Indian Wells: Kann Alexander Zverev seinen Bruder Alexander Mischa rächen?

Rächt Alexander Zverev seinen Bruder in Indian Wells?

Bildquelle: Keith Allison from Hanover, MD, USA [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Einen alles in allem gelungenen Start legten die besten deutschen Tennisprofis im kalifornischen Indian Wells hin. Bei den zweiwöchigen ATP World Tour Masters 1000 der Herren sowie dem WTA Premier Mandatory qualifizierten sich die meisten entweder über die Setzliste oder durch einen Sieg in der ersten Runde für die zweite Hauptrunde dieser Veranstaltung, die in Rang und Bedeutung direkt hinter den vier Grand-Slam-Turnieren des Jahres angesiedelt ist.

Maximal war die Ausbeute in Runde eins dennoch nicht: Bei den Herren scheiterte Mischa Zverev in zwei Sätzen am Slowaken Martin Klizan. Laura Siegemund musste ebenfalls bereits die Segel streichen, ehe es für die Top-Spielerinnen und Top-Spieler überhaupt losging: Die Tschechin Markéta Vondroušová war beim 4:6, 6:7 einen Tick zu stark für sie. Ärgerlich war zudem vor allem das Ausscheiden für Andrea Petkovic.

Kohlschreiber, Marterer und Gojowczyk mit Mammutaufgaben

Für Deutschlands klare Nummer 1 der Tennis-Herren, Alexander Zverev, geht es nach seinem starken Auftritt mitsamt des Finaleinzugs in Acapulco nun beim Masters in Indian Wells ab Sonnabend um viele Punkte in der Weltrangliste. Der derzeit Dritte hat zudem in seiner Einstiegsrunde, der zweiten Hauptrunde des Turniers, eine kleine familiäre Rechnung zu begleichen: Sein Gegner heißt nämlich Martin Klizan, der wiederum den zehn Jahre älteren Bruder von Alexander, Mischa Zverev, beizeiten aus dem Turnier befördert hatte.

Besser als Mischa Zverev erging es in der ersten Hauptrunde den ebenfalls ungesetzten Philipp Kohlschreiber, Jan-Lennard Struff, Maximilian Marterer und Peter Gojowczyk, die sich allesamt ihrer Aufgaben in der sogenannten Round of 128, die eigentlich eine Runde der nicht gesetzten 64 von insgesamt 96 Spielern ist, in nur zwei Sätzen erfolgreich entledigten.

Bis auf Struff, der nun gegen den Lucky Loser aus der Qualifikation Ričardas Berankis (Litauen) ran „darf“, erwarten die Deutschen aber nahezu aussichtslose Unterfangen – zumindest jedoch Mammutaufgaben: Kohlschreiber trifft auf Acapulco-Gewinner Nick Kyrgios (Australien). Sollte er das exzentrische Talent besiegen, würde in der Runde der letzten 32 ein Aufeinandertreffen mit dem Ersten der Tennis Weltrangliste der Herren winken: Novak Djokovic. Für Marterer geht es nun gegen den Weltranglisten-Fünften und Wimbeldon-Finalisten von 2018 Kevin Anderson (Südafrika). Gojowczyk trifft auf den frischgebackenen Jubilar Roger Federer (4.). Der 37-jährige Schweizer hatte jüngst beim Erfolg in Dubai den 100. Turniersieg seiner Karriere gefeiert.

Der heimliche Star der 2. Hauptrunde ist die Partie zwischen zwei Youngstern

Aus Sicht des neutralen Tennisfreundes, der seinen Blick auf die nächsten großen Stars auf der Tour werfen möchte, hat wohl die Partie zwischen dem blutjungen, aber bereits auf Position 9 gesetzten Griechen Stefanos Tsitsipas und dem noch etwas jüngeren Kanadier Felix Auger-Aliassime in Sachen Tennis News eine ganz besondere Bedeutung in der zweiten Hauptrunde. Beiden wird von Experten eine große Zukunft vorausgesagt.

 

 

Petkovic spielt gegen gesundheitlich angeschlagene 38-Jährige schlicht kopflos

Bei den deutschen Damen hat es in der ersten Runde bereits Laura Siegemund und Andrea Petkovic erwischt. Vor allem das Scheitern Petkovics war sehr bitter, weil ausgesprochen unnötig: Obwohl die Deutsche den mittleren Durchgang gegen die Amerikanerin Venus Williams 6:0 gewonnen hatte, musste sie später das Match abgeben. Zwar hatte die routinierte Ex-Wimbeldon-Siegerin Williams bei einigen Linienbällen auch das notwendige Glück gehabt.

Doch alles Glück der Welt hätte ihr an diesem Tag nicht geholfen, wenn Petkovic taktisch cleverer gespielt hätte. Venus Williams, immerhin 38 Jahre alt, war offensichtlich gesundheitlich angeschlagen ins Match gegangen, konnte sich nur sehr eingeschränkt bewegen. Doch gelang es Petkovic bis zum Ende nicht, ihre Kontrahentin durch die richtige Schlagauswahl zu deutlich weiteren Wegen zu zwingen. Vielmehr hatte Petkovic mit dem Wind zu kämpfen. Ein Kampf, den sie verlor.

Der Turnierplan macht für Kerber so einiges möglich

Als gesetzte Spielerinnen (Positionen 8 und 15) waren Angelique Kerber und Julia Görges indes bereits von Beginn in der zweiten Runde. Kerber erwartet zum Auftakt das Duell mit der Kasachin Yulia Putintseva. Anhand der Auslosung scheint dieses Premier Mandatory für die Kielerin eine relativ gute Gelegenheit zu sein, möglichst satt zu punkten, wenngleich sie aus dem vergangenen Jahr einige Punkte zu verteidigen hat. Die ganz großen Hartplatz-Kaliber würden erst in den allerletzten Turnierrunden lauern und sich womöglich bis dahin gegenseitig einiges an Kraft gekostet haben. Julia Görges startet gegen die Estin Kaia Kanepi.

Ebenfalls in Runde zwei steht nach ihren Erstrundenerfolgen Mona Barthel. Nach ihrem 6:4, 6:7, 7:5 gegen die Chinesin Lín Zhū geht es für die gebürtige Bad Segebergerin nun gegen die 17. der Weltrangliste der Damen, Madison Keys (USA). Für Tatjana Maria hingegen war nach dem 4:6, 4:6 gegen die Australierin Ashleigh Barty (12.) die zweite Runde Endstation.


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