Winnipeg Jets übernehmen nach Kantersieg in Carolina Führung in Central Division

Bildquelle: Daniel from Glasgow, United Kingdom [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Damit haben sie womöglich selbst nicht gerechnet: Nachdem es für die Winnipeg Jets im Kampf um die Playoffs zum Stanley Cup der nordamerikanischen Eishockeyliga NHL zuletzt eher durchwachsen lief, nutzten sie ihr einziges der 82 Spiele im regulären Spielplan der NHL in Carolina aus, um eindrucksvoll ihre Ambitionen zu untermauern. 8:1 siegte das kanadische Team bei den Hurricanes, die ihrerseits in den zehn Partien zuvor zu acht Siegen gekommen waren.

Carolina selbst verpasste die Möglichkeit, seinen knappen Vorsprung als aktuelles Wildcard-Team in der Tabelle der NHL auszubauen und sich somit von den unmittelbaren Konkurrenten in der Eastern Conference abzusetzen. Je 15 Partien vor dem Ende der regulären Saison bleibt Carolina somit bei lediglich zwei Punkte vor den Columbus Blue Jackets, die derzeit auf dem undankbaren neunten Rang platziert sind, der nicht für eine Teilnahme an den Playoffs berechtigt.

Derweil hat sich Tampa Bay Lightning als erstes Team für die Playoffs qualifiziert – ohne in der vergangenen Nacht gespielt zu haben.

Nichts hatte zuvor für so ein Ergebnis gesprochen

Manchmal ist der Ausgang eines Sportereignisses wirklich schwer vorauszusagen: Mit einem 8:1-Erfolg, der Winnipeg Jets in Carolina war, anhand der Umstände vor dem Spiel im Südosten der USA wahrlich nicht zu rechnen. Zum Ersten, weil beide Teams mitten im Rennen um die NHL Playoffs stecken und der Spielplan der NHL nur noch wenige Wochen aufzuweisen hat; zum Zweiten, weil die Hurricanes zuvor die deutlich bessere Form aufgewiesen hatten als der Kontrahent, der – zum Dritten – auch noch auf etliche Verteidiger verzichten musste. Mit Dustin Byfuglien und Josh Morrissey sind dabei auch zwei wichtige Leistungsträger.

Die Leistung trugen für die Kanadier, die durch den Kantersieg die Führung in der Central Division der Western Conference übernommen haben, entsprechend andere. Vor allem die Offensivreihen zeigten sich enorm schwungvoll und kampfbetont. Zudem erwischte Laurent Brossoit im Kasten der Jets einen hervorragenden Abend, kaufte mit einigen Blitzreflexen dem Gastgeber Großchancen ab, als der Spielstand noch knapp war.

Bereits zur Drittelpause war alles klar – Carolina im eigenen Drittel fahrlässig

Dies war zugegebenermaßen nur in der Anfangsphase der Fall. Während Carolina versuchte, das einzige Heimspiel der Saison gegen Winnipeg offensiv forsch zu beginnen, vergaß es, dass auch Verteidigen zum Eishockey gehört. Nahezu alle Angriffsreihen der Kanadier konnten sich so mehr oder weniger unbehelligt vor dem Tor des bemitleidenswerten Carolina-Goalies Curtis McElhinney austoben. Insbesondere im Slot, der zentralen Zone unmittelbar vor dem Tor, tauchten Winnipegs Jungs immer wieder einschussbereit auf – und schossen nahezu nach Belieben ein.

 

 

Kevin Hayes durfte gar zweimal recht unbedrängt schießen, verwertete seine erste große Chance im Nachsetzen (3.), dann umkurvte Blake Wheeler Keeper McElhinney (6.). Vor dem dritten Tor öffnete der schweizer Carolina-Verteidiger Nino Niederreiter im Vier-gegen-vier das Zentrum taktisch naiv – Ben Chiarot nach Zuspiel von Kyle Connor zum 0:3 (10.). Spätestens, nachdem der Däne Nikolaj Ehlers kurz vor Drittelende wiederum aus Nahdistanz den vierten Treffer für die Gäste markiert hatte, war die Partie quasi noch vor dem ersten Kabinengang entschieden. Beeindruckend wie symbolträchtig dabei das unnachgiebige Forechecking Winnipegs, ebenso jedoch das unheimlich fehlerbehaftete Aufbauspiel sowie das körperlose Eingreifen Carolinas in der eigenen Zone. Im heißen Kampf um die Playofftickets würden die Hurricanes mit weiteren derartigen Vorstellungen mit Sicherheit leer ausgehen.

Tampa Bay weit vor Ende der Serie schon durch

Derweil hat das erste Team der Liga seine Karte bereits gelöst – und das, ohne eine Schweißperle in dieser Nacht opfern zu müssen. Tampa Bay Lightning konnte sich genüsslich die 2:8-Niederlage der Montreal Canadians bei den Anaheim Ducks (mit Korbinian Holzer) zu Gemüte führen, womit das beste Team im bisherigen Saisonverlauf auch rechnerisch nicht mehr aus den Playoffs zu verdrängen ist. In den beiden anderen Partien der Nacht siegte Washington 3:0 gegen New Jersey sowie Florida 6:2 gegen Minnesota.

Für die deutschen Eishockeyspieler der NHL stehen indes in der kommenden Nacht die nächsten Spiele in der heißen Schlussphase der Liga an. Der Spielplan der NHL weist aus: Leon Draisaitl und Tobias Rieder müssen mit ihren Edmonton Oilers im innerkanadischen Duell gegen die Toronto Maple Leafs ran. Ein Duell, das die Westkanadier gewinnen sollten, um ihre kleine Playoff-Chance etwas zu vergrößern. Die New York Islanders um Thomas Greiss, durch den Washington-Sieg auf Platz zwei der Metropolitan Division zurückgefallen, empfangen Philadelphia. Goalie Philipp Grubauer hat mit der Colorado Avalanche Heimrecht gegen die Buffalo Sabres.


NHL