinn.

Die Nummer 182 schlägt acht Winner mehr als die Nummer 20

Im zweiten Durchgang wurde es dann sogar fast einseitig – zugunsten des klaren Underdogs! Die Zahlen sprachen letztlich für Lottner, die mit ihrem 27. Winner – Bencic kam auf 19 – um die große Überraschung zum 7:5 und 6:2 ein Schleifchen band. Es waren eben nicht die Unforced Errors, bei denen beide nahezu gleichauf lagen, die den Unterschied für die hochgewachsene Deutsche machten. Ergo: Bencic hatte noch nicht einmal einen rabenschwarzen Tag, wenngleich keinen besonders guten. Lottner, die bereits vor Jahren in der Jugend gegen Bencic erfolgreich gewesen war, demonstrierte hingegen eine ganze Menge Potenzial.

Lisicki wartet weiter auf den ersten Sieg 2019

Davon waren die anderen deutschen Mädels in Lugano und bei den Bogota Open teils Lichtjahre entfernt. Tamara Korpatsch unterlag bei den Eidgenossen der Schweizerin Timea Bacsinszky 0:6, 2:6; Mona Barthel holte beim gleichen Turnier gegen die Rumänin Sorana Cîrstea zumindest einen Satz. Ebenfalls einen Durchgang, ihren Ersten überhaupt in einem diesjährigen Hauptturnier der WTA-Serie, gewann die Berlinerin Sabine Lisicki in Bogota.

 

 

Gegen die an Sechs gesetzte junge Amerikanerin Amanda Anisimova reichte es aber trotz Satzführung nicht zum ersten Sieg 2019. So richtig schief lief es gegen Ende des Matches für Laura Siegemund beim 2:6, 5:7 gegen die Brasilianerin Beatriz Haddad Maia. Im zweiten Satz hatte die Deutsche bereits mit 5:2 geführt, dann aber das Gros der Punkte ihrer Gegnerin mittels eigenen Fehlern geschenkt.

Ein Break pro Satz genügt Alexander Zverev

Beim Grand Prix Hassan II, dem ATP-Sandplatzturnier in Marrakesch, machte es der Weltranglisten-Dritte und Turnierfavorit Alexander Zverev gegen den Usbeken Denis Istomin deutlich besser. Zwar unterliefen auf der deutschen Nummer 1 einige ziemlich leichte Fehler mehr, als ihm selbst lieb gewesen sein konnten. Doch in Summe bot er eine solide Vorstellung, bei der sein eigenes Service nur einmal im achten Spiel des zweiten Satzes kurz wackelte. Selbst breakte Zverev Istomin jeweils einmal pro Durchgang. 6:4, 6:4 – nun geht es gegen den Spanier Jaume Munar.

Kohlschreiber in Marrakesch weiter, Mischa Zverev und Stebe raus

Gegen dessen erst 19-jährigen Landsmann Alejandro Davidovich Fokina hatte Philipp Kohlschreiber so seine liebe Mühe, setzte sich jedoch letztlich mit 7:6, 7:5 durch. In beiden Sätzen hatte der Deutsche, als 41. der Weltrangliste der Herren 131 Ränge vor seinem Kontrahenten, jeweils zuerst seinen Aufschlag abgeben und folglich Rückstände aufholen müssen.

Im zweiten Abschnitt lag Kohlschreiber gar schon mit 1:5 hinten. Doch während ihm jeweils noch die Satzwende gelang, blieben Mischa Zverev und Cedrik-Marcel Stebe bei ihren Zweisatzniederlagen Erfolgserlebnisse dieser Art verwehrt.


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