Überragender Bottas siegt vor Hamilton - Schwacher Vettel nur Vierter

Bericht zum Auftaktrennen 2019 der Formel 1 in Melbourne

Bildquelle: Gregory Moine [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Der Start in die neue Formel 1-Saison ist für Sebastian Vettel komplett in die Hose gegangen. Beim Großen Preis in Australien erlebte die Scuderia ein Desaster. Der Ferrari-Pilot verpasste als Vierter sogar das Podest und hatte einen deutlichen Rückstand auf den Sieger. Dieser hieß zur Überraschung Valtteri Bottas, der mit einer Glanzleistung vor seinem Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton siegte. Für Vettel und Ferrari war gegen die Silberpfeile in Down Under einfach kein Kraut gewachsen.

So hatte sich Sebastian Vettel das Auftaktrennen in Melbourne sicher nicht vorgestellt. Nachdem der Heppenheimer schon beim Qualifying chancenlos war, spielte er am Sonntag bei der Vergabe des Sieges nur eine Nebenrolle.

 

Mit fast einer Minute Rückstand auf Gewinner Valtteri Bottas wurde der Ferrari-Star, die in der Saisonvorbereitung noch so einen starken Eindruck hinterließen und endlich die Vormachtstellung der Silberpfeile ein Ende machen wollen, nur Vierter.

Leclerc schneller - Stallorder rettet Vettel 4. Platz

Damit war Vettel, der 2017 und 2018 den Großen Preis von Australien gewinnen konnte, noch gut bedient. Denn sein neuer Teamkollege und Räikkönen-Nachfolger Charles Leclerc war deutlich schneller, durfte den viermaligen Formel 1-Champion aber nicht überholen. Ferraris neuer Teamchef Mattia Binotto hatte via Funk die Stallorder-Ansage verlauten lassen. Glück für Vettel, der nach dem Rennen ratlos und frustriert wirkte:

„Bei den Wintertests war das Auto sehr stark an diesem Wochenende waren wir nicht ganz da. Ich dachte, im Rennen würde es besser werden, aber eher das Gegenteil war der Fall. Es ist schockierend, wie leicht es für Mercedes war.“

Bottas kassiert Hamilton beim Start

Wohl war, denn die Silberpfeile eröffneten die Saison mit einem souveränen Doppelsieg. Mann des Tages war aber nicht wie erwartet Lewis Hamilton, sondern Valtteri Bottas. Der Finne überholte Pole-Setter Hamilton, der zum sechsten Mal in Serie in Australien das Qualifying gewonnen hatte, beim Start. Dabei profitierte Bottas von einem Patzer des Weltmeisters, der die Reifen durchdrehen ließ, und gab die Führung bis zur Zieleinfahrt nicht mehr ab.

Der 29-Jährige, der letzte Saison ohne Grand-Prix-Sieg blieb und in diesem Jahr seine Zurückhaltung ablegen will, ließ seinen Ansagen Taten folgen. 20 Sekunden Vorsprung hatte die „ewige“ Nummer zwei bei Mercedes vor Hamilton. „Das war definitiv das beste Rennen, das ich je gefahren bin“, freute sich Bottas nach seinem vierten GP-Sieg seiner Karriere.

Vettel mit Reifenproblemen - Verstappen zieht mühelos vorbei

Sebastian Vettel konnte seinen Startplatz drei vorerst gegen Max Verstappen und Leclerc verteidigen. Bei Ferrari entschied man sich für einen frühen Reifenwechsel und stattete Vettels SF90 mit den härteren Mediumpneus aus. Daraufhin beorderte auch Mercedes Hamilton früh an die Box, sodass Bottas an der Spitze freie Fahrt hatte. Mit seinen frischen Reifen konnte Vettel aber nur kurzzeitig Druck ausüben, ehe seine Rundenzeiten wieder deutlich schlechter wurden. So hatte Verstappen in der 31. Runde keine Mühe, den Ferrari auf der Strecke zu überholen und der niederländische Red-Bull-Youngster vervollständigte als Dritter das Podium.

Vettel hatte nichts entgegenzusetzen und Probleme mit seinen Reifen. Über den Boxenfunk fragte der 31-Jährige „Warum sind wir so langsam?“ Die ernüchternde Antwort aus dem Ferrari-Lager: „Wissen wir im Moment nicht!“

 

 

Bottas schnappt sich Extrapunkt für schnellste Runde

Während die Platzierungen an der Spitze zum Rennende geklärt waren, sorgte die Jagd nach der schnellsten Rennrunde noch für etwas Spannung. Denn in dieser Saison gibt es dafür wieder einen Extrapunkt - und den schnappte sich Bottas, der seine vorletzte Runde in fabulösen 1:25,580 Minuten herunter spulte. Der Blick, auf den aktuellen Formel 1 Punktestand schmeckt, Bottas, der mit der maximalen Ausbeute von 26 Zählern an der Spitze thront.

Ansonsten hielt der Großen Preis von Australien, der traditionell wenig Platz zum Überholen bietet, weiter hinten im Feld noch ein paar Highlights. Im Mittelfeld ging es eng zur Sache und die Fahrer lieferten sich zahlreiche Duelle. Einen ganz schwachen Auftritt legte das Williams-Team hin, deren Piloten George Russel und Robert Kubica, der nach acht Jahren sein Comeback in der Formel 1 feierte, mit gewaltigem Abstand von zwei bzw. drei Runden ganz am Ende des Feldes landeten.

Der zweite deutsche Pilot, Nico Hülkenberg, konnte indes zufrieden sein. In seinem Renault holte er nach einem durchwachsenden Rennwochenende immerhin den 7. Platz.

Auf Ferrari & Vettel wartet viel Arbeit

Für Ferrari hätte der Auftakt indes mit den Plätzen vier und fünf und fast einer Minute Rückstand auf Mercedes kaum schlechter verlaufen können. Das aktuelle Kräfteverhältnis zwischen den favorisierten Top-Teams erinnert stark an die vergangene, von Mercedes dominierte Saison. „Mercedes war sehr stark, der Rest weit dahinter“, lautete das knappe Fazit von Vettel. Bei den Roten gibt es viel zu besprechen und viel zu tun, damit der Rückstand auf die Silberpfeile schnell aufgeholt wird.

Möglichst schon zum nächsten Rennen in zwei Wochen, wenn der Formel 1-Zirkus in Bahrain gastiert.


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