Der aktuelle Stand in der 3. Liga nach 21. Spieltagen der Saison 2018/19

Standortbestimmung 21. Spieltag 3. Liga 2018/2019

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Seit unserer letzten Standortbestimmung Ende November hat sich einiges getan in Liga drei, der Vorhölle des deutschen Profi-Fußballs. Die Saison ist bei 20 Mannschaften in der dritten Spielklasse nun etwas weiter als halber Wege und die Abstände werden größer. So liegen zwischen dem Relegationsplatz und dem Ersten von vier Abstiegsplätzen mittlerweile 17 Punkte. Vor fünf Spieltagen waren es noch elf Punkte Abstand.

Die Konstellationen verfestigen sich also. Wer aus dem Quark kommen muss, sollte eher heute als morgen damit beginnen. Beständigkeit herrscht hingegen größtenteils an der Tabellenspitze sowie im Keller, wo die Hauptdarsteller im Wesentlichen dieselben geblieben sind.

VfL Osnabrück mit aussichtsreicher Position

Etwas überraschend hat am neunten Spieltag der VfL Osnabrück die Tabellenführung übernommen. Dabei war er im Jahr zuvor noch eher damit bestrebt, dem Abstiegskampf zu entrinnen. Seither hat der VfL die Tabellenführung jedoch nicht mehr abgegeben und führt die 3. Bundesliga Tabelle aktuell ungebrochen an. Mit mittlerweile fünf Punkten Führungen auf Platz zwei und drei hat sich Osnabrück längst zum konkreten Aufstiegsfavoriten gemausert. Seit 14 Spielen sind sie ungeschlagen und haben überhaupt erst einmal in dieser Saison verloren. Und zwar gegen Karlsruhe.

Pos Team Sp. Tore Diff. Pkt.
1 VfL Osnabrück 21 31:15 16 44
2 Karlsruher SC 21 35:21 14 40
3 Hallescher FC 21 26:19 7 39
4 KFC Uerdingen 05 21 26:26 0 37
5 SpVgg Unterhaching 21 43:24 19 35
6 SV Wehen Wiesbaden 21 40:30 10 33
7 Preußen Münster 21 28:29 -1 30
8 1. FC Kaiserslautern 21 25:30 -5 28
9 TSV 1860 München 21 31:24 7 27
10 FC Kickers Würzburg 21 31:25 6 27

Tabelle - 21. Spieltag - 3. Liga 2018/19

Der KSC ist derzeit immer noch Zweiter, hat sich also oben festbeißen können. Und das nach einem tristen Saisonstart, der so nicht so verheißungsvoll aussah. Doch seither ist der KSC in Tritt gekommen und gestaltet die dritte Liga heute an der Tabellenspitze mit. Seit acht Spielen ungeschlagen, hat der Karlsruher SC zuletzt ein ernüchterndes Unentschieden gegen den Tabellenletzten, die Eintracht Braunschweig, hingelegt. Dem ging jedoch eine Serie von sechs Siegen voraus. Darunter ein 3:0 gegen den derzeit drittplatzierten Halleschen FC, der nun punktgleich mit dem KSC auf dem Relegationsplatz steht. Beide haben 39 Punkte.

Der KSC hat allerdings noch ein Nachholspiel gegen die schwachen Aalener. Zwei Punkte dahinter lauert auch schon der KFC Uerdingen. Die finanzgedopten Uerdinger dürfen also immer noch auf den direkten Durchmarsch durch Liga drei hoffen. Allerdings sind sie mit einer derzeit mäßigen Tordifferenz von genau 0 etwas im Hintertreffen. Dies liegt vor allem an der löchrigen Abwehr, die schon 26 Gegentreffer zugelassen hat. Dahinter folgen Unterhaching, Wehen Wiesbaden und Preußen Münster, die auch allesamt die 30-Punkte-Marke geknackt haben. Wiesbaden und Unterhaching sind dabei mit 40 Toren und 42 Toren die torgefährlichsten Teams.

