Alexander Zverev raus den Top 3 - Angelique Kerber dafür wieder mit dabei

Roundup zu Zverev und Kerber

Bildquelle: Keith Allison from Hanover, MD, USA [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Ob es für Alexander Zverev am Ende der Tenniswoche doch ein kleiner Trost war, dass der Chilene Christian Garin das Turnier der ATP World Tour 250 im von Zverev so geliebten München gewonnen hatte? Immerhin hatte der Südamerikaner den Hamburger damit auch entthront, nachdem er ihn bereits im Viertelfinale aus dem Turnier geworfen und somit einen möglichen Titel-Hattrick in der bayerischen Landeshauptstadt verwehrt hatte. Es war eine enorm knappe Partie über drei Sätze, aus der auch Zverev als Sieger hätte herausgehen können, hatte er doch im entscheidenden Durchgang selbst zwei Matchbälle gehabt.

Da auch Philipp Kohlschreiber in einem für Dreisatzmatches fast Marathon-Match gleichkommenden Duell gegen den Italiener und späteren Finalisten Matteo Berrettini in der Runde der letzten Acht den Kürzeren gezogen hatte, erreichte somit erstmals seit elf Jahren kein Deutscher beim Sandplatzturnier in München das Halbfinale. Ärgerlich für die einen, erfreulich für Spieler wie Garin und Berrettini, die im Fernblick die Top 100 der Weltrangliste der Herren herunter fast von Woche zu Woche ein klein wenig größer werden und nun beide erstmals mit jeweiligem Karrierehoch vor dem Eintritt in die Top 30 stehen. Für Garin war der Erfolg in München der überhaupt erst zweite Sieg auf der ATP World Tour – den Ersten hatte er keinen Monat zuvor in Houston geholt.

Nächste Chance auf die Formwende: Masters 1000 in Madrid

Die neue Chance, dem verhältnismäßig unbefriedigenden Saisonverlauf entgegenzuwirken, erhält Alexander Zverev beim dieswöchigen Masters 1000 in Madrid. Dieses Turnier ist für ihn alles andere als Neuland, schließlich tritt er – wie zuvor in München – als Titelverteidiger an. Das bedeutet für ihn jedoch zugleich, dass er eine Menge Weltranglisten-Punkte zu verteidigen hat – wie die Turnierserie bereits aussagt: 1000. Daher ist Zverev bereits aus den Top 3 des ATP Live Ranking herausgerutscht, hat die Position an Roger Federer abtreten müssen, womit die großen Drei des Sports (1. Novak Djokovic, 2. Rafael Nadal) wieder vereint auf dem Podium stehen.

Ein sportlicher Spaziergang steht für die deutsche Nummer 1 zudem nicht an, da es auf dem Weg zu ähnlichem Ruhm wie 2018 einige dicke Brocken aus dem Weg zu räumen gilt. Der Setzliste mitsamt Turnierbaum nach könnte so Stefanos Tsitsipas im Viertelfinale auf ihn lauern. Der 20-jährige Grieche hat taufrisch gerade das Parallelturnier zu München gewonnen, das 250er auf Sand in Estoril (Portugal). Im Finale hatte er dort gegen Pablo Cuevas aus Uruguay 6:3, 7:6 gewonnen und sich damit seinen ersten Sandplatzturniersieg auf der ATP World Tour gesichert – den Dritten insgesamt.

Kerber schon wieder die Einzige

Bei den Damen hat in Madrid bereits das Wochenende ausgereicht, um den deutschen Anteil am kompletten Teilnehmerfeld im Tennis auf Angelique Kerber zu reduzieren. Während die Kielerin durch ihren sicheren Zweisatzsieg gegen die Ukrainerin Lesja Zurenko in die Runde der letzten 32 einzog, unterlag die an 16 gesetzte Julia Görges 5:7, 4:6 gegen die Slowakin Viktória Kužmová. Ernüchternd: Andere deutsche Damen hatten sich erst gar nicht für das immerhin 64-köpfige Hauptfeld qualifizieren können.

 

 

Während jedoch Zverev bei den Herren aufgrund der aus dem Vorjahr zu verteidigenden Punkte der aktuellen Turniere aus den Top 3 der Weltrangliste herausgefallen ist, läuft es bei Kerber genau andersherum: Im WTA Live Ranking ist wunderbar ersichtlich, wie heftig 1000 fehlende Punkte bei der Tschechin Petra Kvitova auffallen. Die Vorjahressiegerin rutschte gleich von Position zwei an Position vier und muss entsprechend weit in Madrid kommen, um Kerber und die ebenfalls an ihr vorbeigezogene Simona Halep (Rumänien) wieder zu kassieren.

Premieren-Turniersiege für Sakkari und Teichmann

Noch einen ganzen Schwung weiter unten in der Rangliste bewegten sich die Entscheidungen der jüngsten WTA-Turniere in Rabat und Prag. Die Griechin Maria Sakkari gewann in Marokko gegen die Britin Johanna Konta 2:6, 6:4 und 6:1, sicherte sich damit ihren ersten Einzeltitel auf der WTA World Tour und sprang unter die ersten 40 der Weltrangliste der Damen. Mit Rang 87 erreichte derweil die Schweizerin Jil Teichmann ein persönliches Karrierehoch. Auch sie gewann zum ersten Mal ein Turnier auf der Haupttour, besiegte im Finale von Prag Karolína Muchová (Tschechien).

Auch bei diesen Turnieren hatten sich deutsche Spielerinnen sehr zeitig aus den Konkurrenzen verabschieden müssen und in Summe kein sonderlich erbauliches Bild abgegeben für die in knapp drei Wochen startenden French Open.


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