Überzeugend: Alba Berlin souveräner BBL-Meister! Erster Titel seit 2008

Alba Berlin gewinnt deutsche Meisterschaft 2020

Bildquelle: FC Bayern München Basketball [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Alba Berlin hat seine Durststrecke beendet und kehrt erstmals nach zwölf Jahren auf den Basketball-Thron zurück. Die Hauptstädter ließen Herausforderer MHP Riesen Ludwigsburg im Endspiel des außergewöhnlichen Finalturners der BBL keine Chance. Nach einem Kantersieg im Final-Hinspiel feierte Alba im zweiten Match einen knappen 75:74-Erfolg. Der Titel geriet zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.

Dass Alba Berlin verdient Meister geworden ist, daran gibt es keinen Zweifel. Denn die Albatrosse zeigten beim BBL Finalturnier in München eine ausgezeichnete Konstanz und konnten insgesamt alle zehn Spiele siegreich gestalten. So auch das Endspiel, das in Hin- und Rückspiel ausgetragen wurde.

Alba Berlin feiert erstes Double seit 2003

Den Grundstein für den Titelerfolg legten die Berliner bereits am Freitag, als die MHP Riesen Ludwigsburg regelrecht überrollt und mit 88:65 aus dem Audi Dome geschossen wurden. Somit gingen die Auswahl von Trainerroutinier Aito Garcia Reneses mit einem komfortablen 23-Punkte-Polster in das zweite Duell. Auch hier behielt Alba Berlin - wenn auch deutlich knapper - die Oberhand. Am Ende stand ein 75:74-Erfolg auf der Anzeigetafel und somit der ersten Meistertitel seit zwölf Jahren.

Die Berliner lösten Gastgeber Bayern München, die beim Finalturnier der BBL enttäuschten und frühzeitig im Halbfinale an Bamberg scheiterten, als Titelträger ab. Zudem hatten sich die Albatrosse bereits im Februar gegen die EWE Baskets Oldenburg den Pokal geschnappt und dürfen daher das nationale Doubel bejubeln. Das glückte dem einstigen BBL Serienmeister zwischen (Meister von 1997 bis 2003) letztmals 2003.

Alba nach nervösem Auftakt ganz souverän

Zwar legte Alba im zweiten Finalspiel einen etwas behäbigen Start hin, was man ihnen aber angesichts der beruhigenden Führung aus dem ersten Kräftemessen aber kaum verübeln kam. Aber auch Ludwigsburg, das zunächst mit 9:5 früh vorne lag, agierte fehlerhaft und hatte zudem Personalsorgen. Insbesondere das Fehlen von Topscorer Marcos Knight, der auch schon das erste Finalmatch aufgrund einer Knöchelverletzung verpasste, wog schwer. Der US-amerikanischen Antreiber ist der wichtigste Mann bei den MHP Riesen und wurde nicht umsonst zum MVP des Finalturniers in München gewählt.

Doch dann verwandelte der Schwede Markus Eriksson zwei Dreier und brachte die Berliner damit in Front. Diese Führung sollten das Aito-Team nicht mehr aus der Hand geben. Bis zum Ende des ersten Viertels zog der Vierte der abgebrochenen BBL-Hauptrunde auf 21:11 davon. Alba Berlin spielte im Stile eines Champions und ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. So traf der das als Mitfavorit gehandelte Hauptstadtteam zuverlässiger von der Dreipunktlinie und spielte zudem seine ganze Erfahrung aus.

Mit 24 Punkte Gesamtvorsprung auf Meisterthron

Bis zur Halbzeitsirene konnte Ludwigsburg zwar auf 35:42 verkürzen, aber der kumulierte Gesamtrückstand betrug zu diesem Zeitpunkt bereits satte 30 Zähler. Im dritten Viertel machten die Berliner, die in München von ihrem breiten Kader profitierten, dann endgültig den Sack zu. Alba zog gegen Ende des Spielabschnitts auf 15 Punkte davon und schaltete anschließend in den Verwaltungsmodus.

 

 

Mehr als acht magere Pünktchen im letzten Viertel sollte Alba Berlin nicht verbuchen und die MHP Riesen Ludwigsburg nahmen die Einladung Ergebniskosmetik gerne an - wohlwissend, dass der Titeltraum zu diesem Zeitpunkt längst geplatzt war. Die Riesen, bei denen zum Schluss einige vielversprechende deutsche Nachwuchshoffnungen wie die beiden Trainersöhne Johannes und Jacob Patrick aufs Parkett durften, konnten den vierten Abschnitt mit 20:8 für sich entscheiden, die Pleite aber doch nicht verhindern. Am Ende siegten die Berliner mit 75:74!

Niels Giffey bester Alba-Schütze - Wimbush Topscrorer

Bester Schütze für Alba Berlin war Niels Giffey, der 14 Punkte beisteuerte. Auch Martin Hermannsson (14), Eriksson (13) und Landry Nnoko (12) konnten zweistellig punkten. Doch der Topscorer im zweiten Finalspiel der BBL war in den Reihen der Ludwigsburger zu finden. Thomas Wimbush II konnte sich 19 Zähler anschreiben, zudem überzeugten in Reihen der Riesen noch die beiden US-Amerikaner Jaleen Smith (15) und Nick Weiler-Babb (14).

„Alba ist ein würdiger Meister. Sie haben generell eine starke Saison gespielt, schon den Pokal geholt. Alba war klar das beste Team im Turnier“, fand BBL-Chef Stefan Holz gegenüber der dpa lobende Worte für den neuen BBL-Champion.

Damit konnten die Berliner auch ihren Finalfluch der letzten beiden Spielzeiten beenden, als man in der Endspielserie jeweils gegen Bayern München den Kürzeren zog. Insgesamt hatte Alba unter ihrem spanischen Chefcoach Aito fünf Finalpleiten kassiert, ehe es in diesem Jahr endlich mit zwei Titeln funktionierte. Allerdings ist völlig offen, ob der 73-Jährige noch eine weitere Saison, es wäre seine vierte in Berlin, bei den Albatrossen dranhängt.

Alba Berlin mit bärenstarkem Auftritt beim Finalturner

Bemerkenswert: Alba Berlin konnte alle zehn Partien im Rahmen des Finalturniers siegreich gestalten. In der Gruppenphase wurden die Skyliners aus Frankfurt (81:72), Brose Bamberg (98:91), Rasta Vechta (102:72) und Ludwigsburg (97:89) abgefertigt. Auf dem Weg ins Finale schaltete Alba dann erst Göttingen (93:68, 88:85) im Viertelfinale und die Baskets Oldenburg (81:59, 88:65) im Halbfinale aus. Unterm Strich war es ein glanzvoller Auftritt der Berliner Albatrosse beim BBL Finalturnier, bei dem alle Teilnehmer aber angesichts der strengen Hygienevorschriften wegen der Corona-Pandemie eine gemeinsame Hotel-Quarantäne durchleben mussten.

Bleibt die Hoffnung, dass in der neuen Saison wieder vor Zuschauern gespielt werden kann. Spätestens Mitte Oktober soll der Startschuss für die neue BBL-Saison fallen und für Alba Berlin die Mission Titelverteidigung starten.


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