Unten hat sich nicht viel geändert

Auf Rang acht und im tabellarischen Niemandsland steht der 1. FC Kaiserslautern. Mit sieben Siegen, sieben Unentschieden und sieben Niederlagen ist es für die Lauterer eine durchwachsene Saison, die sie sich überhaupt nicht leisten können. Mittlerweile sucht man in der Pfalz schon fieberhaft nach einem Investor. Bei einem Schuldenstand von rund 12 Millionen Euro und einem Stadion, in dem gerade die Miete im Wesentlichen erlassen wird, ist der FCK ohne externe Geldgeber und ohne einen sportlich extrem unwahrscheinlichen Wiederaufstieg in einer wirtschaftlich prekären Situation. Auf Rang neun folgen die in die 3. Bundesliga aufgestiegenen Münchner Löwen, die sich im Mittelfeld festgebissen haben und dem Klassenerhalt soweit zielstrebig entgegengehen. Auch auf den Plätzen 10 bis 13 sind mit Würzburg, Hansa Rostock, FSV Zwickau und mit Sportfreunde Lotte Teams dabei, die auch schon im November in mittleren Gefilden unterwegs waren.

Den Hauch des Kellers im Rücken spüren Energie Cottbus und Fortuna Köln. Nur ein Punkt trennt sie vom ersten Abstiegsplatz. Auf Rang 16 und somit direkt vor dem Keller steht derzeit der SV Meppen. Mit drei Siegen aus den letzten fünf Spielen konnten sie dem Keller für den Moment entfliehen. Das würde auch gerne Carl Zeiss Jena wieder schaffen, die mit 22 Punkten (punktgleich mit Meppen) das erste Kellerkind sind. Dazu müssten sie es allerdings endlich mal wieder vollbringen, zwei Siege aneinanderzureihen. Etwas, was ihnen schon seit den ersten beiden Spieltagen nicht mehr gelungen ist.

Braunschweig noch zu retten?

Pos Team Sp. Tore Diff. Pkt.
11 FC Hansa Rostock 21 27:32 -5 27
12 FSV Zwickau 21 26:24 2 26
13 Sportfreunde Lotte 21 21:26 -5 24
14 Energie Cottbus 21 27:34 -7 23
15 Fortuna Köln 21 20:36 -16 23
16 SV Meppen 21 26:31 -5 22
17 FC Carl Zeiss Jena 21 27:37 -10 22
18 SG Sonnenhof Großaspach 21 16:22 -6 21
19 VfR Aalen 21 28:33 -5 20
20 Eintracht Braunschweig 21 23:39 -16 17

Tabelle - 21. Spieltag - 3. Liga 2018/19

Auf Rang 18 steht die SG Sonnenhof Großaspach. Konnten sie lange Zeit dem Keller entgehen, weil sie wenige Gegentore zuließen, häufig Unentschieden spielten und den einen oder anderen Achtungserfolg errangen, so lief es zuletzt nicht so gut. Insbesondere die schwache Offensive rächte sich. Nur zwei Tore in den letzten sechs Spielen brockten ihn zwei Remis und vier Niederlagen ein. Mit 16 Toren hat Großaspach nach wie vor die schwächste Torausbeute der Liga. Aalen folgt auf Platz 19 und ist somit seit unserer letzten Standortbestimmung noch einen Platz tiefer im Keller versackt. Sie spielten letzthin häufig unentschieden, konnten aber seit dem 30.09. nicht mehr gewinnen.

Eintracht Braunschweig hingegen ist zwar immer noch Letzter, konnte sich jedoch zuletzt ein wenig berappeln. Sieben Punkte aus den letzten drei Spielen sind ein besseres Ergebnis, als Braunschweig es zu irgendeinem Zeitpunkt dieser Saison über drei Spiele hinweg erzielen konnte. Eingedenk ihres großen Rückstands reicht das zwar noch nicht, doch haben sie jetzt wieder Anschluss zu den anderen abstiegsgefährdeten Teams. Waren es bei unserem letzten Zwischenstopp noch neun Punkte zum rettenden Ufer für Braunschweig, so sind es jetzt nur noch fünf. Keimt da etwa noch mal berechtigte Hoffnung auf? Den geschundenen Braunschweigern und ihren Fans wäre es, zu wünschen.


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